| | | | Zeit:
07.12.2016 11:56:57 |
Hallo, Situation dürfte es hier im Forum schon oft gegeben haben, meine Frage zielt aber nicht auf das Lüften ab. Ausgangslage: Mietwohnung, 70er Jahre Haus, Heizkörper befinden sich unter den Fensterflächen, die Wand ist an diesen Stellen um etwa 15-20cm schmaler. Zusätzlich kommt dazu, dass Heizungen und Fensterbretter mit "Metallstangen" aus dieser Wand kommend befestigt sind. Dort bildet sich sehr schnell Schimmel. Haus ist in einem normalen Zustand, Aussenfugen wurden alle in diesem Sommer neu gemacht, Thermostate und Ventile wurden ausgetauscht. Heizkosten sind pauschal und wir werden vom Vermieter regelmässig auf richtiges Stosslüften "trainiert". Wohne da schon lange. Problem: Solange ich alleine in der 3,5 Zimmer Wohnung (eher kleiner, geschätzt 75m2) wohne ist alles alles ok. Schimmel an den Kältebrücken trat nur auf, wenn schlecht gelüftet wurde. Ist man aber als Familie mit Kleinkind da (insb. zusätzl. Kochen, Baden etc), ist es der Horror. Feuchtigkeit sammelt sich an den Fenstern, zusätzliches Heizen führt schnell zu zu hohen Temperaturen(>22 Grad), gerade im Wohnzimmer ist der Heizkörper durch die grosse Fensterfläche riesig und kaum zu kontrollieren. Frage: Mein Verständnis ist, dass ich die Wände unter den Fenstern möglichst warm halten muss, um Schimmel an Kältebrücken zu vermeiden. 1. Gibt es eine bestimmte Mindesttemperatur für die Aussenwand? 2. Würde es helfen die normalen Thermostate durch elektrische Heizregler zu ersetzen und Intervallbasiert zu heizen um wärmere Wände bei gleichzeitig niedrigerer Raumtemperatur zu erreichen? 3. Wenn ich einen elektrischen Luftentfeuchter kaufe, wäre das eine Lösung und mit welchen Betriebskosten muss man da realistisch rechnen? Würde mich über Tipps freuen. Es wird bereits so oft wie möglich Stoss-gelüftet.
|
| | Zeit:
07.12.2016 12:29:24 |
Hallo Pavel, leider kriegst du jetzt die Antwort die du nicht woltest. Es bringt nichts, die Wohnung höher zu heizen ergo mehr Raumtemperatur oder dergleichen. Wie du in selbstversuchen bemerkt hast, ist alles Top in Ordnung wenn die allein bist. Hast du aber mehr Gesellschaft in der Wohnung gibts schwierigkeiten mit der Luftfeuchte. Du kannst zwar mit höherer Raumtemperatur kurzfristig en Feuchteanfall kompensieren, aber das funktioniert nur sehr kurz und führt zu verschwitzen t-shirts...was wiederum den Feuchteeintrag erhöht. Defakto besteht dein Problem darin, das durch die höhere Anzahl von Personen mehr Feuchtigkeit in die Wohnung abgegeben wird. Ebenso durch das Kochen. Diese feuchtigkeit muss raus. das geht am besten mit lüften... öfters wenn mehr los ist. Alternativ bei Kochen eine Dunstabzugshause die nach Außen abführt. kein Umluftgerät. Natürlich ginge ein elektrischer Lufttrockner, Raumtrockner. Aber ob das in einer Wohnung zielführend ist?. Ich denke nicht. Was die Tempertur der Außenwand angeht... gibt es bestimmt. aber das hängt vom Mauerwerk ab. Sichtaufbau ect. Ansonsten such mal ein hx Diagramm bei google. Das zeigt dir bei welcher Temparatur die Luft wieviel Feuchtigkeit hat und wieviel Grad die fallen kann bis sie kondensiert. Schon mal ein Feuchtemessgerät in der Wohnung aufgestellt?
