Der Ansatz der Grünen Infrastruktur verbindet die Notwendigkeit einer strategischen Planung von Grün- und Freiflächen als auch die Wissenschaft von Ökosystemdienstleistungen miteinander. Er fördert die Multifunktionalität des Raums und die Benefits von integrierten Management-Ansätzen. Grüne Infrastruktur begegnet der Tatsache, dass die Nutzung von Flächen für Landwirtschaft, Naturschutz, Siedlung und Verkehr koordiniert geplant werden muss, stellt aber auch das Instrument und die Methoden zur Verfügung, um Bedürfnisse und Möglichkeiten zur Verbesserung der Umwelt und ihrer Funktionen zu ermitteln.
Die Schwerpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie für urbane Infrastruktur liegen einerseits im sensiblen Wassermanagement, bei dem Niederschlagswasser nicht mehr in die Kanalisation abgeleitet wird, und andererseits in einer deutlich forcierten Begrünung öffentlicher (und anderer) Räume, was wiederum eine entschiedene Entsiegelungspolitik voraussetzt. Viel ist in den letzten Jahren hierzu geforscht und analysiert worden, doch gilt auch hier der Politikersatz: Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Gründe hierfür liegen außer in hohen Kosten auch in den offensichtlichen Flächennutzungskonkurrenzen, die ein solcher Wechsel ins Blau-Grüne bedeutet. Und schließlich stehen die Kommunen auch vor der Frage der Gewichtung: Denn neben der Klimaresilienz gilt auch das zumindest offiziell nach wie vor erklärte Ziel der Klimaneutralität, das eigene CO2-reduzierende Maßnahmen umfasst, von Fragen des Wohnungsbaus ganz abgesehen.
Quelle: Frank Maier-Solgk, Bundesgemeinschaft der Architektenkammern - Körperschaften des Öffentlichen Rechts e.V.
Bereiche der grünen und blauen Infrastruktur
• natürliche und naturnahe Flächen, Schutzgebiete, Grünbrücken
• Parks, Grünflächen, Straßenbegleitgrün, Bauwerksbegrünung
• natürliche und künstliche Gewässer (blaue Infrastruktur)