Die Inliner-Zirkulation ist eine Möglichkeit, das Zirkulationssystem auszuführen. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens ist der geringere Platzbedarf, da die Zirkulationsleitung sich im Inneren der Warmwasserleitung befindet. Hierdurch reduziert sich der Aufwand an Dämmung und Befestigungen. Der Energieaufwand gegenüber den herkömmlichen Zirkulationssystemen verringert sich um ca. 30 %.
Die Inliner-Zirkulation ist in der DIN 1988-200 ausdrücklich als ein mögliches Zirkulationssystem beschrieben. Es werden in der DIN 1988-200 die gleichen Temperaturanforderungen wie an andere Installationssysteme gestellt. Für die Bemessung der Inliner-Zirkulation ist es notwendig, das beschriebene thermodynamische Berechnungsverfahren zu modifizieren.
Es ist eine Anpassung an zwei Stellen des bekannten Bemessungsverfahrens notwendig. Im Bereich der Warmwasserleitung liegt nur noch ein Ringspalt anstelle eines kreisrunden Rohres vor. Daher muss die Druckverlustermittlung im Bereich der Warmwasserleitung für einen Ringspalt ermittelt werden.
Dadurch, dass die Zirkulationsleitung im Inneren der Warmwasserleitung angesiedelt ist, findet innerhalb des Inliners kein Wärmeverlust der Zirkulationsleitung statt. Die Temperatur des Wassers in der Zirkulationsleitung ist niedriger als die Temperatur in der umschließenden Warmwasserleitung. Im Bereich der Warmwasserleitung muss der Wärmeverlust von der Warmwasserleitung zur Umgebung und zur Zirkulationsleitung berücksichtigt werden. Ansonsten gelten die bekannten Grundsätze des Bemessungsverfahrens.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Installationen wird hierbei nur ein Steigestrang für die Versorgung der Etagenverteilung benötigt. Die Zirkulation fließt über eine Umlenkung in einem im Steigestrang liegenden PB-Rohr zum Warmwasserbereiter oder Speicher zurück. Dieses Zirkulationsprinzip reduziert in vergleichbarer Weise die wärmeabgebende Oberfläche im Bereich der Steigeschächte. Darüber hinaus kann dieses System mit einer im Keller verlegten Hauptverteilung kombiniert werden. Im Gegensatz zu den Beschreibungen in den einschlägigen Regelwerken (die sich auf das "Zwei-Rohr-System" aus Steigestrang und Zirkulation beziehen) liegt das niedrigste Temperaturniveau in einer Inliner-Installation nämlich am oberen Umlenkpunkt, also am Ende eines Steigestrangs.
Anders als bei der konventionellen Zirkulation fällt die Temperatur bei der Inliner-Zirkulation im Steigleitungsbereich in Fließrichtung außerdem nicht kontinuierlich ab.
In das Geberit-Inliner-Zirkulationssystem kann auch der Kemper-Inliner-Strömungsteiler, der mit dem Venturi-Effekt arbeitet, eingesetzt werden. Dieser gewährleistet die Temperaturpräsenz in der Stockwerkszirkulation bis an die Entnahmestelle.
Bei dem Kemper-Inliner-Strömungsteiler, der mit dem Venturi-Effekt arbeitet, arbeitem Kemper und Geberit zusammen und gewährleisten für das Inlinersystem die Temperaturpräsenz in der Stockwerkszirkulation bis an die Entnahmestelle.
Dazu sitzt der Strömungsverteiler in der vertikal oder horizontal installierten Hauptstrang und teilt die Trinkwasserströme auf. Dabei werden ca. 95 % durch die Ringleitung und damit durch die Etagen- bzw. Wohnungsanlage geführt, etwa 5 % fließen durch den Strömungsverteiler. Damit ist die Inlinerzirkulation somit nicht nur im Steigstrang effektiv, sondern bis an die Entnahmestelle in den jeweiligen Entnahmestellen.
Der Inliner-Strömungsteiler mit den dazugehörigen Vollstrom-Absperreinrichtungen (VAV) sowie der Dämmschale ist eine Liefereinheit, die als Unterputz- oder Aufputzlösung erhältlich ist.
Bei der Kombination von Strömungsteiler mit innen liegender Zirkulation wird die Zwangsdurchströmung in der Etage über die Stockwerksringleitung sichergestellt. Der geringe Zirkulationsvolumenstrom reicht aus, um die erforderliche Druckdifferenz am Strömungsteiler zu erzeugen. Somit ist die Temperaturpräsenz ständig gegeben, auch wenn keine Entnahme von Warmwasser im Stockwerk erfolgt.
Die
Vorteile der innenliegenden Zirkulation sind insbesondere:
• Geringer Platzbedarf im Schacht, kleinere Schachtabmessungen
• Geringere Erwärmung der
Kaltwasserleitung im Schacht
• Geringere Erstellungskosten durch Wegfall von
Dämmung, Befestigung und
Brandschutz für die Zirkulationsleitung
• Reduzierter
Energiebedarf für die Zirkulation (Senkung der
Wärmeverluste, Reduzierung der Volumenströme, Reduzierung des
Energieaufwands der
Pumpe)
• Geringere Auskühlung des
Trinkwassererwärmers