Estriche, die in ihrer vollen Dicke aus einer zusammenhängenden Schicht bestehen, sind durch ihren
Temperaturunterschied auf der Unter- und Oberseite stark beansprucht. Besonders bei Aufheizvorgängen stellt sich rasch in der unteren beheizten Zone ein
Temperaturanstieg ein, während die Oberseite besonders bei keramischen Belägen noch kühl ist. Die auftretenden Spannungen sind um so größer, je höher die
Wärmebelastung und somit auch die
Temperaturdifferenz zwischen Ober- und Unterseite des
Estrichs ist. Durch den Einbau eines zweischichtigen
Estrichs auf Trennlage, Abb. 19.22, lassen sich die Spannungen im
Estrich verringern.
Die beiden übereinanderliegenden
Estrichschichten müssen sich allerdings einwandfrei und ohne Behinderung gegeneinander bewegen können. Dazu ist eine Trennschicht erforderlich. Sie liegt zwischen den beiden
Estrichflächen und wird überwiegend aus zwei Schichten einer lose verlegten Kunststofffolie hergestellt (Gleitschicht). Durch diesen Aufbau kann sich bei einem plötzlichen
Temperaturanstieg der unteren
Estrichschicht diese Fläche unabhängig von der oberen ausdehnen. Dadurch werden
Wärmespannungen reduziert, die ohne Trennschicht vorhanden wären. Die Herstellung eines solchen Aufbaus erfordert etwas Sorgfalt und eine Wartezeit. Zunächst muss die untere
Estrichschicht eingebaut und grob geglättet werden. Erhebungen in Form von „Brocken“ und
Estrich resten dürfen nicht vorhanden sein, da sie den Bewegungsvorgang später behindern. Die zweite
Estrichschicht darf erst aufgebracht werden, wenn die erste Schicht ausreichend trocken ist. Andernfalls kann die in der unteren
Estrichschicht noch vorhandene Feuchtigkeit durch die Trennlage aus Kunststoff nicht mehr entweichen. Die untere
Estrichschicht überdeckt im Allgemeinen die eingebauten Heizrohre nur geringfügig, sie besitzt außerdem keine oder nur eine geringe Tragfähigkeit. Sie darf deshalb nicht lastverteilend berücksichtigt werden. Oberhalb der Trennschicht ist, bezogen auf eine Biege zug fes tig keitsklasse F4 nach
DIN EN 13813 für
Zementestriche CT stets eine
Estrichdicke von mindestens 45 mm und für Calcium-Sulfat-
Estriche eine Dicke von 40 mm vorzusehen. Ein zweischichtiger
Estrichaufbau mit Trennlage ist um so mehr zu empfehlen, je mehr die nachfolgend genannten Einflüsse gleichzeitig zusammentreffen: