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Rohrverbindungen / Kupplungen - Kunststoffrohre

Autoren
OldBo
02.03.2010

Radtke 29.07.2009
Soll an ein vorhandenes Heizrohr ein weiteres angekoppelt werden, so spricht man von einer Rohrverbindung. Dies kann je nach Rohrwerkstoff sowohl schweißtechnisch als auch mit einer Kupplung geschehen.
Schweißverbindungen
Abb. 2. Schnitt durch eine Schweißverbindung vor der Verschweißung. <br />(Foto: Verfasser)
 Abb. 2. Schnitt durch eine Schweißverbindung vor der Verschweißung.
(Foto: Verfasser)

Soll an ein vorhandenes Heizrohr ein weiteres angekoppelt werden, so spricht man von einer Rohrverbindung. Dies kann je nach Rohrwerkstoff sowohl schweißtechnisch als auch mit einer Kupplung geschehen. Bei den Werkstoffen PP, PB und PE-RT ist mit einem Spezialwerkzeug eine Verschweißung des Werkstoffes in Verbindung mit einer Kunststoffmuffe möglich.

Die Rohrenden müssen zuvor gereinigt und mit einem Spezialwerkzeug mit einer Fase versehen werden. Das Schweißgerät ist mit einer beheizten teflonbeschichteten Schweißmuffe bzw. einem Schweißdorn entsprechenden Durchmessers ausgerüstet. Nach Erreichen der Schweißtemperatur am Gerät wird sowohl das Rohrende als auch das Muffenende auf das Schweißgerät aufgesteckt, der Werkstoff entsprechend einer genau vorgegebenen Zeit aufgeschmolzen, Schweiß muffe und Rohr sofort zusammengepresst. Dabei verbinden sich die Materialien beider Teile, so dass eine einwandfreie, dichte Verbindung hergestellt ist. Besonders ist darauf zu achten, dass weder die Temperaturen noch die Aufwärmzeiten überschritten werden. Andernfalls kann bei der Verschweißung im Inneren des Rohrquerschnittes ein Wulst auftreten, der den freien Rohrquerschnitt unter Umständen erheblich verringert. Aufgrund der großen Stützwirkung der Kunststoffmuffe sind bei sachgemäßer Verschwei ßung größere Festigkeiten als im übrigen Rohrwerkstoff zu erzielen. 

Grundsätzlich muss die Anwendung eines solchen „Polyfusions-Schweißverfahrens“ sehr sorgfältig und unter günstigen Bedingungen erfolgen.

Kupplungen
Abb. 3. Rohrkupplung mit Klemmring und<br />Stützteil. (Foto: Verfasser)
 Abb. 3. Rohrkupplung mit Klemmring und
Stützteil. (Foto: Verfasser)

Da PE-X-Rohre nach dem vorgenannten Verfahren nicht verschweißt werden können, bleibt hier nur der Einsatz einer entsprechend geeigneten Kupplung eines Pressverbinders, oder einer Schiebehülsenverbindung.

In der Praxis haben sich ausnahmslos nur die Kupplungen bewährt, die mit Stützhülsen und außen aufgeschobenen Klemmringen ausgerüstet sind. In jedem Fall ist angeraten, die vom Systemanbieter angebotenen Kupplungen zu verwen den. Bei sachgemäßer Anwendung sind dem Verfasser bis heute keine undichten Kupplungen oder Anschlüsse be kannt geworden.

Da jeder Rohrwerkstoff an der Klemmstelle in mehr oder weniger großem Ausmaß „kriecht“, sollte die Kupplung nach ca. 2-3 Tagen nachgezogen werden. Kann dies aus zeitlichen Gründen nicht durchgeführt werden, so empfiehlt sich eine sorgfältige Anwärmung der Kupplung bei wassergefülltem Rohr oder eine anderweitige schonende Erwärmung des Kupplungsmaterials. Über die unmittelbare Verbindung zum Kunststoffrohr tritt in kurzer Zeit auch dort die erforderliche Verarbeitungstemperatur auf, die Überwurfmuttern können nachgezogen werden.

Rohre aus PP, PB und PE-RT „kriechen“ in größerem Ausmaß als Rohre aus PE-X. Sie erfordern deshalb eine größere Sorgfalt. Rohrverbindungen im Estrich sind nach DIN 18380, Ausgabe Dezember 2002 „VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Teil C: Allgemeine technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) Heizungsanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen“, zulässig.

Dort ist unter 3.2.7. „Rohrleitungen“ zu lesen: „Lösbare Verbindungen, deren Dichtheit nicht dauerhaft sichergestellt ist, müssen zugänglich sein.“ Eine Forderung, die sich eigentlich auch ohne Norm ergibt. Wer aber legt fest, wann eine Verbindung dauerhaft ist? Die Antwort dazu gibt DIN 4726, Ausgabe 2000-01 „Warmwasser-Fußbodenheizungen und Heizkörperanbindungen – Rohrleitungen aus Kunststoffen“.

