In Gemeinden und Städte in Deutschland gibt es Freiwillige Feuerwehren, die ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürgern unterstützten. Die Mitglieder dieser Feuerwehren leisten ihren Dienst neben ihrem Beruf und sind im Einsatz- oder Übungsfall verfügbar. Die Freiwilligen Feuerwehren spielen vor allem in ländlichen Gebieten oder kleineren Gemeinden eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung des Brandschutzes und der Hilfeleistung.
In größeren Städten und Ballungsräumen gibt es Berufsfeuerwehren, bei denen die Einsatzkräfte hauptberuflich angestellt sind. Sie sind rund um die Uhr einsatzbereit und stellen in ihrem Zuständigkeitsbereich den Brandschutz und die technische Hilfeleistung sicher. Berufsfeuerwehren verfügen häufig über spezialisierte Einheiten und eine größere Anzahl von Einsatzfahrzeugen und -geräten.
Die Mitglieder einer Berufsfeuerwehr sind hauptberuflich tätig. Sie stellen einen wesentlichen Bestandteil des öffentlichen Sicherheits- und Rettungswesens dar und sind vor allem in größeren Städten oder Gemeinden mit erhöhtem Gefahrenpotenzial anzutreffen. In Deutschland regeln die Feuerwehrgesetze der Bundesländer die Einrichtung und den Betrieb einer Berufsfeuerwehr. Dabei gilt, dass Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern gesetzlich verpflichtet sind, eine Berufsfeuerwehr zu unterhalten.
Die Einrichtung einer Berufsfeuerwehr ist in dem entsprechenden Ländergesetzen geregelt. In Nordrhein-Westfalen z. B. sind Berufsfeuerwehren nur in kreisfreien Städten zwingend vorgeschrieben (§ 10 Abs.1 Satz 2 FSHG), in vielen anderen Bundesländern sind alle Städte ab einer Größe von 100.000 Einwohnern Rheinland-Pfalz: 90.000 Einwohner; Schleswig-Holstein: 80.000 Einwohner; Baden-Württemberg 100.000 Einwohner, Befreiung aber bis 150.000 Einwohner möglich) verpflichtet eine Berufsfeuerwehr einzurichten (bzw. sich durch eine entsprechende Ausnahmegenehmigung von dieser Verpflichtung entbinden zu lassen).
Die Berufsfeuerwehr ist vielseitig tätig und übernimmt zahlreiche Aufgaben im Bereich der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes. Dazu zählen:
Brandbekämpfung:
• Löschung von Bränden aller Art, sei es in Wohnhäusern, Industrieanlagen oder in der Natur.
• Präventive Maßnahmen wie Brandschutzkontrollen oder Beratung von Bauherren.
Technische Hilfeleistung:
• Rettung von Personen aus Fahrzeugen bei Verkehrsunfällen.
• Beseitigung von Gefahren wie umgestürzten Bäumen, ausgelaufenen Chemikalien oder Einsturzgefahren.
Rettungsdienst:
• n vielen Städten sind Berufsfeuerwehren auch in den Rettungsdienst integriert.
• Einsatz von Rettungswagen, Notärzten und teilweise auch Intensivtransportfahrzeugen.
Katastrophenschutz:
• Koordination und Durchführung von Maßnahmen bei großflächigen Ereignissen wie Überschwemmungen, Stürmen oder Industrieunfällen.
• Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie Technischem Hilfswerk (THW), Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen.
Ausbildung und Prävention:
• Ausbildung von Nachwuchskräften und Schulung anderer Organisationen.
• Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung, etwa durch Brandschutzerziehung in Schulen.
Merkmale der Berufsfeuerwehr
• Hauptberuflichkeit: Berufsfeuerwehrleute arbeiten in Vollzeit und sind Angestellte oder Beamte im öffentlichen Dienst. Ihre Tätigkeit ist kein Ehrenamt, sondern ein Beruf, der häufig mit besonderen Gefahren und Belastungen verbunden ist.
• 24/7-Bereitschaft: Berufsfeuerwehren arbeiten in einem Schichtsystem, um rund um die Uhr einsatzbereit zu sein. Eine typische Schicht besteht aus Bereitschaftszeiten, Ausbildungsphasen und Wartungsarbeiten an Geräten.
• Hohe Qualifikation:
Die Ausbildung umfasst nicht nur den Umgang mit Feuer und technische Rettung, sondern auch medizinisches Wissen, Kenntnisse in Chemie und Physik sowie Fähigkeiten zur Koordination von Großeinsätzen. Fortbildungen in Spezialbereichen, z. B. Höhenrettung, Gefahrgut oder Wasserrettung, sind ebenfalls üblich.
