Thermische oder infrarote Energie ist Licht mit einer Wellenlänge, welche zu groß ist, um vom menschlichen Auge wahrgenommen zu werden. Diese
Energie ist derjenige Abschnitt des elektromagnetischen Spektrums, welchen wir als
Wärme wahrnehmen. Im Gegensatz zu sichtbarem Licht strahlt in der Welt des Infraroten jedes Objekt, dessen
Temperatur über dem absoluten
Nullpunkt liegt,
Wärme ab. Daher geht sogar von sehr kalten Objekten wie z. B. Eiswürfeln infrarote Strahlung aus. Je höher die
Temperatur eines Objekts ist, desto intensiver ist die von ihm abgegebene Infrarotstrahlung. Im Infraroten können wir Dinge erkennen, die sonst für unsere Augen nicht sichtbar sind.
Infrarotkameras erzeugen Bilder der unsichtbaren Infrarot- bzw.
Wärmestrahlung und ermöglichen damit präzise berührungslose
Temperaturmessungen. Fast jede technische Komponente wird heiß, bevor sie ausfällt. Infrarotkameras zeigen diese Probleme frühzeitig und werden dadurch zu einem extrem kosteneffizienten und wertvollen Instrument, das in den verschiedensten Anwendungsfällen zum Einsatz kommen kann. Angesichts der Tatsache, dass sich die Unternehmen heute sehr darum bemühen, ihre Produktionsprozesse effizienter zu gestalten, den
Energieverbrauch zu senken, die Produktqualität zu verbessern und die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen, ergeben sich ständig neue Anwendungsmöglichkeiten für Infrarotsysteme.
Ein wichtiger Nebeneffekt dieser Messmethode ist der Umstand, dass
lokale Leckstellen in der Gebäudehülle nachgewiesen werden können. Häufig treten diese Leckstellen im Bereich von Anschlüssen verschiedener Bauteile auf (Beispiele Außenwand/Dachschräge,
Fensteranschlüsse). Auch Installationsdosen können betroffen sein.
Der Nachweis dieser lokal auftretenden Leckstellen erfolgt unter den o. g. Messbedingungen durch „Handauflegen“, geeignete Messgeräte (Anemometer) oder den Einsatz der Infrarot-Thermografie.
Infrarot-
Thermografie ist nur in der kalten Jahreszeit einsetzbar, da zur Erzielung von brauchbaren Messergebnissen eine deutliche Differenz zwischen Raumluft- und
Außenlufttemperatur nötig ist.
Lokale Leckstellen der
Gebäudehülle sind als
Wärmebrücken zu werten. Sie verursachen nicht nur feuchtebedingte Schäden innerhalb von Außenbauteilen, sondern beeinträchtigen darüberhinaus Raumklima und
Behaglichkeit („Zug“) in Aufenthaltsräumen.