|
| | Zeit:
07.12.2016 13:11:54 |
Nun, wenn Kondenswasser auf den Scheiben auftritt wird die Stosslüftung einfach nicht reichen. Dann hilft eigentlich nur a) ein Dichtungsstück an etlichen Fensterflügeln ausschneiden, um eine Mindest-Undichtigkeit herzustellen b) so man kann Fensterfalzlüfter nachrsten, die dasselbe noch mit kontrollierterer Luftmenge leisten c) Dezentrale Wohnraumlüfter, wie z.B. Bayernlüfter und Co nachrüsten. Alles in Abstimmung mit dem Vermieter. Alle 3 Varianten sind auch deutlich komfortabler als Stosslüften.
|
| | Zeit:
07.12.2016 13:45:43 |
Hallo,
zu meinem Verständnis: es schimmelt in den Heizkörpernischen?? An der wärmsten Stelle des Raumes?
MfG
|
| | Zeit:
07.12.2016 14:46:06 |
| |
| | Zeit:
07.12.2016 16:15:26 |
Vielen Dank für die Antworten und Vorschläge. @chieff bzgl. Feuchtemessgerät Nein, habe ich nicht. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass wohl beide Extreme erreicht werden. Also von ausgetrockneten Schleimhäuten und damit verbundenen Krankheitsgefühl, bis zu komplett nassen Fensterscheiben. Dunstabzugshaube ist nicht vorhanden, könnte aber im Rahmen einer (vom Vermieter getragenen) Renovierung inkl. neuer Küche eingebaut werden. Ist aber nicht in meinem Interesse, da wir nur noch wenige Jahre dort wohnen werden und ich die Renovierung gerne zwecks unproblematischer Übergabe und sorgenfreier Nutzung vermeiden würde. @Sockenralf bzgl. Schimmelstelle Die Wandstärke bei den Heizungen/unterhalb der Fenster ist halb so gross wie woanders. Zusätzlich transportieren Metallstangen die Kälte aus diesen dünnen Wänden in den Innenraum. In den Ecken zwischen dicker Wand und dünner Wand, sowie an den Metallstangen bildet sich der Schimmel. Bei den dicken Wänden ist alles ok, auch wenn dort keine direkte Heizung ist. @HFrik / Socko bzgl Entlüftung Ich glaube das wird kompliziert, es würde bestimmt helfen, aber ich glaube nicht, dass es auf Gegenliebe beim Vermieter stösst, da konsequent gegen Kippfenster angekämpft wurde und wohl auch Wärmebildmessungen gemacht wurden. Die Klemmlüftungen dürften wohl ziemlichen Wärmeverlust haben. Die Wohnung an sich ist im Vergleich zu anderen Wohnungen gleichen Baujahres/Ausstattungsstandards besser belüftet, weil viele Fenster an beiden gegenüberliegenden Hausseiten vorhanden sind. Einfach gesagt, die Wohnung ist sehr hell, das Gegenteil einer Schlauchwohnung. Die Ursache ist primär die Nutzung. Mal anders gefragt: Glaubt ihr, dass ein elektr. Luftentfeuchter mit 2kWh/Tag in der Heizperiode auskäme? Habe bei Amazon ein Gerät für max. 100m2 und <450 Watt gesehen, dass man dann 4-5 Stunden laufen liesse. Entspräche einer Entfeuchtung von 3l/Tag.
|
| | Zeit:
07.12.2016 16:42:13 |
Also, die Fensterfalzlüfter sind schon sehr weit vom Kippfenster entfernt, sie tauschen kontrolliert eine im Vergleich zum Kippfenster sehr kleine Luftmenge aus, die dann aber doch so gross ist dass sie die Feuchtigkeit herausbekommt. Hat bei meinem Teilsanierten Altbau geholfen die Zeit bis zur thermischen Sanierung zu überbrücken (in Form geplanter Undichtigkeit, nicht als Fensterfalzlüfter, aber eben gleiches Prizip -1% Luftaustausch eines gekoppten Fensters, 10% Luftaustausch von alten, undichten Fenstern, aber schon ausreichend für den Feuchtigkeitsabtransport. MAch mal zwei Fenster an gegenüberliegenden Aussenwänden nicht sauber zu, so dass der Flügel noch 1mm Spiel hat. Du wirst Dich wundern wie das nach einigen Tagen die Luftfeuchtigkeit in den Griff bekommt. Der Entfeuchter wird auch funktionieren. Aber mehr kosten (Anschaffung, Energie)
|
| | Zeit:
07.12.2016 16:59:16 |
Hallo,
SORRY, aber ich kann das immer noch nicht glauben. IN der HK-Nische ist doch die wärmste Stelle im Raum (Wandstärke hin oder her), da KANN ES nach m. M. nicht schimmeln.
