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Autoren
OldBo
07.02.2025
Alle Trinkwasserleitungen sind unabhängig von der Art des verwendeten Werkstoffes nach ihrer Fertigstellung gründlich mit filtriertem Trinkwasser (Filter nach DIN EN 13443-1) zu spülen.
Spülmethoden
 Spülmethoden
Quelle: Rothenberger

Alle Trinkwasserleitungen sind unabhängig von der Art des verwendeten Werkstoffes nach ihrer Fertigstellung gründlich mit filtriertem Trinkwasser (Filter nach DIN EN 13443-1) zu spülen.

Es wird zwischen zwei Spülmethoden unterschieden:

Das Spülverfahren mit Wasser nach ZVSHK-Merkblatt kann immer angewendet werden, vor allen Dingen dann, wenn bereits Armaturen in den Trinkwasserleitungen vorhanden sind, wenn sie z. B. mit Luft abgedrückt wurden.

Das Spülverfahren mit Luft-Wasser-Gemisch nach DIN 1988-2 sollte immer dann angewendet werden, wenn beim Spülen mit Wasser keine ausreichende Spülwirkung zu erwarten ist. 

Durch das Spülen soll folgendes erreicht werden:

  • Reinigung der Rohrinnenoberflächen
  • Sicherung der Trinkwassergüte
  • Vermeidung von Korrosionsschäden
  • Vermeidung von Funktionsstörungen an Armaturen und Apparaten

Wenn eine trockene Dichtheitsprüfung (Druckprobe mit Luft oder inertem Gas) durchgeführt wurde, so müssen die Leitungen in trockenem Zustand stehen bleiben und sollen erst unmittelbar vor der Erstbefüllung/Inbetriebnahme gespült werden.

Wenn eine nasse Dichtheitsprüfung (Druckprobe mit filtriertem Trinkwasser) durchgeführt wird, so ist vor der Inbetriebnahme das in den Rohren verbliebene Wasser immer mit einer Wasserspülung auszuspülen, um einwandfreie hygienische Verhältnisse sicherzustellen.

Lange Stagnationszeiten sind, unabhängig vom verwendeten Werkstoff, aus hygienischen Gründen (Biofouling) immer zu vermeiden. Deswegen ist bei zu erwartenden, längeren Stillstandszeit stets eine trockene Dichtheitsprüfung und eine Erstbefüllung und Spülung erst unmittelbar vor Inbetriebnahme durchzuführen.

Viele Wasserversorger spülen ihre Versorgungsleitung in regelmäßigen Abständen, meistens zweimal jährlich (Frühjahr- und Herbstspülung).

Spülvorgang mit Spülkompressor
Spülkompressor
 Spülkompressor
Quelle: Rothenberger

Für die Spülung werden alle Entnahmestellen mit Absperrorganen und Schlauchanschlüssen ausgerüstet. Das Spülwasser muss schadensfrei abgeführt werden können. Die Schläuche so zu sichern, dass sie sich während des Spülvorgangs nicht unkontrolliert bewegen.Vor der Spülung sind empfindliche Geräte, so z. B. Dosiergeräte, Enthärtungsanlagen und Trinkwassererwärmer aus dem Spülvorgang auszuschließen. Die Spülwirkung würde bei einem Trinkwassererwärmer (Speicher) auf Grund seines Durchmessers nicht vorhanden sein. Er würde sogar als Schmutzfänger wirken.

Die Absperrorgane werden geschlossen. Danach wird die Wasserzufuhr über den Spülkompressor freigegeben, die Leitung gefüllt und über die Absperrorgane an jeder einzelnen Entnahmestelle entlüftet.

Bei der folgenden Spülung mit dem Druckluft-Trinkwasser-Gemisch werden die Leitungen stark belastet. Deswegen darf in den Leitungen keine Luft mehr vorhanden sein, damit es nicht zu Leitungsschlägen kommen kann.

Wenn die Leitungen gefüllt, entlüftet und alle Absperrorgane geschlossen sind, wird der Spülkompressor in Betrieb genommen. Der Druck der Druckluft soll mindestens dem Wasserdruck entsprechen. Besser ist es, wenn man den Druckluftdruck so einregelt, dass dieser etwa 1 bar über dem Wasser-Ruhedruck liegt. Das Spül­gerät beginnt mit der Durchführung des Spülintervalls. Empfohlen werden pro Meter mindestens 15 Sekunden.

Jetzt werden die Leitungen abschnittweise, Spülabschnitt für Spülabschnitt, gespült. Diese werden vorher festgelegt. Normalerweise ist  immer eine Steigleitung ein Spülabschnitt. Die Reihenfolge beginnt am Spülkompressor.

Nun werden  die Absperr­organe an den Entnahmestellen stockwerksweise von unten nach oben geöffnet. Dabei beginnt man an der Stockwerksleitung mit der, dem Strang entlegensten Entnahmestelle und dann Richtung Strang.

Die Dauer der Spülzeit für jede einzelne Entnahmestelle ist dabei von dem Fließweg abhängig. Die Mindestöffnungszeit jeder Entnahmestelle beträgt – unabhängig vom Leitungsweg – zwei Minuten. Danach werden die Absperrorgane in umgekehrter Reihenfolge des Öffnungsvorgangs wieder geschlossen.

Über den Spülvorgang ist ein Protokoll anzufertigen.

Dieses aufwendige Spülverfahren hat immer wieder gezeigt, dass Schwachstellen in den Leitungen entdeckt werden, die bei der  Dichtheitsprüfung nicht bemerkt wurden.
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