• Moderne Ausstattung: Berufsfeuerwehren verfügen über eine breite Palette an spezialisierten Fahrzeugen und Geräten, wie Löschfahrzeuge, Drehleitern, Rüstwagen oder mobile Einsatzleitstellen.
Unterschiede zur Freiwilligen Feuerwehr
• Einsatzbereitschaft: Berufsfeuerwehren gewährleisten eine ständige Präsenz, während Freiwillige Feuerwehren meist bei Bedarf alarmiert werden.
• Personalstruktur: Während Berufsfeuerwehren ausschließlich aus hauptamtlichem Personal bestehen, arbeiten Freiwillige Feuerwehren mit ehrenamtlichen Kräften.
• Standorte: Berufsfeuerwehren finden sich überwiegend in großen Städten und Ballungsräumen, während Freiwillige Feuerwehren insbesondere in ländlichen Gebieten präsent sind.
• Einsatzausstattung und -intensität: Berufsfeuerwehren verfügen oft über spezialisierte Ausrüstung und übernehmen komplexere Aufgaben. Freiwillige Feuerwehren ergänzen diese Arbeit und übernehmen häufig kleinere Einsätze.
Organisation und Struktur
Eine Berufsfeuerwehr ist hierarchisch organisiert und unterteilt in verschiedene Fachbereiche und Abteilungen:
• Leitstelle: Hier laufen Notrufe ein, und von hier aus werden Einsätze koordiniert.
• Einsatzkräfte: Die Mannschaft besteht aus Feuerwehrleuten verschiedener Dienstgrade, die direkt an Einsätzen beteiligt sind.
• Spezialeinheiten: Einige Berufsfeuerwehren haben spezialisierte Teams, z. B. für Höhenrettung, Tauchergruppen oder Gefahrstoffeinsätze.
• Technische Abteilung: Wartung und Pflege der Fahrzeuge, Geräte und Schutzkleidung.
• Verwaltung: Planung, Personalmanagement und Organisation des täglichen Betriebs.
Quelle: Meister Brandschutz GmbH & Co. KG
Ausbildung
Die Organisation einer Berufsfeuerwehr ist nach Laufbahnverordnung gegliedert, so werden Berufsfeuerwehrleute in unterschiedliche Dienstgrade bei der deutschen Feuerwehr unterschieden:
Mittlerer Dienst
Der operativ arbeitende, also echt löschende, Berufsfeuerwehrmann arbeitet im Mittleren Dienst; dazu ist eine abgeschlossene, dem feuerwehrtechnischen Dienst förderliche Berufsausbildung nachzuweisen. Aber auch Gesundheits- und Krankenpfleger oder Rettungsassistenten werden von immer mehr Feuerwehren ebenfalls eingestellt. Die Ausbildung zum Feuerwehrmann dauert 18 - 24 Monate. Die "interne" Lehrgangsbezeichnung lautet B1 (Brandmeister). Sie ist mit dem Lehrgang "Geprüfte Brandschutzfachkraft (IHK)" weitestgehend gleichgesetzt.
Der Hauptbrandmeister besetzt in der Regel den Platz des Gruppenführers oder Einsatzleiters auf den eingesetzten (Hilfeleistungs-) Lösch- oder Sonderfahrzeugen.
Gehobener Dienst
Für das mittlere Unternehmensführung|Management ist der gehobene Dienst verantwortlich, er stellt Wachleiter, Sachbearbeiter und Fach- und allgemeine Einsatzleiter (Feuerwehr). Entweder man steigt vom mittleren Dienst über ein Auswahlverfahren auf oder mit einem Fachhochschulstudium, welches für den feuerwehrtechnischen Dienst förderlich ist, direkt ein.
Die Ausbildung erfolgt an Landesfeuerwehrschulen und im Rahmen von Ausbildungsabschnitten bei Berufsfeuerwehren und Aufsichtsbehörden.
Höherer Dienst
Für die Laufbahn im höheren Dienst, also im oberen Management als Abteilungsleiter oder Leiter einer Feuerwehr, qualifiziert ein absolviertes für den feuerwehrtechnischen Dienst förderliches Studium an einer Universität oder der Aufstieg aus dem gehobenen Dienst (Auswahlverfahren).
Quelle: Rainer Schwarz, KHK i. R.