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OldBo
14.05.2018
Das gesamte Trinkwassersystem sollte bei der thermischen Desinfektion auf mind. 70°C aufgeheizt werden. Dabei ist jede Entnahmearmatur bei geöffnetem Auslass für mind. 3 Minuten mit 70 °C aufzuheizen und die Auslauftemperatur an jeder Entnahmestelle kontrolliert werden.
Trinkwassererwärmungsanlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern (Kleinanalagen) sollen nach dem neuen DVGW-Arbeitsblatt W 551 Kapitel 6.2 - Kleinanlagen - Seite 9: „… Für Kleinanlagen wird die Einstellung der Reglertemperatur am Trinkwassererwärmer auf 60 °C empfohlen. Betriebstemperaturen unter 50 °C sollten aber in jedem Fall vermieden werden. …“

Trinkwassererwärmungsanlagen in Mehrfamilienhäusern (Großanlagen >2 Wohneinheiten) und gewerblichen Gebäuden (Großanlagen - ab 400 Liter Speicherinhalt oder über 3 Liter Rohrinhalt) müssen nach dem neuen DVGW-Arbeitsblatt W 551 immer mit einer Wassertemperatur von mindestens 60 °C im Verteilnetz betrieben werden, das bedeutet z. B. Warmwassertemperatur 60 °C und Zirkulationstemperatur 55 °C (auf keinen Fall Temperaturdifferenzen >5 K > erreichbar durch einen thermischen und hydraulischen Abgleich).

Die sog. Legionellenschaltung kann nur bei der richtigen Durchführung einen Erfolg aufweisen und zeigt bei bereits kontermenierten Anlagen keine Wirkung. Außerdem werden Stichleitungen und Anschlüsse, die nicht durchströmt sind und somit auch nicht erwärmt werden, nicht desinfiziert. Die Erwärmung kann eine vorbeugende Maßnahme sein, aber kein sicherer Schutz vor Legionellen und anderen Bakterien und Viren.

Man unterscheidet zwischen einer vorgeugenen thermischen Desinfektion (Legionellenschaltung) in Trinkwasserinstallationen, die mit Temperaturen unter 55 °C, so z. B. Trinkwasser-Wärmepumpen,  betrieben werden und der thermischen Desinfektion auf Grund einer Wasseranalyse nach einer längeren Stagnation des Systemes kontermenisiert sind.

Bei Temperaturen über 70 °C werden Mikroorganismen in kurzer Zeit abgetötet.
Ein auf Rohroberflächen aufgewachsener Biofilm kann durch eine thermische Desinfektion jedoch nicht abgebaut und entfernt werden. Der thermisch abgetötete Biofilm dient Mikroorganismen bei Wiederverkeimung als geeigneter Nährboden. In den meisten Fällen wird die Ausgangskonzentration Innerhalb kurzer Zeit wieder erreicht.

Die thermische Desinfektion ist eine Möglichkeit, Legionellen in Hausleitungen abzutöten. Dazu muss der Warmwasserbereiter so betrieben werden, dass noch 70 °C heißes Wasser in den Leitungen fließt. Dabei an den Verbrühungsschutz denken, ggf. betriebsarme Zeiten nutzen. Für eine wirksame Durchführung sind die Warmwasserentnahmestellen für mindestens. 3 Minuten zu öffnen. Somit werden Leitung und Armatur gleichzeitig gespült, thermisch desinfiziert und Legionellen abgetötet.

  • Bei starkem Legionellenbefall ist dies täglich durchzuführen!
  • Zur Vorbeugung können diese Maßnahmen wöchentlich, monatlich oder nur vierteljährlich erforderlich sein
  • Die Temperaturen an den Auslaufstellen sollten hierbei gemessen und dokumentiert werden!

Bei der thermische Desinfektion ist folgendes zu beachten!
  • Hochheizen der Warmwasserbereiter (über 70°C)
  • Wasserentnahmestellen müssen geöffnet werden (Spülung)
  • Bei Wassererwärmern (Speicher) mit begrenzter Füllmenge müssen Leitungen und Entnahmestellen ggf. nacheinander thermisch desinfiziert werden
  • Das Wasser muss mit einer Temperatur von min 70°C ausfließen. (Desinfektion der Leitungen und Armaturen, auf Verbrühungsschutz achten)
  • Ablaufen lassen über einen Zeitraum von mindestens 3 Minuten
  • Durchführung von Temperaturmessungen (Auslauftemperaturen)
  • Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen

Die thermische Desinfektion des Leitungssystems ist in Verbindung mit der regelmäßigen Reinigung von Perlatoren, Duschköpfen und Strahlreglern eine wirkungsvolle Maßnahme zur Vermeidung von Legionellen.

Neue Erkenntnisse zeigen, dass die thermische Desinfektion nur der erster Schritt zur Desinfektionierung eines kontarmenierten Leitungssystems ist. Sollte bei der notwendigen Beprobung festgestellt werden, dass die Keime, Bakterien und Viren nicht vollständig beseitigt sind, dann sind weitere Maßnahmen (z. B. chemische Desinfektion) notwendig.

Aufgrund der oben beschriebenen Durchführung der thermischen Desinfektion sind m. M. nach die von den Herstellern vorgesehen Legionellenschaltungen ein reines Vorgaukeln von Sicherheit, weil nur ein sporadisches Aufheizen eines Teiles des Speichers nicht ausreichend und somit nicht fachgerecht sind.

Auch der Einsatz von thermostatischen Mischventilen (Verbrühschutz), die kaltes, nicht desinfiziertes Wasser beimischen, führen dazu, dass sich die Legionellen im Leitungssytem weiterhin vermehren können. Besser wäre der Einsatz von Auslaufarmaturen mit kalter Oberfläche, also Verbrühschutz an der Zapfstelle.
Achtung: Bei verzinkten Stahlleitungen muss mit Korrosionsschäden gerechnet werden. Hier sollte von einer thermischen Desinfektion abgesehen werden.
Wenn nach einer Wasseranalyse weiterhin eine Verkeimung festgestellt wird, so muss evtl. eine chemische Desinfektion durchgeführt werden.
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ThomasShmitt schrieb: Du bist auf dem richtigen Weg, hast es aber noch nicht ganz verstanden. Ich nehme mal an, dass Nachts keiner in der Halle...
Do Mestos schrieb: nee, bitte nicht. Was helfen könnte, die Pumpe mal auf 5=100%, alle Heizkörper zu und dann mal mit zärtlicher Gewalt ein...
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