Hallo zusammen,
folgende Heizungsplanung (wage ich zu bezweifeln) wurde bei mir durch eine Heizungsfirma geplant und umgesetzt. Ich versuche mal alle Infos, die ich habe, hier soweit zusammenzutragen.
Neubau mit Keller
Wohnfläche 235m2
Kein KFW Standard
Deckenheizungsregister (Aquatherm) in allen Räumen in Trockenbauweise mit Thermoboard Plus. Zusätzlich in den Bädern ist jeweils eine Fußbodenheizung verlegt.
Vom Nibe Außendienst wurde auf Basis folgender Parameter die Nibe F1255-6PC empfohlen:
Energiebedarf für die Heizung 16444 kWh/a
Davon für
Brauchwasser 5110 kWh/a
Heizlast 6,3kW
Für die Erdsondenbohrung wurde eine Tiefe von 109m empfohlen. Die
Geothermiefirma hat eine Bohrung von 2 x 70m (Doppel U-Sonde) vorgenommen. Ringraumverfüllung mit Schwenk EWM Plus.
Zuleitungen zu den HKV:
HKV1 – 3 Heizkreise:
15m (32er Mepla 12,5m im
Estrich/26er Mepla 3m Steigleitung)
HKV2 – 3 Heizkreise
2m (26er Mepla 2m)
HKV3 - 5 Heizkreise
14,5m (32er Mepla 7,5m im Estrich/26er Mepla 7m Steigleitung)
HKV4 – 5 Heizkreise
16,5m (32er Mepla 7,5m im Estrich/26er Mepla 9m Steigleitung)
HKV5 – 6 Heizkreise
14,5m (32er Mepla 4,5m im Estrich/26er Mepla 7m Steigleitung)
HKV6 – 5 Heizkreise
17,5m (32er Mepla 4,5m im Estrich/26er Mepla 10m Steigleitung)
Kein Überstromventil. Keine ERR verbaut. Es gibt keinen zusätzlichen
Pufferspeicher. Volumenstrom bei 100% Geschwindigkeit Wärmeträger und komplett offenen Durchflussreglern bei 18l/min.
Hydraulischer Abgleich wurde nicht vom Heizungsbauer vorgenommen. Ich habe selber Änderungen vorgenommen, die sich nach den Vorgaben vom Deckenheizungsherstellers gerichtet haben. Da der Durchfluss in der gesamten Anlage nicht ausreichend ist, erreiche ich jedoch nicht die Angaben vom Hersteller, um die Durchflussregler entsprechend einzustellen.
Wo liegen nun genau meine Bauchschmerzen?
Die Inbetriebnahme der Wärmepumpe wurde Anfang Dezember durch Nibe vorgenommen. Dabei wurde schon der geringe Volumenstrom explizit benannt. In den ersten 3 Wochen wollte es im Haus nicht wirklich wärmer als 15grad werden.
Auf der Suche nach einem Spülgerät wurde mir von einem anderen Heizungsbauer bereits vorsichtig mitgeteilt, dass er die gewählten Zuleitungen für kritisch hält. Mit dieser Info bin ich dann im Netz auf die Suche gegangen und bin hier im Forum auf diverse Beiträge gestoßen, mit der Problematik im Zusammenhang mit der Hydraulik und den Zuleitungen zu den HKVs.
Ich habe mir ein Spülgerät und eine Wärmebildkamera besorgt. Alle Heizkreise mit warmem
Wasser gespült. Es war noch
Luft im System. Mit der Wärmebildkamera habe ich geprüft, ob die Deckenregister gleichmäßig warm werden. Durchflussregler sowie Wärmebildkamera zeigten aus meiner Sicht hier kein Problem.
Den Filter im Rücklauf habe ich regelmäßig geprüft und konnte hier nach Wochen und mehrmaligen Säubern immer wieder Plastikstückchen finden.
Nach dem Spülen ist die Raumtemperatur im größten Raum (
Wohnen/Essen/Küche) auf 18grad hoch.
