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Datenschutzhinweise

Fehler in Planung und Umsetzung?
Verfasser:
NPM1414
Zeit: 20.01.2021 13:31:15
0
3092777
Hallo zusammen,

folgende Heizungsplanung (wage ich zu bezweifeln) wurde bei mir durch eine Heizungsfirma geplant und umgesetzt. Ich versuche mal alle Infos, die ich habe, hier soweit zusammenzutragen.

Neubau mit Keller
Wohnfläche 235m2
Kein KFW Standard

Deckenheizungsregister (Aquatherm) in allen Räumen in Trockenbauweise mit Thermoboard Plus. Zusätzlich in den Bädern ist jeweils eine Fußbodenheizung verlegt.

Vom Nibe Außendienst wurde auf Basis folgender Parameter die Nibe F1255-6PC empfohlen:
Energiebedarf für die Heizung 16444 kWh/a
Davon für Brauchwasser 5110 kWh/a
Heizlast 6,3kW

Für die Erdsondenbohrung wurde eine Tiefe von 109m empfohlen. Die Geothermiefirma hat eine Bohrung von 2 x 70m (Doppel U-Sonde) vorgenommen. Ringraumverfüllung mit Schwenk EWM Plus.

Zuleitungen zu den HKV:
HKV1 – 3 Heizkreise:
15m (32er Mepla 12,5m im Estrich/26er Mepla 3m Steigleitung)
HKV2 – 3 Heizkreise
2m (26er Mepla 2m)
HKV3 - 5 Heizkreise
14,5m (32er Mepla 7,5m im Estrich/26er Mepla 7m Steigleitung)
HKV4 – 5 Heizkreise
16,5m (32er Mepla 7,5m im Estrich/26er Mepla 9m Steigleitung)
HKV5 – 6 Heizkreise
14,5m (32er Mepla 4,5m im Estrich/26er Mepla 7m Steigleitung)
HKV6 – 5 Heizkreise
17,5m (32er Mepla 4,5m im Estrich/26er Mepla 10m Steigleitung)

Kein Überstromventil. Keine ERR verbaut. Es gibt keinen zusätzlichen Pufferspeicher. Volumenstrom bei 100% Geschwindigkeit Wärmeträger und komplett offenen Durchflussreglern bei 18l/min.

Hydraulischer Abgleich wurde nicht vom Heizungsbauer vorgenommen. Ich habe selber Änderungen vorgenommen, die sich nach den Vorgaben vom Deckenheizungsherstellers gerichtet haben. Da der Durchfluss in der gesamten Anlage nicht ausreichend ist, erreiche ich jedoch nicht die Angaben vom Hersteller, um die Durchflussregler entsprechend einzustellen.

Wo liegen nun genau meine Bauchschmerzen?
Die Inbetriebnahme der Wärmepumpe wurde Anfang Dezember durch Nibe vorgenommen. Dabei wurde schon der geringe Volumenstrom explizit benannt. In den ersten 3 Wochen wollte es im Haus nicht wirklich wärmer als 15grad werden.

Auf der Suche nach einem Spülgerät wurde mir von einem anderen Heizungsbauer bereits vorsichtig mitgeteilt, dass er die gewählten Zuleitungen für kritisch hält. Mit dieser Info bin ich dann im Netz auf die Suche gegangen und bin hier im Forum auf diverse Beiträge gestoßen, mit der Problematik im Zusammenhang mit der Hydraulik und den Zuleitungen zu den HKVs.

Ich habe mir ein Spülgerät und eine Wärmebildkamera besorgt. Alle Heizkreise mit warmem Wasser gespült. Es war noch Luft im System. Mit der Wärmebildkamera habe ich geprüft, ob die Deckenregister gleichmäßig warm werden. Durchflussregler sowie Wärmebildkamera zeigten aus meiner Sicht hier kein Problem.

