Der korrosive Angriff vollzieht sich in einer Umgebung z. B. von Kohlenmonoxid und Wasserstoff (und Wasserdampf) und Temperaturen zwischen 450 und 900 °C vorhanden sind. In diesen reduzierenden, stark aufkohlenden Atmosphären kommt es selbst an hochlegierten Werkstoffen zu einer massiven Schädigung durch Pitting (Lochfraß) oder "Staubabtrag" aus Graphit und Metall- bzw. Metallkarbidpartikeln, die nach Ausbruch schnell verläuft und erhebliche Störungen an den Ölbrennern (Blaubrennern) verursachen.
Eine Hochtemperaturkorrosion entsteht in einer Umgebung, in der neben dem Sauerstoff und Wasserdampf auch Schwefel, Kohlenstoff, Stickstoff, Halogene (Cl, F, I, Br) und Temperaturen zwischen 450 und 900 °C vorhanden sind.
Sauerstoff kann in Verbindung mit Wasserdampf bei hohen Temperaturen zu einer Beschleunigung des Oxidationsvorgangs bei Verbrennungsvorgängen mit feuchten Brennstoffen (z. B. Holz, Hackschnitzel, Abfälle) führen.
Kohlenstoff führt zur Aufkohlung über die Bildung innerer Metallkarbide im Werkstoff, dadurch entsteht eine Verfestigung bzw. Versprödung des Bauteil (z. B. Flammrohr). Eine extreme Art der HTK ist das "Metal Dusting", das bei extrem hohen Kohlenstoffgehalten in der Umgebung von Verbrennungs- oder Vergasungsatmosphären erfolgt. Dabei kommt es zur Kohlenstoffabscheidung (Ruß, Koks) auf der Oberfläche des Materials. Am Ende zerfällt das metallische Bauteil zu "Staub" aus Graphit und Metall- bzw. Metallkarbidpartikeln.
Die Grünfäule (Green Rot) ist auch eine Art der Aufkohlung. Hierbei wechseln die aufkohlenden und oxidierenden Bedingungen. Durch die Abbindung von Chrom (Cr) wird die Bildung einer schützenden Chromoxid-Deckschicht (CrO) verhindert und dies führt zur starken Oxidation von Eisen-Anteilen (Fe).
Eine ähnliche Wirkung wie Kohlenstoff hat Stickstoff. Anstatt Metallkarbide bilden sich innere oder äußere Metallnitridphasen. Hier reicht schon der Stickstoff in Luft aus, um bei hohen Temperaturen eine Nitrierung der Werkstoffe hervorzurufen.
Bei hohen Temperaturen bilden Halogene (Cl, F, I, Br) gasförmige Metallhalogenide. Diese Korrosionsprodukte führen zum "Abdampfen" des Metalls, wodurch ein sehr schneller Metallabtrag erfolgt. Diese halogenbeeinflusste Korrosion kann bei der Verbrennung von chlorhaltigen Biomassen (z. B. Halmgüter [Stroh, Gras, Chinagras])oder bei der Müllverbrennung (z. B. PVC) auftreten.
In der Heizungspraxis wirkt sich diese Korrosionsart besonders bei der Verwendung von schwefelarmen Heizöl bei den sog. Blaubrennern aus. Der Schadensbereich befindert sich am Flammkopfaufsatz und Flammrohr.
Bei der Einführung schwefelarmer Heizöle sind an Low-Nox- und Rezirkulationsbrennern (Blaubrenner) Schäden an Flammenrohren aus Alloy 601 (Nickel-Chrom Legierung) nach Betriebszeiten von nur wenigen Stunden aufgetreten. In metallographischen Untersuchungen an den geschädigten Rohren wurde als Schadensmechanismus Metal Dusting (eine Art der Hochtemperaturkorrosion) identifiziert.
So schützt z. B. die MHG Heiztechnik GmbH (Raketenbrenner®) ihre Brenner durch spezialbeschichtete Mischsysteme und Keramik-Brennerrohre die Brenner serienmäßig mit dem neuen Mischsystem ausgerüstet. Alle bereits installierten Raketenbrenner® der RE 1 H-Serie können mit einem Umrüstsatz (Keramikbrennerrohr und spezialbeschichtetes Mischsystem) nachgerüstet werden.
Die konventionellen Stauscheibenbrenner (Gelbbrenner) ohne NOx-Minderung und/oder Flammkopfaufsatz sind nicht betroffen, da die notwendigen Werkstofftemperaturen für diesen Korrosionsvorgang nicht erreicht werden.