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776

Estrichflächen - Ausführung einer Bewegungsfuge

Autoren
OldBo
14.02.2010

Radtke 22.07.2009
Die Herstellung einer wirksamen Bewegungsfuge bereitet allgemein große Schwierigkeiten. Nicht zuletzt stellen Rohrleitungen, welche die Bewegungsfuge kreuzen, eine große Behinderung dar. Etwa vorhandene Bewehrungen des Estrichs dürfen nicht über die Bewegungsfuge hinweggeführt werden – sie sind zu unterbrechen.
Abb. 20.9. Gefährlicher Einstich zur Herstellung einer Bewegungsfuge im Türdurchgang.
 Abb. 20.9. Gefährlicher Einstich zur Herstellung einer Bewegungsfuge im Türdurchgang.
Abb. 20.10. Die mangelhaft vorbereitete Dehnfugenrille.
 Abb. 20.10. Die mangelhaft vorbereitete Dehnfugenrille.
Abb. 20.11. Der künftige Dehnstreifen, hier ist die Estrichverbindung an den Rohrdurchführungen vorprogrammiert.
 Abb. 20.11. Der künftige Dehnstreifen, hier ist die Estrichverbindung an den Rohrdurchführungen vorprogrammiert.
Abb. 20.12. Dehnbares Fugenprofil zur Aufnahme eines Schaumstoffstreifens.
 Abb. 20.12. Dehnbares Fugenprofil zur Aufnahme eines Schaumstoffstreifens.
Abb. 20.13. Dehnfugenprofil mit Schutzrohr.
 Abb. 20.13. Dehnfugenprofil mit Schutzrohr.
Abb. 20.14. Einbau eines Dehnfugenprofils mit Rohrdurchführung.
 Abb. 20.14. Einbau eines Dehnfugenprofils mit Rohrdurchführung.
Abb. 20.15. Fugenschutzrohre werden aufgesteckt und durch das Fugenprofil geschoben.
 Abb. 20.15. Fugenschutzrohre werden aufgesteckt und durch das Fugenprofil geschoben.
Die Herstellung einer wirksamen Bewegungsfuge bereitet allgemein große Schwierigkeiten. Nicht zuletzt stellen Rohrleitungen, welche die Bewegungsfuge kreuzen, eine große Behinderung dar. Etwa vorhandene Bewehrungen des Estrichs dürfen nicht über die Bewegungsfuge hinweggeführt werden – sie sind zu unterbrechen. Geschieht dies nicht, so können die ca. 2-4 mm dicken Stäbe der Bewehrung innerhalb der Bewegungsfuge von ca. 10 mm Breite nicht nachgeben – die Fuge ist wirkungslos. Kreuzende Heizrohre sind stets auf ca. 40 cm Länge im Bereich der Bewegungsfuge weich zu ummanteln. Dadurch kann sich die Bewegung der Estrichflächen auf eine größere Rohrlänge übertragen, als wenn sie ohne Ummantelung beidseitig der Fuge fest eingespannt sind. Häufig wird versucht, die Bewegungsfuge mittels eines normalen Randdämmstreifens aus Polystyrolschaum herzustellen. Weil der Streifen allein nicht stehenbleibt, wird zunächst der Estrich über die Bewegungsfuge hinweggeführt, dann abgestochen (Abb. 20.9.).

Abb. 20.10 zeigt die zur Aufnahme des Dehnstreifens vorbereitete, besonders im Bereich der Rohre mangelhafte Entfernung des Estrichs.

Da, wo Rohrleitungen kreuzen, werden U-förmige Öffnungen herausgebrochen (Abb. 20.11.).

Der angehäufte Estrich wird wieder verteilt und geglättet. Der obere Teil des Dehnstreifens schaut später aus dem Estrich heraus.

Schwachstellen sind die Unterseite des Streifens und der Bereich der Rohrdurchführung. Hier kann Estrich eindringen und zu einer Verbindung der Estrichflächen führen. Eine günstigere Lösung stellt ein Dehnfugenprofil nach Abb. 20.12 und Abb. 20.13 dar. In ein PVC-Profil, das auf der Unterseite mit einem Doppelklebeband versehen ist, wird ein Streifen aus PE-Schaum eingeklemmt. Die Profilschiene kann bei glatter Oberseite der Dämmung direkt aufgeklebt werden, so dass sie freitragend steht. Zur Durchführung der Heizrohre wird der PE-Streifen nach Abb. 20.14 gelocht und von unten eingeschnitten.

Das Loch für die Rohrdurchführung sollte stramm angepasst werden. Der Einschnitt zum Überstülpen über das Heizrohr liegt unten und somit nach dem Einbau in der Profilschiene. Die besondere Ausbildung der Profilschiene ermöglicht eine einwandfreie Bewegung der benachbarten Estrichflächen. Estrichbrücken können nicht entstehen (Abb. 20.15.).
Quellen
Das ABC der Flächenheizung und Flächenkühlung Winnenden: Heizungs-Journal Verlags-GmbH, ISBN 3-924788-16-2
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