Auch
Stahlrohre kamen in der Vergangenheit als
Fußbodenheizungsrohr zum Einsatz. Sie waren entweder in einem unterhalb der
Estrichschicht vorhandenen Sandbett z. T. auch direkt im
Estrich verlegt (Abb. 6.1.).
Dies war möglich, weil Stahl den gleichen
Ausdehnungskoeffizienten besitzt wie
Estrich. Da die einzelnen
Stahlrohre mit großem Aufwand gebogen und miteinander verschweißt werden müssen, hat sich die Anwendung nicht durchsetzen können. Obwohl die
Ausdehnungskoeffizienten gleich sind, wird sich in der
Rohrebene stets eine höhere
Temperatur einstellen als im oberen
Estrichbereich. Gerade beim Anheizvorgang ist dieser Zustand besonders gefährlich. Kommen die
Stahlrohre nach der Einbettung nicht mehr mit Feuchtigkeit in Berührung, so sind keine
Korrosionen zu befürchten. Anders verhält es sich in Nassräumen, besonders Schwimmbädern, wenn eine entsprechende Abdichtung gegen Feuchtigkeit von oben nicht vorhanden ist. Sind
Stahlrohre in
Beton oder
Estrich eingebettet, so passiviert sich die Oberfläche unter Bildung dünner korrosionsschützender oxidischer Schichten. Dies hat seine Ursache in der Alkalisierung des in dem Baustoff enthaltenen Anmachwassers durch das ebenfalls enthaltene Calziumhydroxid. Als Folge dieser Vorgänge nimmt der Stahl ein elektrochemisches Potential an. In allen anderen Bereichen herrscht ein wesentlich niedrigeres Potential. Sind solche Teilbereiche metallisch oder über
Wasserbenetzung und hydratisierten Mörtel elektrolytisch leitend verbunden, so entstehen am
Stahlrohr Korrosionen. Diese Situation ist stets gegeben, wenn die
Stahlrohre auf ihrer Unterseite unzureichend eingebettet sind. Auf den freien Stellen können sich keine Schutzschichten bilden. Besonders gefährlich ist die Situation, wenn
Chloride im Mörtel enthalten sind. Sie können durch Anwendung von
Frostschutz mitteln oder Abbinde beschleunigern entstehen.