Zwar kann man auch smarte LED in ein übergeordnetes System einbinden. Manchmal reicht aber einfach die Kombination mit einem Bewegungssensor. Bild: getfluxo.com Türen und Tore nicht unbedingt smart machen
Ein weiterer Aspekt, auf den der nächste Teil der Serie ausführlich eingehen wird, sind Sicherheitskomponenten. Generell sollte jeder selbst einschätzen, wie groß das eigene Sicherheitsbedürfnis ist und inwieweit die entsprechenden Komponenten smart gestaltet werden sollen. Ist es etwa unbedingt nötig, Türen, Tore oder Garagen smart via Internet zu verbinden und vollautomatisch, etwa bei Meldungen von Bewegungen oder Licht, öffnen zu lassen? Denn hier gilt eine Binsenweisheit: Kein System ist sicher. Gerade sicherheitssensible Bereiche sollten daher besser von einer smarten Umrüstung ausgenommen werden. Wo keine Internetverbindung zu den jeweiligen Komponenten führt, ist auch kein Hacker, der diese missbrauchen kann.
Es gibt aber durchaus Sicherheitsbereiche, die in smarter Ausführung deutlich sinnvoller sind. Das ist zum Beispiel alles, was mit Rauch- und Feuermeldung zu tun hat. Sensoren sind in der Lage, schon frühzeitig und weit vor den menschlichen Sinnen Gefahren wie Kohlenmonoxid zu erkennen und zu melden. Oder im besten Falle selbst Komponenten wie Fenster oder Sprinkleranlagen anzusteuern und diese auszulösen, so dass ein Brandherd frühzeitig erstickt wird, ohne größeren Schaden anzurichten.
Auch bei der Energieeffizienz gibt es sehr sinnvolle Beispiele. So können automatisierte Thermostate die Heizung regulieren. Gekoppelt werden sie etwa mit Anwesenheitssensoren und Temperaturfühlern. Alles kommuniziert direkt untereinander. Eine übergeordnete Steuerung über ein Gateway wäre zwar möglich, aber nicht unbedingt nötig. Das „Pilotprojekt der Digitalisierung durch die Wohnungswirtschaft“ bei mehreren Wohnungsbauunternehmen in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, das 2016 startete, hat im Bereich Energieeffizienz Einsparpotenziale zwischen 12 und 34 Prozent ermittelt. Der 10. und übernächste Teil der Serie wird sich ausführlich solchen Lösungen widmen.
Automatisierte Abschaltung sinnvoll
Ebenfalls zu mehr Sicherheit beitragen kann eine automatisierte Abschaltung für Öfen und andere Wärmequellen, aber auch für Wasserhähne. Gerade letzteres ist wichtig: Einer Statistik der deutschen Versicherer zufolge, die vom Armaturenspezialisten Grohe zitiert wird, waren 2015 Wasserschäden in Privathaushalten mit 1,1 Millionen Fällen das häufigste Problem. 93 Prozent davon wären mit einer automatisierten Abschaltung zu vermeiden gewesen. In Europa kostet die Reparatur eines Wasserschadens durchschnittlich 2.297 Euro.
Eine weitere Möglichkeit ist die Ausrüstung von filterhaltigen Komponenten – also Klimaanlagen, aber auch Wäschetrockner – mit Sensoren, die melden, wann eben jene Filter gereinigt oder gewechselt werden müssen. Das verbessert nicht nur deren Arbeitsleistung, sondern trägt auch zu einem gesünderen Klima oder weniger belasteter Wäsche bei.
Einen ganz konkreten Vorteil, zu was ein smartes Heim nützlich sein kann, stellen wir im nächsten Beitrag am 20.07.20 vor: Dann geht es nämlich um das Thema Sicherheit.
Unsere Serie zum smarten Heim umfasst folgende Teile:
Bereits erschienen:
01.07.2020 - Smart Home – ein allgemeiner Überblick
03.07.2020 - Smart Home – aktuelle Trends und Entwicklungen
06.07.2020 - Wann ist ein Zuhause„smart“?
08.07.2020 - Standards für ein smartes „Home“
10.07.2020 - Welche Normen und Gesetze sind zu beachten?
13.07.2020 - Wie plant man das smarte Zuhause?
15.07.2020 - Smarte Nachrüstung beim Bestandsbau – wie geht das?
17.07.2020 - Welche Komponenten machen „smarten“ Sinn?
Demnächst erscheinen:
20.07.2020 - Ein Gebäude mit smarten Mitteln sichern?
22.07.2020 - „Smart gespart“ - Durch Smart Home Energie einsparen?
24.07.2020 - Was bringt die smarte Steuerung der Haustechnik?
27.07.2020 - "Under control" - digitale Steuerung von unterwegs und per Sprache
29.07.2020 - Beispiele für smarte Gebäude