Ein Wetterglas (Goethe-Barometer) wird schon seit Jahrhunderten als Messgerät für Luftdruckschwankungen verwendet. Das Goethebarometer ist das älteste Barometer der Welt. Als die Mauren in Spanien 711 Cordoba gründeten, führten sie solche Barometer mit sich. Sie waren damals die führenden Wissenschaftler der Welt. Erst 1643 erfand Toricelli, ein Schüler Galileo Galileis, das genauere Quecksilberbarometer, welches nach dem gleichen Prinzip der Druckeinwirkung auf eine Flüssigkeit arbeitet.
Es besteht aus einem mit destilliertem Wasser, das mit Lebensmittelfarbe eingefärbt wird, gefülltem nach oben geschlossenem Glasbehälter von dem ein von unten ein dünnes Rohr (Schnabel) seitlich nach oben abgeht. Man vergleicht den auf die dünne Öffnung des Schnabels wirkenden Luftdruck mit dem im Inneren der geschlossenen Flasche befindlichen Luftdruck. Wenn der äußere Luftdruck sinkt, kommt ein Tiefdruckgebiet (schlechtes Wetter), so überwiegt der innere Druck den äußeren und die Flüssigkeit steigt im dünnen Schnabel. Steigt der äußere Luftdruck kommt ein Hochdruckgebiet (Schönwetter), dann sinkt das Wasser im Schnabel.
Diese Anzeige kann aber ungenau sein, weil die Wasserstandsveränderungen auch von der Umgebungstemperatur beeinflusst wird. Deswegen sollte ein Aufstellungs- bzw. Aufhängungsort gewählt werden, der sicn nicht in der Nähe von Heizkörpern, Öfen, kalten Flächen und direkter Sonneneinstrahlung befindet.
Auch das Sturmglas(-Barometer) ist eigentlich kein "richtiges" Barometer, weil die Flüssigkeit (Kupfersulfat- oder Campher-Alkohol-Lösung) nicht direkt auf den Luftdruck reagiert. Das Sturmglas wird seit 1750 auf Segelschiffen für die Sturmwarnung verwendet. Bis heute gibt es keine genaue Erklärung für die Funktionsweise.
Heutzutage ist das Wetterglas und das Sturmglas "nur" noch ein Modegegenstände.