Die Wärmepumpe ist bis vor Weihnachten durch den Sperrbereich (wußte ich nicht) mit maximaler Verdichterfrequenz von 90Hz gelaufen. Die Spreizung im Vor- und Rücklauf lag meistens bei 8-10K.
Vorlauf wurde mit 35grad gewählt. Durch das Spülen waren zum Teil nur 4 HKVs in Betrieb. Da lag die Spreizung bei 2K bei 100% Wärmeträgergeschwindigkeit.
Wenn alle Heizkreise offen sind, schafft die Wärmepumpe gerade so eine
Vorlauftemperatur von 34grad.
Ich hab dann vor 7 Tagen den Sperrbereich komplett aufgehoben und die Blockierung der ZH für einen Tag aufgehoben. Die max. Vorlauftemperatur auf 40grad sowie die Kurve angehoben, um zu schauen, ob und was passiert. Die Vorlauftemperatur hob sich an und die Raumtemperatur ging auf 22grad hoch. Habe dann nach 7 Tagen wieder auf 35grad abgeriegelt und die Raumtemperatur lag dann bei 21grad. Das war gestern. Allerdings fehlt nun die Langzeitbeobachtung bei kalten Wetterbedingungen.
Nichts desto trotz, die
Pumpe läuft permanent unter Volllast. Verdichterfrequenz bei 118Hz. Geschwindigkeit Wärmequelle sowie Wärmeträger bei 100%. Volumenstrom liegt bei 17l/min. Sole liegt bei 1/-4.
Ich habe mir überlegt, ob ich nach 14 Tagen, die Verdichterfrequenz z.B. ab 91Hz sperren soll und den Volumenstrom konstant auf 70% zu stellen, um zu schauen was passiert. Aber wie ihr seht, stochere ich mit meinen Annahmen und Versuchen eher im Dunkeln. Außerdem möchte ich auch nicht Ewigkeiten damit verbringen das Problem zu lösen, das ich gar nicht wirklich zu erfassen vermag.
Welche Rolle spielt der Heizungsbauer noch?
Das ist eben mein Problem. Das ist alles so zäh, wie ein Kaugummi. Mir wird irgendwas erzählt. Ich werde hingehalten oder es kommt auch lange Zeit keine Rückmeldung. Grundsätzlich war das Errichten der Heizung ein dreifacher Marathon. Ich habe dem Errichter eine 14 tägige Frist gesetzt, das Problem zu lösen. Des Weiteren eine Aufforderung ASAP einen vor Ort Termin zu ermöglichen, um das Problem zu besprechen und zu analysieren. Mir wurde nun ein vor Ort Termin nach der Frist genannt. Da meine Fristen (nicht nur diese) offensichtlich nicht ernst genommen werden, habe ich noch einen Anwalt kontaktiert. Möchte das aber natürlich gerne anders lösen wollen.
Diese Woche sollte der
Parkettboden gelegt werden, habe dieses aber gestoppt. Ich wäre bereit hier noch mal Aufwand reinzustecken, um die Anlage zu optimieren, sollte es an den Zuleitungen und der Hydraulik liegen. Allerdings brauche ich hierzu Hilfe, das ganze ehrlich zu analysieren. Insbesondere, was in einem vertretbarem Rahmen eine merkliche
Verbesserung liefern könnte.
Was kann ich alles an Daten und Fakten vom Heizungsbauer einfordern, um die Situation besser einschätzen zu lassen?
Mir ist klar, dass aus der Ferne, vieles nicht wirklich möglich sein wird. Ich erhoffe mir aber Hinweise und eventuell Tipps in welche Richtung ich noch schauen könnte. Vielleicht auch Lösungsansätze. Und wenn die Erkenntnisse dazu führen, dass ich das durch einen
Gutachter dokumentieren lassen muss.
Ich bin absoluter Laie und habe versucht mit meinem begrenzten Verständnis das Problem etwas einzugrenzen.
Wäre sehr dankbar für Eure Hinweise.