Archäologische Funde in Schottland belegen, dass es bereits vor 5000 Jahren Toiletten gab. Auch in Indien gab es schon im 3. Jahrtausend v.Chr. Klosetts zum Sitzen. Die Außenwände der Häuser waren mit Abflüssen ausgestattet, die direkt zu den Entwässerungsgräben auf die Straße führten. Die Form der Toiletten war dem menschlichen Hinterteil optimal angepasst.
Auch die Sumerer im heutigen Irak sollen ihre Toiletten bereits vor gut 4000 Jahren plastisch ausgeformt haben. In den Ruinen einiger Paläste fand man Toilettenräume mit Wasserspülung. Ebenso sauber ging es bei den alten Ägyptern und den Kretern zu.
Während in Mitteleuropa die Notdurft noch in Erdlöchern oder Donnerbalken verrichtet wurde, gab es schon 2800 v. Chr. in Mesopotamien die ersten Abortanlagen. Sie sind auch in kretisch-mykenischen Palästen vorhanden gewesen und hatten einen unmittelbaren Anschluß ans Meer, das die Fäkalien fortspülte. Auf Kreta waren die sanitären Einrichtungen und die Kanalisation auch 2000 v.Chr. sehr hoch entwickelt. Der große Palast von Minos in Knossos enthielt ein gut durchdachtes Kanalisationssystem. Das Regenwasser wurde vom Dach aus durch eingemauerte Rohre bis in unterirdische Abflußkanäle geleitet, das auch das Abwasser aus Badezimmern und Abortanlagen ableitete.
Diese fortschrittlichen Anlagen wurden durch Kriege und den damit verbundenen Untergang der Kulturen, zerstört.. Und nach dem Zerfall des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert nach Christus geriet die Klo-Kultur für viele Jahrhunderte in Vergessenheit.
Im Frühmittelalter benutzten die Menschen im mitteleuropäischen Bereich den Donnerbalken, der es ermöglichte, nicht mehr hocken oder stehen zu müssen, um die Notdurft zu verrichten.
Im 15. Jahrhundert aus dem Donnerbalken das Plumpsklo, das meist mit einem Häuschen versehen außerhalb und weit weg vom Haus, wegen der Geruchsbelästigung, seinen Platz hatte. Vorher war das stille Örtchen auch als Nische oder Erker (Retirade*) Teil des Wohnhauses.
* "Retirade, Rückzug, Zufluchtsort, ein Zimmer, wohin man sich begibt, wenn man allein seyn will. Bey Festungen ist Retirade dasjenige Retranchement, welches einen einwärts gebogenen Winkel hat, und zu dem Behufe angelegt wird, sich hinter demselben noch wehren zu können, wenn man dem Feinde einen vordern Posten hat überlassen müssen. Auch der Abtritt oder Nachtstuhl wird in der Sprache der gesellschaftlichen Höflichkeit zuweilen die Retirade genannt." quelle: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz
1596 konstruierte John Harrrington aus Stepney das sog. Hebersystem, eine genial einfache Art der WC-Spülung mit ventillosem Auslauf, die auf dem Unterdruckprinzip basiert. Auf dem Kontinent hingegen, wo das WC zwei Jahrhunderte später quasi noch einmal erfunden wurde, dominiert seit jeher die Spülung mit dem Auslaufventil.
1842 wurden die ersten zentralen Anlagen zur Abwasserableitung und -reinigung in Hamburg und 1856 in Paris gebaut. Aber die Toiletten waren immer noch Trockenklos.
Noch bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es auf dem Lande und in den Städten immer noch das "stille Örtchen" außerhalber der Gebäude oder auf halber Etage im Treppenhaus.
Ein Dusch-WC, das neben der Spültechnik auch den Genitalbereich mit Wasser reinigen und mit Warmluft trocknen kann, wird auch heute noch als Luxus angesehen. In Japan gibt es sogar WC's (Japanische Toilette), die in der Lage sind, neben dem Spülen, Reinigen und Trocknen auch die Hinterlassenschaften auf Krankheiten zu untersuchen.
Wissenswertes über das Klo - Elisabeth Rindke