Beim Thema Brandschutz bei mehrgeschossigem Bauen mit Holz macht jede Landesbauordnung eigene Vorschriften. Außerdem spricht die jeweils örtliche Feuerwehr beim Baugenehmigungsverfahren mit. So hat der Holzbau wegen falscher Vorbehalte bezüglich seiner Brandfestigkeit immer noch mit einer breiten Durchsetzung am Markt zu kämpfen.
Holz ist brennbar, das ist richtig. Aber diese Eigenschaft schließt nicht aus, dass mittlerweile selbst Hochhäuser in Holzbauweise erstellt werden dürfen, sofern entsprechende Ausgleichmaßnahmen ergriffen werden, denn Holz brennt kontrolliert. Während also eine ungeschützte Stahlstütze unter Umständen unvermittelt unter der großen Hitze eines Brandes wegknicken könnte, bildet sich auf der Oberfläche des Holzes eine Schutzschicht aus Holzkohle und sorgt für eine kalkulierbare Widerstandsdauer.
Im Einfamilienhausbau hat sich das Bauen mit Holz schon lange etabliert, wenngleich sich auch hier immer noch wieder Baufamilien auch aus Sorge vor einem Brand gegen einen Holzbau entscheiden. Dass dies jedoch keine berechtigte Angst ist, wird vielleicht deutlich, wenn man bedenkt, dass inzwischen sogar bis zu 14-geschossige Hochhäuser in Holzbauweise errichtet werden.
Der Trend zum nachhaltigen Bauen mit Holz wird besonders im mehrgeschossigen Bau mit Brettsperrholz* (BSP | CLT) immer beliebter. Dieser Werkstoff ist nicht nur tragfähig und vielseitig einsetzbar, sondern verbessert auch die Wohnqualität erheblich. Obwohl Holz als "normal entflammbar" klassifiziert ist, kann es je nach Konstruktion dennoch einen vergleichbaren Feuerwiderstand wie Beton oder Mauerwerk bieten.
* Brettsperrholz (CLT - Cross Laminated Timber) bzw. Brettsperrholzplatten (BSP) werden meist objektbezogen produziert und werden mehrheitlich aus Fichte hergestellt, doch auch Holzarten wie Kiefer, Lärche, Eiche und Weisstanne sind auf Anfrage erhältlich.
Ein wichtiger Aspekt beim Brandschutz im Holzbau ist daher vor allem der bauliche Brandschutz, insbesondere bei Elektro- und Rohrinstallationen, die raumabschließende Bauteile durchdringen. Dabei müssen Brandabschottungen die gleiche Feuerwiderstandsklasse wie die Holzbauteile erfüllen, damit die Schutzfunktion gewährleistet ist. Da sich Holz im Brandfall jedoch anders verhält als Massivbauteile, sind aus diesem Grund spezielle Prüfungen unbedingt erforderlich. Deshalb werden die Abschottungssysteme gezielt für den Einsatz in Holzwänden und -decken getestet.
Der gebäudetechnische Brandschutz im Holzbau, insbesondere in der Nähe von Rohrleitungen, ist besonders wichtig, um einerseits die Ausbreitung von Feuer zu verhindern und andererseits die Strukturintegrität des Gebäudes zuverlässig zu schützen.
Hier sind einige wichtige Aspekte:
• Brandabschottungen: An Stellen, an denen Rohrleitungen durch Holzbauteile mit Brandschutzanforderungen geführt werden, müssen geprüfte Abschottungen installiert werden, damit die Feuerwiderstandsfähigkeit nicht beeinträchtigt wird. Dabei bestehen diese Abschottungen häufig aus feuerfesten Materialien wie Brandschutzmörtel, Brandschutzplatten oder intumeszierenden (aufschäumenden) Materialien, die im Brandfall ihre Funktion zuverlässig erfüllen.
• Abstand halten: Zwischen Rohrleitungen und Holzbauteilen sollte ein angemessener Abstand eingehalten werden, um die Wärmeübertragung im Brandfall zu minimieren.
• Feuerbeständige Ummantelungen: Holzbauteile, die in der Nähe von Rohrleitungen liegen, können mit feuerbeständigen Ummantelungen versehen werden, um deren Feuerwiderstand zu erhöhen.