Nachrechtsschweißen (Rechtsschweißen) kommt bei Stahlrohren ab 3 mm Wanddicke zum Einsatz. So sind z. B. Schweißnähte in Nahwärme- und Fernwärmeanlagen und im Rohrleitungsbau nur durch Rechtsschweißen auszuführen. Die Monteure müssen die Schweißerprüfung nach DIN EN 287 vorweisen können.
Die Flamme zeigt auf die bereits geschweißte Naht, also entgegen der Schweißrichtung und schmilzt die Materialwandungen bis zur Unterkante ab. Dabei bildet sich eine birnenförmige Öffnung (Öse). Die Brennerspitze wird nicht hin- und herbewegt, sondern hält nur die Öse offen, ohne die Schweißnaht zu überhitzen. Die Schweißraupe wird nur durch den Schweißdraht, der mit kreisender Bewegung im Schmelzbad reibend abgeschmolzen wird, geformt. Das Abschmelzen der Drahtspitze muss beobachtet werden, damit sich eine gleichmäßige Unterraupe bildet.
Um eine fachgerechte Schweißnaht herstellen zu können, muss die Naht richtig vorbereitet werden. Hierbei ist auf die richtige Schweißfugendicke (= Schweißdrahtdicke) und saubere Heftstellen zu achten. Außerdem darf kein Zunder vom Brennschneiden vorhanden sein.