Den Filter im Rücklauf habe ich regelmäßig geprüft und konnte hier nach Wochen und mehrmaligen Säubern immer wieder Plastikstückchen finden.

Nach dem Spülen ist die Raumtemperatur im größten Raum (Wohnen/Essen/Küche) auf 18grad hoch.

Die Wärmepumpe ist bis vor Weihnachten durch den Sperrbereich (wußte ich nicht) mit maximaler Verdichterfrequenz von 90Hz gelaufen. Die Spreizung im Vor- und Rücklauf lag meistens bei 8-10K.

Vorlauf wurde mit 35grad gewählt. Durch das Spülen waren zum Teil nur 4 HKVs in Betrieb. Da lag die Spreizung bei 2K bei 100% Wärmeträgergeschwindigkeit.

Wenn alle Heizkreise offen sind, schafft die Wärmepumpe gerade so eine Vorlauftemperatur von 34grad.

Ich hab dann vor 7 Tagen den Sperrbereich komplett aufgehoben und die Blockierung der ZH für einen Tag aufgehoben. Die max. Vorlauftemperatur auf 40grad sowie die Kurve angehoben, um zu schauen, ob und was passiert. Die Vorlauftemperatur hob sich an und die Raumtemperatur ging auf 22grad hoch. Habe dann nach 7 Tagen wieder auf 35grad abgeriegelt und die Raumtemperatur lag dann bei 21grad. Das war gestern. Allerdings fehlt nun die Langzeitbeobachtung bei kalten Wetterbedingungen.

Nichts desto trotz, die Pumpe läuft permanent unter Volllast. Verdichterfrequenz bei 118Hz. Geschwindigkeit Wärmequelle sowie Wärmeträger bei 100%. Volumenstrom liegt bei 17l/min. Sole liegt bei 1/-4.

Ich habe mir überlegt, ob ich nach 14 Tagen, die Verdichterfrequenz z.B. ab 91Hz sperren soll und den Volumenstrom konstant auf 70% zu stellen, um zu schauen was passiert. Aber wie ihr seht, stochere ich mit meinen Annahmen und Versuchen eher im Dunkeln. Außerdem möchte ich auch nicht Ewigkeiten damit verbringen das Problem zu lösen, das ich gar nicht wirklich zu erfassen vermag.

Welche Rolle spielt der Heizungsbauer noch?
Das ist eben mein Problem. Das ist alles so zäh, wie ein Kaugummi. Mir wird irgendwas erzählt. Ich werde hingehalten oder es kommt auch lange Zeit keine Rückmeldung. Grundsätzlich war das Errichten der Heizung ein dreifacher Marathon. Ich habe dem Errichter eine 14 tägige Frist gesetzt, das Problem zu lösen. Des Weiteren eine Aufforderung ASAP einen vor Ort Termin zu ermöglichen, um das Problem zu besprechen und zu analysieren. Mir wurde nun ein vor Ort Termin nach der Frist genannt. Da meine Fristen (nicht nur diese) offensichtlich nicht ernst genommen werden, habe ich noch einen Anwalt kontaktiert. Möchte das aber natürlich gerne anders lösen wollen.

Diese Woche sollte der Parkettboden gelegt werden, habe dieses aber gestoppt. Ich wäre bereit hier noch mal Aufwand reinzustecken, um die Anlage zu optimieren, sollte es an den Zuleitungen und der Hydraulik liegen. Allerdings brauche ich hierzu Hilfe, das ganze ehrlich zu analysieren. Insbesondere, was in einem vertretbarem Rahmen eine merkliche Verbesserung liefern könnte.

Was kann ich alles an Daten und Fakten vom Heizungsbauer einfordern, um die Situation besser einschätzen zu lassen?

Mir ist klar, dass aus der Ferne, vieles nicht wirklich möglich sein wird. Ich erhoffe mir aber Hinweise und eventuell Tipps in welche Richtung ich noch schauen könnte. Vielleicht auch Lösungsansätze. Und wenn die Erkenntnisse dazu führen, dass ich das durch einen Gutachter dokumentieren lassen muss.

