Multikriterienmelder (Mehrfachsensormelder, Multisensormelder) kombinieren die Funktionen von Rauchmeldern und Hitzemeldern in einem Gerät. Diese thermo-optischen Mehrkriterienmelder bieten eine präzise Branddetektion und sind ideal für den Einsatz in Brandmeldeanlagen (BMA). Der Sinn liegt in erster Linie darin, eine möglichst hohe Resistenz gegen Täuschungsalarme zu ermöglichen, was insbesondere in sensiblen Anwendungsbereichen, in welchen häufig potentielle Störfaktoren auftreten können, erforderlich ist. Störalarme sind nicht nur ärgerlich, sondern können insbesondere im gewerblichen Bereich schwerwiegende Folgen wie Betriebsunterbrechungen oder Imageschäden zur Folge haben.
Sensible Anwendungsbereiche mit regelmäßig auftretenden Störfaktoren sind z. B.:
• Bildung von Wasserdampf in Küchen oder Badezimmern
• Staubentwicklung in Produktionsbetrieben
• Diskotheken bei Verwendung von Nebelmaschinen
• Tiefgaragen, Parkhäuser.
Neben der erhöhten Störfestigkeit spielt bei Mehrkriterienmeldern auch eine verbesserte Genauigkeit bei der Detektion eine Rolle. So kann die methodische Auswertung der Messergebnisse der einzelnen Sensoren mit typischen Brandkenngrößen verglichen werden und und damit eine möglichst rasche und zuverlässige Erkennung realisiert werden. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass einige Mehrkriterienmelder auch rein unter Zuhilfenahme von Software-Algorithmen arbeiten, ohne auf unterschiedliche Sensoren zurückgreifen zu müssen. Hierbei werden typische Brandverläufe durch einen Brandkenngrößen-Vergleich detektiert und so mögliche Störfaktoren exkludiert.
Auch in privaten Wohnungen kann eine Installation von Mehrkriterienmelder durchaus sinnvoll sein. Typische Bereiche (Küchen, Garagen, Technikräume), welche auf Grund möglicher Störalarme mit herkömmlichen Rauchwarnmeldern nicht ausgestattet werden können .
Einige Hersteller haben daher auch Mehrkriterienmelder für private Anwendungsbereiche ins Sortiment aufgenommen, welche oftmals auch als explizit küchentaugliche Rauchmelder beworben werden. In der Regel kommen bei diesen Geräten Rauch- und Wärme- sowie CO-Sensoren zum Einsatz.
Beachten Sie dazu unsere entsprechenden Testberichte.
Quelle: rauchmeldertest.net - Ivo Bertolini MSc.
Ein Multisensormelder kombiniert die Daten mehrerer Sensoren und analysiert sie in Echtzeit. Dadurch unterscheidet er zuverlässig zwischen echten Brandgefahren und harmlosen Störfaktoren wie Dampf oder Staub. Während ein herkömmlicher Rauchmelder möglicherweise schon bei Küchendämpfen auslöst, bewertet der Multisensormelder die Situation umfassender und minimiert Fehlalarme.
Funktion der Sensorfusion
• Sensor: Analyse und Reaktion
• Rauchdetektion: Erkennt Partikel in der Luft. Erst bei gleichzeitiger Erhöhung von Temperatur oder CO-Werten wird ein echter Brandfall bestätigt.
• Temperaturüberwachung: Erfasst rasche Temperaturanstiege. In Kombination mit Rauchentwicklung wird schneller Alarm ausgelöst.
• Kohlenmonoxid-Sensor (optional): CO-Werte steigen oft bei Schwelbränden. Der Sensor erkennt solche Gefahren frühzeitig und gibt eine zusätzliche Warnung.
• Algorithmus zur Signalauswertung: Die Sensordaten werden in einem intelligenten Algorithmus verarbeitet. Dadurch kann der Melder zwischen echten Bränden und Störgrößen unterscheiden.
Der Multisensormelder wertet kontinuierlich die Kombination der Messwerte aus. Erst wenn mehrere Indikatoren gleichzeitig eine Gefahr bestätigen, wird Alarm ausgelöst. Dadurch bietet er eine höhere Sicherheit bei gleichzeitiger Reduzierung von Fehlalarmen.
Vorteile eines Multisensormelders
• Frühzeitige und präzisere Branddetektion: Durch die Kombination mehrerer Sensoren erkennt der Multisensormelder Brände schneller und zuverlässiger. Neben Rauch kann er plötzliche Temperaturanstiege oder Kohlenmonoxid wahrnehmen, was eine frühzeitige Alarmierung ermöglicht.
• Reduzierung von Fehlalarmen: Herkömmliche Rauchmelder lösen oft Fehlalarme durch Dampf oder Staub aus. Multisensormelder analysieren verschiedene Umgebungsfaktoren und minimieren dadurch unnötige Alarme.
• Höhere Zuverlässigkeit und Sicherheit: In schwierigen Umgebungen wie Küchen oder Industrieanlagen bietet der Multisensormelder zuverlässige Branddetektion und ist unempfindlicher gegenüber Störungen.
• Erhöhte Sicherheitsstandards in gewerblichen Bereichen: Multisensormelder sind ideal für Fertigungsstätten, Lagerhallen und Hotels, da sie auch in anspruchsvollen Umgebungen zuverlässige Brandüberwachung gewährleisten
• Längere Lebensdauer und geringerer Wartungsaufwand: Dank robuster Technologie und intelligenter Analyse arbeiten Multisensormelder länger störungsfrei. Viele Modelle haben zudem eine lange Batterielaufzeit.
• Einfache Installation und Integration: Multisensormelder lassen sich problemlos in bestehende Brandmeldeanlagen (BMA) integrieren und sind mit verschiedenen Sicherheitssystemen kompatibel.
• Kosteneffizienz durch Vermeidung von Fehlalarmen: Weniger Fehlalarme bedeuten geringere Kosten für unnötige Feuerwehreinsätze und Reparaturen. Zudem verringert eine schnellere Branddetektion mögliche Schäden.
• Zukunftssichere Technologie: Moderne Multisensormelder können per Software-Updates an neue Sicherheitsstandards angepasst und in Smart-Home- oder IoT-Systeme integriert werden.
Multisensormelder mit Sockelsirene und Warntongeber bieten zusätzliche Funktionen, die den Einsatz in bestimmten Umgebungen oder Anwendungen noch effektiver machen.
.Quelle: EXPERT-Security GmbH & Co. KG