Das
Behaglichkeitsgefühl ist für einen Menschen nicht von der Raumlufttemperatur t
L allein abhängig, sondern auch von den
Temperaturen der Umfassungsflächen. Deshalb ist die in der
Wärmebedarfsberechnung genannte Norminnentemperatur t
i keineswegs eine mit einem Thermometer messbare Größe. Sie errechnet sich vielmehr aus der Raumlufttemperatur t
L und der mittleren Oberflächentemperatur der Raumumfassungsflächen t
u. Die Norminnentemperatur ergibt sich also aus einer Betrachtung des
Wärmeaustausches zwischen dem Rauminsassen und dem Raum einschließlich der
Heizflächen. Die Heizfläche, Heizkörper oder
Fußbodenheizung, gibt
Wärme in Form von Strahlung an die Raumumfassungsflächen und konvektiv an die Raumluft ab. Dadurch wird indirekt der
Wärmefluss des Rauminsassen gesteuert. Zur Berechnung der einzelnen
Wärmeströme sind stets die zugehörigen
Temperaturen und
Wärmeübergangskoeffizienten einzusetzen und nicht etwa die Norminnentemperatur t
i. Die
Wärmeabgabe des Menschen an den Raum erfolgt konvektiv und durch Strahlung.
- qM = αK,M . (tM-tL) + αS,M . (tM-tS)
darin ist
α
K,M =
Wärmeübergangskoeffizient – Mensch, konvektiv [W/(m
2K)]
α
S,M =
Wärmeübergangskoeffizient – Mensch, Strahlung [W/(m
2K)]
t
M = mittlere Oberflächentemperatur – Mensch [°C]
t
L = Raumlufttemperatur [°C]
t
S = Mittlere Strahlungstemperatur der Umfassungsflächen einschließlich der Heizfläche [°C]
A = Oberfläche des Menschen [m
2]
q
M = spezifische
Wärmeabgabe des Menschen [W/m
2]
ferner ist
- qM = αges. M . A . (tL-ti)
und als Näherung bei t
L = t
S
durch Gleichsetzen ergibt sich
- ti = (1– (αKM /αges.M))· tS + (αKM/αges.M)·tL
das Verhältnis α
K,M / α
ges.M wurde zu 0,57 ermittelt.
Somit ergibt sich für
- ti = 0,57 · tL + 0,43 · tS
Damit ist es möglich, innerhalb einer Prüfkabine die
Wärmeleistung in Abhängigkeit von t
i und der Oberflächentemperatur des Fußbodens t
F,m zu bestimmen.