Die Herstellung einer wirksamen Bewegungsfuge bereitet allgemein große Schwierigkeiten. Nicht zuletzt stellen Rohrleitungen, welche die Bewegungsfuge kreuzen, eine große Behinderung dar. Etwa vorhandene Bewehrungen des
Estrichs dürfen nicht über die Bewegungsfuge hinweggeführt werden – sie sind zu unterbrechen. Geschieht dies nicht, so können die ca. 2-4 mm dicken Stäbe der Bewehrung innerhalb der Bewegungsfuge von ca. 10 mm Breite nicht nachgeben – die Fuge ist wirkungslos. Kreuzende Heizrohre sind stets auf ca. 40 cm Länge im Bereich der Bewegungsfuge weich zu ummanteln. Dadurch kann sich die Bewegung der
Estrichflächen auf eine größere Rohrlänge übertragen, als wenn sie ohne Ummantelung beidseitig der Fuge fest eingespannt sind. Häufig wird versucht, die Bewegungsfuge mittels eines normalen
Randdämmstreifens aus Polystyrolschaum herzustellen. Weil der Streifen allein nicht stehenbleibt, wird zunächst der
Estrich über die Bewegungsfuge hinweggeführt, dann abgestochen (Abb. 20.9.).
Abb. 20.10 zeigt die zur Aufnahme des Dehnstreifens vorbereitete, besonders im Bereich der
Rohre mangelhafte Entfernung des
Estrichs.
Da, wo Rohrleitungen kreuzen, werden U-förmige Öffnungen herausgebrochen (Abb. 20.11.).
Der angehäufte
Estrich wird wieder verteilt und geglättet. Der obere Teil des Dehnstreifens schaut später aus dem
Estrich heraus.
Schwachstellen sind die Unterseite des Streifens und der Bereich der Rohrdurchführung. Hier kann
Estrich eindringen und zu einer Verbindung der
Estrichflächen führen. Eine günstigere Lösung stellt ein Dehnfugenprofil nach Abb. 20.12 und Abb. 20.13 dar. In ein PVC-Profil, das auf der Unterseite mit einem Doppelklebeband versehen ist, wird ein Streifen aus PE-Schaum eingeklemmt. Die Profilschiene kann bei glatter Oberseite der
Dämmung direkt aufgeklebt werden, so dass sie freitragend steht. Zur Durchführung der Heizrohre wird der PE-Streifen nach Abb. 20.14 gelocht und von unten eingeschnitten.
Das Loch für die Rohrdurchführung sollte stramm angepasst werden. Der Einschnitt zum Überstülpen über das Heizrohr liegt unten und somit nach dem Einbau in der Profilschiene. Die besondere Ausbildung der Profilschiene ermöglicht eine einwandfreie Bewegung der benachbarten
Estrichflächen.
Estrichbrücken können nicht entstehen (Abb. 20.15.).