Die Forderung der ersten Merkblätter des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, eine tägliche Steigerung der
Vorlauftemperatur um 5 °C vorzunehmen, hört sich leichter an, als es in der Praxis machbar ist. Man stelle sich vor, die Anpassung der
Vorlauftemperatur erfolge über einen Mischer, in Verbindung mit einer witterungsgeführten Regelanlage. Durch Abschalten der
Nachtabsenkung und Einregelung der
Heizkurven sollte es sicher möglich sein, die gewünschte
Vorlauftemperatur einzustellen. Was aber geschieht, wenn sich die Außentemperatur zwischen Tag und Nacht um 10K ändert? Dann nämlich wird über die Regelanlage und den Mischer die
Vorlauftemperatur automatisch verändert und die gewünschte
Vorlauftemperatur zur Aufheizung wird nicht mehr eingehalten. Die einfachste und beste Möglichkeit der Aufheizung in Verbindung mit einer witterungsabhängigen Regelanlage besteht darin, dass der
Außenfühler vorübergehend abgeklemmt und statt dessen ein Festwiderstand, der dem Wert des
Außenfühlers bei ca. 10 °C entspricht, angeklemmt wird. So kann die Außentemperatur nicht mehr die eingestellte
Vorlauftemperatur beeinflussen. Wird diese
Vorlauftemperatur manuell durch Handverstellung am Mischer auf den geforderten Wert gebracht, so wird sich durch die langsame Aufheizung der
Estrichfläche und die damit verbundene Anhebung der
Rücklauftemperatur die Mischbedingungen ändern und zu einer neuen, erhöhten
Vorlauftemperatur führen. Es ist leicht einzusehen, dass auch diese Methode nicht erfolgversprechend sein kann, es sei denn, man wendet genügend Zeit auf, um ständig die
Vorlauftemperatur zu kontrollieren und gegenzusteuern. Sollte die
Fußbodenheizung in Verbindung mit einem
Brennwertkessel betrieben werden, d. h. einem Kessel, den man bis auf 20 °C Betriebstemperatur herunterregeln kann, so ist die geforderte
Vorlauftemperatur einfach am Kessel einstellbar.