Neben dem Hartlöten und Schweißen kann auch bei Kupferrohr die Presstechnik eingesetzt werden. Bei der Presstechnik entfällt der Arbeitsschritt des Formierens, da bei dieser kalten Verbindungstechnik keine Zunderbildung auftritt.
Das Verpressen von Trinkwasser-, Heizungs-, Gas- und CO2-Rohren wird schon seit Jahrzehnten mit hoher Präzision und langer Haltbarkeit durchgeführt. Inzwischen wird auch die Presstechnik im Bereich der Kälte- und Klimatechnik eingesetzt. Das Problem war, stabile, dichte Pressverbindungen, die langfristig abdichten, hohen Betriebdrücken standhalten und für Kältemittel geeignet sind, herzustellen. Hier wurden speziell aufeinander abgestimmte Fittings, Dichtringe und Presswerkzeuge, die auch die besonderen Anforderungen an Temperaturbeständigkeit und Ölfestigkeit erfüllen, entwickelt.
Ein Beispiel ist das Presssystem >B< MaxiPro® zur Herstellung dauerhaft dichter, sicherer Rohrverbindungen in der Kälte-Klimatechnik, das speziell für Anwendungen bis 48 bar Betriebsdruck entwickelt wurde.
>B< MaxiPro ist ausschließlich durch geschulte und zertifizierte (>B< MaxiPro Training) Fachhandwerker zu verarbeiten. Alle Anlagen sind gemäß der gesetzlichen Vorgaben und den allgemein anerkannten Regeln des Kälteanlagenbauerhandwerks unter Beachtung der lokalen Unfallverhütungsvorschriften zu installieren.
Vor der Verarbeitung ist zu prüfen, ob Rohr, Fitting und Pressebacke die richtige Größe haben.
Fittings und Rohre müssen sauber und frei von Verschmutzungen sein, der O-Ring darf keine Beschädigungen aufweisen und die Profile sind zu prüfen. Grundbacken und Wechseleinsätze müssen frei von Verschmutzungen sein. Pressverbindungen sollten ausschließlich an nicht unter mechanischer Spannung stehenden Rohren vorgenommen werden.
• Die Verbindung ist hergestellt, sobald der Pressvor- gang gestartet und vollständig beendet wurde.
• Pressen Sie nicht mehrfach den gleichen Fitting.
• Nach der Verpressung sollte die Verbindung nicht verdreht werden.
quelle: Conex Bänninger - IBP GmbH
Wenn in der Nähe von Pressverbindungen Hartlötungen notwendig sind, so müssen Mindestabstände eingehalten werden, damit das Dichtelement nicht durch Hitzeeinwirkung beschädigt wird. Hier sind die vom Hersteller angegebenen Maße einzuhalten. Die in der Praxis bekannten Abhilfemaßnahmen zur Kühlung des Pressfittings (z. B. Kühlung mit feuchtem Lappen, Kühlspray) sollten möglichst vermieden werden.
Einsatz und Tausch von Wechseleinsätzen:
• Entfernen Sie immer die Pressbacke aus dem Presswerk- zeug, bevor Sie den Einsatz wechseln.
• Die Einsätze bestehen aus zwei Teilen (Paar) und sind mit einer Nut versehen, sodass sie seitlich in die Backe ge- schoben werden können. Ein gefederter Haltestift sichert den Einsatz in der Backe.
• Die Nut stellt sicher, dass beide Wechseleinsätze korrekt eingesetzt werden.
• Wählen Sie die richtige Größe des Wechseleinsatzes für den zu verpressenden Fitting und stellen Sie sicher, dass beide Teile des Einsatzes die gleiche Grösse haben.
• Setzen Sie den ersten Teil des Einsatzes von der Seite in die Grundbacke ein. Achten Sie darauf, dass der Einsatz auf der entsprechenden Nut sitzt und der Punkt auf dem Einsatz in Richtung Backenöffnung zeigt. Sie spüren ein Klicken, sobald der Haltestift einrastet.
• Wiederholen Sie den Vorgang mit dem zweiten Teil des Einsatzes.
• Um die Wechseleinsätze zu entfernen, drücken Sie bitte die beiden Knöpfe an der Backenöffnung (je ein Knopf auf einer Seite der Grundbacke). Bei Betätigung der Knöpfe lösen sich die Einsätze aus der Grundbacke.
ACHTUNG: Bitte lassen Sie die Einsätze nicht aus großer Höhe fallen.
• Bewahren Sie die Wechseleinsätze immer in der entsprechenden Verpackung auf.
Quelle: Conex Bänninger - IBP GmbH
Conex Bänninger empfiehlt die Verwendung von ROTHENBERGER 19 kN Presswerkzeugen.
• Für zöllige Fittings werden Standardbacken verwendet. 19 kN Presswerkzeuge können Fittings bis zu einer Größe von 1 1/8" verpressen. Für Fittings größerer Ab- messungen, muss ein 32 kN Presswerkzeug mit entsprechender Pressbacke ver wendet werden.
• Für metrische Fittings wird eine Grundbacke mit aus- tauschbaren Wechseleinsätzen verwendet. 19 kN Presswerkzeuge können Fittings bis zu einer Größe von 28 mm verpressen.
Die Pressfittings sind für Kälte- und Kühlanwendungen (HVACR, VRV und VRF, Wärmepumpen u.a.) bis 48 bar. Sie haben auf jeder Seite zwei Dichtringe, die für eine doppelte Sicherheit bei der Installation sorgen. In Kombination mit der technischen Konstruktion der Dichtringe führt dies zu 200 % mehr Oberflächenkontakt und dichtet die Verbindung optimal ab. Der genau abgestimmte Abstand zwischen den Dichtungsringen schafft eine Auffangzone, die für zusätzlichen Leckageschutz sorgt.
Der Hintergrund für zwei Dichtringe ist, dass Kältemittelmoleküle aufgrund ihrer geringen Größe bekanntermaßen schwer einzudämmen sind. Der zweite Dichtungsring sowie der Zwischenraum zwischen den beiden Ringen dienen als sekundärer Dichtungsmechanismus. Die exakt bemessene Distanz zwischen den Dichtringen schafft eine Sperrzone bzw. weitere Barriere für Kältemittelmoleküle.
Die Verpressung erfolgt mit speziellen Pressbacken bzw. einer Pressschlinge (ab 1 1/8"). Die Werkzeuge verfügen über eine "Doppelkontur", mit der Fitting und Rohr an gleich drei Punkten sicher verpresst werden (Tri-LockTM).