Oder ist der HK nur für so 2h / Tag in Betrieb?
MfG
|
| | Zeit:
09.12.2016 22:37:09 |
Kleiner Zwischenbericht: Habe seit meiner Anfrage versucht, die höchstmöglichen Thermostateinstellungen zu finden, ohne dass es extrem heiss wird. (Meine generelle Wunschzimmertemperatur liegt bei 18-19 Grad) @Sockenralf Das Problem sind die Träger für Heizung und Fensterbank. Das sind keine Winkel, die an der Wand aufgeschraubt sind, sondern Metallprofile die aus der (dünnen) Wand kommen. Aktuelle Temperaturen in Esszimmer/Flur : Aussen 2 Grad Wohnung 21 Grad. Heizung 34 Wand oberhalb Heizung 19.5 Metallträger 16 Messwerte im Homeoffice (kleiner Raum, Temperatur wird auch ohne Heizung erreicht) normale Wand 21 Heizung 19 Wand oberhalb Heizung 17 Metallträger 15 alles Messwerte mit einfachem Infrarotthermometer, nicht zu exakt nehmen. Das ist also im Optimalfall eine Temperaturdifferenz von 5-6 Grad. Mit mehr Personen muss man aber eigentlich noch weniger heizen, die Differenz nimmt dann eher noch zu. Um es auszuschliessen: Glühbirnen, Kühlschrank, Elektronik und sonstige Wärmequellen sind in vernünftigem Masse reduziert, der gesamte Stromverbrauch in der Wohnung ist unterdurchschnittlich. Früher kam durch die Wohnungstür noch recht viel kühle Luft, aus Lärm/Komfortgründen habe ich die Türdichtung ausgewechselt, seitdem ist das recht dicht, das würde ich so beibehalten wollen.
|
| | Zeit:
09.12.2016 22:43:18 |
Nun, wenn die Feuchtigkeit nicht raus kann schlägt sie sich am kältesten Punkt nieder. Das kann man beheben indem man die Feuchtigkeit ontrolliert herauslest, oder mit höherem Energieaufwand mit Entfeuchter einsammelt.
|
| | Zeit:
09.12.2016 22:43:42 |
Ach so, zum Thema Fensterfalzlüfter. Habe angefangen, zum Test eine kleine Undichtigkeit zu ermöglichen, ist aber noch zu früh um Rückschlüsse zu ziehen.
|
| | Zeit:
26.12.2016 12:27:20 |
Nochmals Danke für alle Hinweise und um den Thread abzuschliessen: Wir haben das jetzt einigermassen in den Griff bekommen, wobei die niedrigeren Aussentemperaturen auch hilfreich sind: 1. Wohnung einige Tage alleine bewohnt und und versucht die festgesetzte Feuchtigkeit rauszubekommen 2. Thermostateinstellungen gefunden, welche stetiges Heizen ohne Überheizen ermöglichen (war schwer, da Heizkörper sehr grosszügig dimensioniert sind) 3. provisorischer " Fensterfalzlüfter" im Schlafzimmer 4. strikte Handhabung von Türen und Fenstern in Küche und Bad (Tür komplett schliessen, aufheizen, baden/kochen, Stosslüften, bei längerem köcheln Fenster auf Kipp) 5. Waschen der Babysachen von Hand und anschliessendes Trocknen auf das absolute Minimum reduzieren 6. noch strikteres Lüften Haben jetzt morgens keine Feuchtigkeit an den Fenstern. Wenn es im Frühling/Herbst noch zu Problemen kommen sollte, wenn die Aussenluft eine höhere Feuchtigkeit aufweist und die Wohnung zu warm wird, werde ich noch einen Luftentfeuchter oder Klimakompressor zu Hilfe nehmen. Die Betriebskosten dürften sich im Rahmen halten, wenn man die sonstige Disziplin beibehält.
|