Ich bin absoluter Laie und habe versucht mit meinem begrenzten Verständnis das Problem etwas einzugrenzen.

Wäre sehr dankbar für Eure Hinweise.

Verfasser:
ThomasShmitt
Zeit: 20.01.2021 13:46:05
0
3092792
Zitat:

Zuleitungen zu den HKV:
HKV1 – 3 Heizkreise:
15m (32er Mepla 12,5m im Estrich/26er Mepla 3m Steigleitung)
HKV2 – 3 Heizkreise
2m (26er Mepla 2m)
HKV3 - 5 Heizkreise
14,5m (32er Mepla 7,5m im Estrich/26er Mepla 7m Steigleitung)
HKV4 – 5 Heizkreise
16,5m (32er Mepla 7,5m im Estrich/26er Mepla 9m Steigleitung)
HKV5 – 6 Heizkreise
14,5m (32er Mepla 4,5m im Estrich/26er Mepla 7m Steigleitung)
HKV6 – 5 Heizkreise
17,5m (32er Mepla 4,5m im Estrich/26er Mepla 10m Steigleitung)


Kann es sein, dass die Kreise sehr unterschiedlich lang sind? Wieviele Meter hat denn ein Modul (ich nehme mal an, m = Modul

Hast du einen Wärmemengenzähler eingebaut? (Hilft um Volumenströme und Temperaturen evt einmal verifizieren zu können) Und gibt es einen separaten Stromzähler um eine Arbeitszeit berechnen zu können?

Welche Vorlauftemperaturen wurden denn geplant? 34 / 35 Grad aktuell sind doch eher hoch für einen Neubau.

Die Leistung deiner Pumpe ist wahrscheinlich ausreichend, aber um einen Bau erstmal aufzuheizen und dann auch noch diverse Feuchtigkeit rauszuheizen geht schonmal einiges an Zeit und Energie drauf...

Interessehalber, warum denn eigentlich dieses System im Neubau statt einer Fußbodenheizung im Estrich? Stelle ich mir einfacher vor mit FBH.

Verfasser:
NPM1414
Zeit: 20.01.2021 16:19:44
0
3092891
Ich glaube, ich habe eine missverständliche Darstellung gewählt. Entschuldige bitte.

Am HKV1 sind 3 Heizkreise. Von der Wärmepumpe zum HKV sind es ca. 15 Meter. Davon sollen ca. 12,5 Meter 32er Meplarohr (Wandstärke 3mm) über den Boden gelegt worden sein. 3 Meter 26er Mepla (Wandstärke 3mm) wurden dann senkrecht in der Wand hoch zum HKV gelegt.

HKV2 mit 3 Heizkreisen. Von WP zum HKV wurden horizontal 2 Meter 26er Mepla als Zuleitung gelegt.

HKV3 mit 5 Heizkreisen
Gesamte Zuleitungslänge 14,5 Meter (32er Mepla 7,5 Meter über den Boden/26er Mepla 7 Meter über die Wand hoch zum HKV)

HKV4 mit 5 Heizkreisen
Gesamte Zuleitungslänge 16,5 Meter (32er Mepla 7,5 Meter über den Boden/26er Mepla 9 Meter über die Wand hoch zum HKV)

HKV5 mit 6 Heizkreisen
Gesamte Zuleitungslänge 14,5 Meter (32er Mepla 4,5 Meter über den Boden/26er Mepla 7 Meter über die Wand hoch zum HKV)

HKV6 mit 5 Heizkreisen
Gesamte Zuleitungslänge 17,5 Meter (32er Mepla 4,5 Meter über den Boden/26er Mepla 10 Meter über die Wand hoch zum HKV).

