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OldBo
01.08.2023
In den 50er bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hattte fast jeder Facharbeiter bzw. Geselle einen Helfer an seiner Seite. Dann wurde es üblich, dass Gesellenprüfungen verlangt wurden. Mit den Jahren wurden aus den Helfern selbständige Arbeiter in ihrem Gewerk und viele machten dann noch eine Gesellenprüfung bis hin zur Meisterprüfung.
Qualifizierung nach demQualifizierungschancengesetz
 Qualifizierung nach demQualifizierungschancengesetz
Quelle: Bosy

Helfertätigkeiten sind in allen Bereichen des Berufslebebens erforderlich. Ihre Tätigkeiten umfassen meist einfachere Aufgaben, mit denen sie die Fachkräfte unterstützen und ihnen zuarbeiten. Diese entlasten die qualifizierten Fachkräfte, denn diese sind oft mit Tätigkeiten beschäftigt, die nicht in ihren Arbeitsbereich gehören.

Beschäftigte in Helfertätigkeiten sind vor allem in diesen Bereichen tätig
• Industrie
• Handwerk
• Groß- und Einzelhandel
• Logistik/Paketdienste
• Land- und Forstwirtschaft
• Gastronomie und Hotel
• Sozialwesen
• Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln
• Reinigung
Entsorgung
• Arbeitnehmerüberlassung

Für viele Beschäftigte, die einfache und gering qualifizierte Tätigkeiten ausüben, sind die Möglichkeiten der betrieblichen Weiterbildung eher gering. Ein wichtiger Ansatzpunkt, um die Beschäftigungsfähigkeit und damit auch Aufstiegsmöglichkeiten zu verbessern, kann das Qualifizierungschancengesetz (Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung) und das Arbeit-von-morgen-Gesetz (Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung) die Arbeitgeber und Arbeittsnehmer motivieren, neue Fachkräfte zu schaffen.

In den 50er bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hattte fast jeder Facharbeiter bzw. Geselle einen Helfer an seiner Seite. Dann wurde es üblich, dass Gesellenprüfungen verlangt wurden. Mit den Jahren wurden aus den Helfern selbständige Arbeiter in ihrem Gewerk und viele machten dann noch eine Gesellenprüfung bis hin zur Meisterprüfung.

In der jüngeren Vergangenheit ist die Bedeutung der Helfertätigkeiten jedoch wieder deutlich gestiegen. Heutzutage wird wieder überlegt, ob man ungelernte Personen für bestimmte einfache Tätigkeiten anlernen bzw.ausbilden soll, um die Fachkräfte zu entlasten, damit man den Arbeitskräftemangel in den Griff bekommt.

Da "Helfer" auf dem Bau kein anerkannter Ausbildungsberuf ist, gibt es auch keine Ausbildung. Sie haben in der Regel keine Berufsschule und keinen Ausbildungsplatz besucht. Ihre Einweisung in ihre Aufgaben erfolgt durch Vorarbeiter oder erfahrene Kollegen direkt am Arbeitsplatz. Sie benötigen keine besonderen Kenntnisse oder Qualifikationen. Handwerkliche Fähigkeiten und eine körperliche Fitness sollten aber schon vorhanden sein. Ein PKW-Führerschein oder noch besser LKW-Führerschein wären ein hervorragender Einstieg.

Industrie- und Handwerksbetriebe suchen inzwischen in allen Gewerken wieder Bauhelfer für einfache und zuarbeitende Tätigkeiten. Die Jobchancen als Bauhelfer sehen heute und zukünftig sehr gut aus, da immer mehr Baustellen dringend nach Bauhelfern suchen. Sie können erst einmal ohne Deutschkenntnisse und ohne Ausbildung einen Job finden und werden sowohl als Minijob als auch in Vollzeit oder Teilzeit beschäftigt.

Bauhelfer ohne Ausbildung haben viele Möglichkeiten zur Weiterbildung. Quereinsteiger, die als Helfer auf der Baustelle arbeiten wollen und keine Ausbildung oder gute Deutschkenntnisse nachweisen können, bietet dieser Job im Bau- und Baunebengewerbe eine gute Gelegenheit den Einstieg in die Arbeitswelt zu schaffen. Mit etwas Berufserfahrung hat man als Bauhelfer ohne Ausbildung die Möglichkeit eine Ausbildung als Fachkraft im Tiefbau, Hochbau, Landschaftsbau oder einem anderen Gewerk auf dem Bau zu beginnen.

Ein anderer Weg, etwas gegen den Arbeitskräftemangel zu unternehmen, ist, Bauhelfer, die keine reguläre Ausbildung haben, eine zweijährige Ausbildung anzubieten. Besonders für schwächere Schüler oder Geflüchtete mit weniger Sprachkenntnissen kann das ein guter Einsteig sein. Je nach Vorkenntnissen oder Lernrückständen kann die Ausbildung noch um ein oder zwei Jahre verlängert werden. Nach einer bestandener zweijähriger Ausbildung (z. B. Solar- und Wärmepumprntechnik) kann die Ausbildung verlängert werden, um mit der dreijährigen Ausbildung als Fachkraft arbeiten zu können.

In diesem Zusammernhang sollte man einmal hinterfragen, warum es bei einer Arbeitslosenzahl von über 2,5 Millionen immer noch einen Arbeitskräftemangel gibt.

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