Dort steht unter 2.6 „Rohrverbindungen“: „Für die jeweilige Rohrart dürfen nur solche Verbindungselemente eingesetzt werden, die im Betrieb dauerhaft dicht sind. Diese Anforderung gilt als erfüllt, wenn die Rohrverbindungen bei einer Belastung im Zeitstand-Innendruckversuch und bei einer Temperaturwechselbelastung dicht bleiben. Verbindungselemente sowie ihre Montage und Handhabung sind in den Produktunterlagen anzugeben.“ DIN 4726 sieht unter anderem vor, dass bei DIN Cert-Co in Berlin eine Registrierung erfolgt. Dazu sind amtliche Prüfberichte über die Zuverlässigkeit der Verschraubungen in Verbindung mit den zu registrierenden Heizrohren erforderlich. Somit wird durch die Erteilung der Registernummer auch die absolute Dichtheit der Verschraubungen gewährleistet.

Schiebehülsenverbindung
Abb. 6. Schiebehülsenverbindung.
 Abb. 6. Schiebehülsenverbindung.

In den letzten Jahren hat sich eine neue Rohrverbindungstechnik mit Schiebehülsen durchgesetzt. Die Rohrleitungsenden werden aufgeweitet und auf eine „Doppelstützhülse“ aus Metall aufgesteckt. Mit einem hydraulischen oder mechanischen Werkzeug werden dann „Schiebehülsen“ über den Verbindungsbereich gedrückt.

Die in die Rohrenden eingesteckten Stützhülsen haben meistens einen oder zwei O-Ringe, die eine zusätzliche Abdichtung bewirken. Die Schiebehülsenverbindung ist unlösbar. Liegt in Verbindung mit dem Rohr eine Zulassung gemäß DIN 4726 vor, so kann die Schiebehülsenverbindung im Estrich eingebaut werden.

Systeme mit Rohrträgermatten erfordern einen geeigneten Bolzenschneider und ein Drillgerät für die Rödeldrähte zur Verbindung der Matten untereinander.

Um Platz zu sparen, liegen die Rohranschlüsse der Verteiler so dicht nebeneinander, dass übliche Werkzeuge wie Zangen und Maulschlüssel nur eingeschränkt zu verwenden sind. Oft können die Überwurfmuttern nicht weit genug angezogen werden. Darüber hinaus kann ein weiter zurückliegender Anschluss nachträglich überhaupt nicht mehr eingezogen werden, weil mit den vorgenannten Werkzeugen kein Eingriff mehr zu erzielen ist. Deshalb wird der Einsatz eines Gabel-Ringschlüssels empfohlen. Er bietet selbst für kleinste Umdrehungswinkel eine Eingriffmöglichkeit und kann außerdem mit der gabelförmigen Öffnung über das Heizrohr hinweg aufgesteckt werden.



Pressverbinder
Abb. 8. Rohrendenbearbeitung.
 Abb. 8. Rohrendenbearbeitung.

Die Verbindungstechnik hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Das Marktvolumen, besonders in der Sanitärinstallation, hat gewaltig zugenommen. Auch die Lohn- und Lohnnebenkosten sind drastisch gestiegen. Hier bietet sich jetzt die Verarbeitung von Pressverbindern an. Vom Grundsatz her ist es die gleiche Technik wie bei der  Schiebehülsenverbindung, lediglich die Schiebehülsen sind im Durchmesser größer, so dass sie ohne Hilfswerkzeug von Hand übergeschoben werden können, und in der Regel aus dünnwandigem Edelstahl bestehen.

Die Rohrenden werden vor der Montage nicht aufgeweitet sondern mit einem pezialwerkzeug kalibriert und angefast, damit beim Aufschieben des Rohrendes auf den Fitting die O-Ringe nicht beschädigt werden. 

Mit einem mechanisch oder hydraulisch betätigten Werkzeug, der Zange, wird die Hülse radial verformt. Sie legt sich fest um das Rohr und presst es gegen die Verzahnung und O-Ringe der Stützhülse.

Quellen
Das ABC der Flächenheizung und Flächenkühlung Winnenden: Heizungs-Journal Verlags-GmbH, ISBN 3-924788-16-2
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Remmi Demmi schrieb: ... die neuen sind eben voreinstellbar und wohl zwingend erforderlich...
Subusi schrieb: Suche korrekte Modbus-Registertabelle für Deye SUN-10K-SG05LP3-EU-SM2 Hallo...
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