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Autoren
OldBo
16.02.2025
Neben den Bundesländern Bayern und Niedersachsen hat jetzt auch die Hansestadt Hamburg das Konzept "Hamburg-Standard" vorgestellt. Mit dem sollen ähnliche Ziele wie der Gebäudetyp E verfolgt werden. Die Initiative zur Vereinfachung und Kostensenkung im Bauwesen soll die rechtliche Herausforderungen berücksichtigen.
Hamburg-Standard
 Hamburg-Standard
Quelle: Bosy

Neben den Bundesländern Bayern und Niedersachsen hat jetzt auch die Hansestadt Hamburg das Konzept "Hamburg-Standard" vorgestellt. Mit dem sollen ähnliche Ziele wie der Gebäudetyp E (Karin Birk - DHZ) verfolgt werden. Die Initiative zur Vereinfachung und Kostensenkung im Bauwesen soll die rechtliche Herausforderungen berücksichtigen. Diese wurden vom Bundesministerium der Justiz (BMJ) mit dem Gebäudetyp-E-Gesetz nicht eingehalten, denn von baurechtlichen Standards abzuweichen, ohne dabei die Schutzziele zu gefährden, wurden nicht erreicht. Es gibt Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit mit geltendem Baurecht und verfassungsrechtlichen Prinzipien. Die Abweichung von bestehenden Normen, die den Kern des Gebäudetyps E ausmacht, schafft rechtliche Unsicherheiten.

Das Konzept "Hamburg-Standard" soll bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das Ziel ist klarBauen muss günstiger werden, ohne dabei die Qualität aus den Augen zu verlieren.
Durch bedarfsgerechtere Standards, effizientere Planungs- und Managementprozesse sowie schnellere Genehmigungen können im Wohnungsneubau bis zu 2.000 Euro brutto pro Quadratmeter/Wohnfläche eingespart werden. Das zeigen die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Hamburger "Initiative kostenreduziertes Bauen". Sie sollen eine neue Baukultur ermöglichen, mit der auch in Zukunft bezahlbarer und attraktiver Wohnraum geschaffen werden kann.

Drei Handlungsfelder

• Kostenreduzierende Baustandards schaffen die technische Grundlage für bedarfsgerechte Anpassungen etablierter Standards in der Baukonstruktion und der Gebäudetechnik. Durch Vereinfachung und den Wegfall von Anforderungen werden deutliche Erleichterungen geschaffen, denn häufig treiben verzichtbare Anforderungen die Kosten nach oben treiben. Ihre Umsetzung ist nicht selten technisch aufwändig und führen zu hohen Betriebskosten und mehr Flächenbedarf. Beispiele sind der Verzicht auf Trittschalldämmung auf vorgelagerten Balkonen oder eine Normtemperaturanpassung, um überdimensionierte Heizungen zu vermeiden – das senkt Baukosten und langfristige Betriebskosten. Für die konkrete Anwendung wurden Arbeitshilfen entwickelt, die sich an alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette richten. Eine praxisorientierte Handreichung hilft, die identifizierten Vereinfachungen gezielt zu verstehen und effektiv in Neubauprojekten umzusetzen. Einen rechtssicheren Rahmen und Transparenz für Nutzende schaffen Mustervertragsklauseln auf Grundlage geltenden Rechts. Der positive Einfluss auf die Reduzierung der Baukosten wurde durch eine Analyse der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (ARGE) bestätigt.

• Optimierte Prozesse und Planung zeigen Möglichkeiten auf, den Planungs- und Bauprozess auf privater Seite effizienter zu gestalten und macht Optimierungsvorschläge für Bauherren, Planende, ausführende Unternehmen und weitere am Bau Beteiligte. Die Analyse realer Bauvorhaben hat typische Kostenfallen sichtbar gemacht und liefert eine Grundlage, um Optimierungspotenziale zu identifizieren und die zeitlichen, organisatorischen und baulichen Ursachen für Mehrkosten von Beginn an in den Blick zu nehmen. Hieraus wurde ein Konzept entwickelt, das beispielsweise durch frühzeitige Projektpartnerschaften sowie die konsequente Vorbereitung der so genannten Phase 0 in Bauprojekten Bauzeiten effektiv verkürzt, unnötige Planungsschleifen verhindert, die Zahl der Mängel und die Kosten aus Projektverzögerungen deutlich senkt. Gleichzeitig wird die Qualität der Planung von Anfang an erhöht und die Anzahl der Mängel reduziert.

• Schnellere Verfahren sollen die Genehmigungs- und Planungsverfahren von Neu- und Umbauvorhaben durch die öffentliche Hand effizienter machen. Der direkte und transparente Informationsfluss von der Projektentwicklung bis zur Baugenehmigung sowie eine übergreifende Koordination aller Beteiligten sparen Zeit und Kosten. Die Verfahrenskoordination ist dabei zentral, um eine ergebnisorientierte Abstimmung zwischen den Akteursgruppen – Immobilienwirtschaft, Planende, Behörden – zu gewährleisten. So sorgen einheitliche Planungsstandards zusammen mit einem digitalen Werkzeug zur Darstellung der Kostenwirkung von planerischen Varianten für eine effiziente und kostenbewusste Abstimmung mit der Verwaltung, die dann verlässlichere Leitplanken für das anschließende Genehmigungsverfahren vorgibt. Die Etablierung einer "Projektuhr" soll dazu dienen, den Zeit- und Kostenstatus eines Projektes sichtbar und bewusst zu machen.
quelle: hamburg.de GmbH

Quellen
hamburg.de GmbH, DHZ
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