Die genauen Längen der jeweiligen Heizkreise müsste ich nachfragen. Ich weiss, dass die längsten Register 5 Meter sind und davon wurden dann maximal 4 Register an einen Heizkreis angeschlossen. Da ein Register unterteilt ist in mehreren Kapillaren, weiss ich jetzt nicht, ob die Annahme von max. 20 Meter pro Heizkreis so richtig ist.

Ich war kurz im Haus und habe hoffentlich alle relevanten Infos abfotografiert.

Inbetriebnahme der WP am 02.12.20
Wärmemengenzähler BF1:
Heizung, nur Verd. 6635kWh
BW, nur Verd. 100 kWh
Wärme, inkl. int. ZH 6847 kWh
BW, inkl. int. ZH 100 kWh

Stromzähler Wärmepumpe
1819,21 kWh

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass der Estrich bereits seit November 2019 im Haus ist. Der Innenputz wurde im Februar 2020 fertiggestellt. Ich weiss nicht, welche Relevanz das auf die Feuchtigkeit im Haus hat.

Geplante Vorlauftemperatur aus dem Nibe Planungsblatt lautet 35grad.

Das Thema Heizung ist so eine Sache für sich. Am Anfang war durch den Architketen eine Pelletsheizung mit FBH geplant. Wir hatten aber den Wunsch im Sommer auch etwas kühlen zu können. Hatten uns überlegt, zumindest mal alles für eine Klimaanlage in den Schlafräumen vorzusehen. Daraufhin wurde uns dann der Vorschlag mit der Deckenheizung und der Wärmepumpe gemacht. Wir waren uns unsicher. Dann wurde uns ein Kunde genannt, mit ähnlichen Werten wie unser Haus. Haben uns das ganze vor Ort angeschaut. Es wurde von den Hausbesitzern nur positives berichtet. Und so nahm dann alles seinen Lauf.

Verfasser:
Do Mestos
Zeit: 20.01.2021 19:34:58
0
3093001
Hi

Sind das einfach Rohrlänge? Also eine Strecke hin? Oder ist das schon hin und zurück?

Ich finde die ganzen Angaben für einen 235m2 Bau irgendwie nicht plausibel.. Wo bringe ich denn da 6 Verteiler unter und vor allem warum? Hast Du 6 Etagen oder wie muss ich mir das vorstellen?

Und die Längen sind ja in einfacher Länge schon extrem. 17,5 Meter... Da kann ich bei mir fast einmal aussenrum legen...

Verfasser:
NPM1414
Zeit: 21.01.2021 09:16:36
0
3093257
Das sind einfache Rohrlängen. In den letzten beiden HKVs hat sich ein Fehler eingeschlichen. So, passt es jetzt ungefähr. Ich habe hierzu keine genauen Angaben. Ich weiss nur ungefähr, wie die Leitungen gelegt sind.

HKV5 mit 6 Heizkreisen
Gesamte Zuleitungslänge 12 Meter (32er Mepla 4,5 Meter über den Boden/26er Mepla 7,5 Meter über die Wand hoch zum HKV)

HKV6 mit 5 Heizkreisen
Gesamte Zuleitungslänge 13 Meter (32er Mepla 4,5 Meter über den Boden/26er Mepla 8,5 Meter über die Wand hoch zum HKV).

Das Haus ist sehr länglich. Ich vermute, um die Zuleitungen von Deckenregister zu den HKVs kurz zu halten, wurde das Haus in 2 geteilt. Die HKVs hängen auch quasi immer an der Decke der jeweiligen Heizkreise.

Ich lese hier immer wieder etwas von Volumenströmen zwischen 22 und 25l/min bei 100% Wärmeträgergeschwindigkeit. Auch wird hier öfters von der Hydraulik in Verbindungen mit den gewählten Innendurchmessern der Zuleitungen diskutiert. Was mich stutzig macht, sind die Reduzierungen von 25mm auf 20mm Innendurchmesser. Könnte es hier einen Zusammenhang geben?

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