Im Sanierungsfall eines Altbaus mit einer wunderschönen Fassade ist eine Innendämmung sicherlich die beste Lösung. So wird evtl. der Denkmalschutz erfüllt und/oder das "Gesicht" des Hauses erhalten. Außerdem kann eine Innendämmung günstiger als eine Außendämmung sein, da das Dämmen von außen viel aufwendiger ist. So muss z. B. bei einer Perimeterdämmung der gesamte Sockel des Gebäudes freigelegt (Grundbruchgefahr) und für die Fassaden- und Dachdämmung muss in der Regel ein Gerüst aufgestellt werden.
Die Innendämmung hat bauphysikalischen Nachteile. Es besteht die Gefahr, dass es bei nichtfachgerechter Ausführung (z. B. fehlende oder undichte Dampfsperre) innerhalb des Wandaufbaus zur Kondensation kommt, die zu Bauschäden (z. B. Frostschäden, Schimmelbildung) führen kann. Der Hintergrund ist, dass die Außenwand von der Raumseite her nicht mehr richtig erwärmt wird. Dadurch können an der Innenseite der Außenwand sehr niedrige Temperaturen auftreten.
Dampfsperren oder dampfdichte Dämmstoffe müssen ohne Lücken oder Undichtigkeiten ausgeführt werden, um das Tauwasserproblem so gering wie möglich zu halten. Diffusionsoffene Innendämmsysteme mit einem hohen ph-Wert können eine Schimmelbildung verhindern.
So können z. B. Calciumsilikatplatten (Kalk, Sand, Zellulose und Wasser) aufgrund ihres hohen ph-Wertes große Mengen an Wasserdampf aufnehmen. Diese Platten werden vollflächig auf die Innenwand geklebt. Das diffusionsoffene Material trocknet die Feuchtigkeit nach kurzer Zeit wieder aus. Die Calciumsilikatplatten haben aber hohe Lmbda-Werte (z. B. 0,045 W/m*K).
Hartschaumplatten (z. B. XPS - extrudiertes Polystyrol) eignen sich auch für die Innendämmung. Sie haben bessere Lambda-Werte (0,031 bis 0,039 W/m*K). Sie werden in Verbindung mit Gipskartonplatten eingesetzt. Diese bestehen auch aus Kalk und Sand.