Immer noch sehen viele Internetauftritte von Handwerksbetrieben wie Visitenkarten oder Werbeträger von Herstellerfirmen aus. Eigentlich ist es doch ganz einfach, eine für den Kunden brauchbare Seite zu erstellen. Jeder Handwerker ist auch Kunde. Also weiß er auch, was er wissen will, wenn er etwas "kaufen" möchte. Und genau das muss auf einer Internetpräsenz (Handwerker-Website) zu sehen sein.
Eine einfache Homepage kann in Eigenleistung erstellt werden. Soll diese umfangreicher werden, dann sollte unbedingt professionelle Hilfe hinzugezogen werden. Das gilt auch für das Einhalten der rechtlichen Vorgaben.
Eine Studie der Agentur "Team handwerk-digital" von Sandra und Jörg Mosler ergab, dass viele Internetauftritte von Handwerkern potenzielle Kunden eher abschrecken, als dass sie Vertrauen schaffen. Es wurde das Vorgehen eines potenziellen Kunden simuliert, der abends auf dem Smartphone oder Tablet nach einem Handwerker sucht. Bei ihrem sogenannten "Sofa-Test" bewerteten sie die 500 Seiten aus 5 Gewerken (Dachdecker, Installateure [SHK], Elektriker, Schreiner und Maler, ) anhand von vier Kriterien:
Informationen: Sind die Infos verständlich und werden die wichtigsten Fragen zur Dienstleistung beantwortet?
Preis: Gibt es Informationen zum Preisgefüge – ob über einen Konfigurator, eine erste Schätzung oder eine Tabelle zu Dienstleistungen?
Vertrauen: Gibt es Bilder vom Team und Kundenstimmen, die Vertrauen schaffen?
Kontakt: Gibt es eine schnelle Kontaktmöglichkeit, idealerweise eine Option einen Telefontermin per Online-Kalender zu buchen?
Das Ergebnis der Analyse fiel ernüchternd aus. Während nur drei Webseiten knapp an der Höchstwertung vorbeischrammten, fielen 69 der 500 Seiten mit null Punkten durch.
Nicht jeder Handwerker benötigt unbedingt eine eigene Website. Viele Kleinunternehmer müssen für sich keine Werbung machen, um genügend Arbeit zu bekommen. Besonders auf dem Lande reicht die Mund-zu-Mund-Propaganda - der Name steht für Qualität.
Es gibt aber gute Alternativen zur Website, die mit weitaus weniger Aufwand verbunden sind. Das kann ein Firmeneintrag in Google Maps (My Business) oder auch in andere kostenlose Branchenbücher (Das Örtliche, Gelbe Seiten, Das Telefonbuch, YellowMap, 11880.com) sein.
Ein offizieller Firmeneintrag bei Google Maps bzw. My Business ist der einfachste Weg, um potenziellen Kunden einige Informationen zum eigenen Betrieb an die Hand zu geben. Es können Bilder, Öffnungszeiten, Kontaktdaten und vieles mehr ganz kostenlos zu einem Firmeneintrag hinzugefügt werden. Wichtig ist jedoch, dass man einen verifizierten Eintrag mit eigenem Login nutzt. Google legt auch aus eigener Initiative neue Einträge an, aber diese sind manchmal fehlerhaft oder sehr unvollständig.
Einen verifizierten Eintrag bei Google Maps sollte man übrigens auch nutzen, wenn man als Handwerker parallel eine eigene Website besitzt. Besonders bei der Anfahrt ist Google Maps nämlich die erste Wahl für viele Kunden.