Lohnt sich, wenn man es von vornherein bei der Planung bedenkt: Eigener Strom aus Photovoltaik.
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Möglich wären auch Technologien der Kraft-Wärme-Kopplung, etwa Brennstoffzellen oder Blockheizkraftwerke. Deren Betrieb ist jedoch komplex, die nötigen Betriebsstunden werden bei kleineren Verbrauchern eher nicht erreicht. Und beide benötigen für den Betrieb einen Brennstoff, meist Erdgas. PV und Windräder brauchen das nicht.
Speicher ratsam
Will man einen großen Teil seines Stromverbrauchs mit PV-Strom abdecken, benötigt man einen Speicher (mehr dazu hier).
Wichtig ist jedoch, von Anfang an die eigene Stromerzeugung in alle Planungen mit einzubeziehen. Denn von ihr hängt der Grad der energetischen Sanierung ab. Als Beispiel: Soll eine Wärmepumpe die Heizung übernehmen und deren Strombedarf mittels PV-Strom zu Teilen abgedeckt werden, muss das Haus mindestens im KfW-55- oder besser noch im KfW-40-Standard gedämmt sein. Soll mit der PV-Anlage „nur“ der normale Haushaltsstrom abgedeckt werden, muss die Dämmung gar nicht so drastisch ausfallen (es sei denn, man will eine Heizung mit deutlich niedrigerer Leistung als die bisherige einbauen).
Zudem sind Leitungen, Platz für den Wechselrichter und Steuerungskomponenten einzuplanen. Meist sind außerdem mehrere Zähler notwendig, wenn etwa der Strom zu Teilen ins Netz eingespeist wird. Das ist bei einer sehr groß ausgelegten Anlage immer anzuraten, da sie im Sommer mehr Strom produziert, als im Haus verbraucht werden kann. Die Zähler dokumentieren dann separat den eigens verbrauchten sowie den eingespeisten Strom.
Gute Planung verringert Aufwand
Das klingt sehr aufwendig, ist es aber bei durchdachter Planung nicht. Dennoch sollen an dieser Stelle die Nachteile nicht verschwiegen werden, die eine eigene Stromerzeugung mit sich bringen kann. Und das sind vor allem: hohe Investitionskosten. Eine 5-kWp-Photovoltaikanlage mit E-Batterie kostet gut 10.000 Euro. Damit kann man 65 Prozent des Bedarfs in einem vierköpfigen Haushalt mit 4.000 kWh jährlich (ohne Wärmepumpe oder E-Mobil) abdecken, was aktuell eine Ersparnis von 780 Euro bedeutet. Inklusive Kapitaldienst läge dann die Amortisation bei 15 Jahren. Steigen die Strompreise weiter, wie anzunehmen, gelingt die Amortisation schneller.
Daraus resultiert auch gleich der größte Vorteil: Eben die teilweise Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen. Und die Versorgungssicherheit, zumindest bei Systemen mit eigener Batterie, ist natürlich gegeben – einen Blackout kann man damit umgehen, auch wenn in Deutschland nur etwa zwölf Minuten im Jahr der Strom ausfällt.
Im letzten Teil der Serie "Praxisbeispiele" am 07.09.2018 wollen wir einige Möglichkeiten von Bestandssanierungen vorstellen – immer ausgehend vom gleichen Haustyp: einem Siedlungsgebäude aus den 30er Jahren.
Bisher erschienen:
1. Bestandsanierung im Überblick
2. Rechtliches
3. Förderungen
4. Dämmung außen
5. Dämmung innen
6. Dacherneuerung
7. Fensterwechsel
8. Heizungswechsel
9. Wechsel Sanitär/Wasser
10. Wechsel Elektrik
11. Eigene Energieerzeugung
Erscheint demnächst:
12. Praxisbeispiele