Um die
Kälteeigenschaften von
viskose Flüssigkeiten (
Heizöl,
Pflanzenöle,
Glykole und
Schmierstoffe) festzustellen, werden die Flüssigkeiten oder Stoffe im
Labor durch in
DIN-Normen festgeschriebene
Testverfahren unter definierten Bedingungen abgekühlt. Dabei werden die folgenden
Temperaturkennwerte ermittel, die sich mit
abnehmender Temperatur nacheinander einstellen:
1. Cloud Point (CP) - (Trübungspunkt)
2. Cold Filter Plugging Point (CFPP) - (Filtrierbarkeitsgrenze)
3. Pour Point (PP - Pourpoint)
4. Stockpunkt (SP - Solidification Point)
Der
Cloud Point (CP -
Trübungspunkt) ist der
Temperaturkennwert für die
Temperatur, bei der ein
klares, flüssiges Öl unter festgelegten Prüfbedingungen durch die Ausscheidung von
Paraffinkristallen trüb oder wolkig wird. Dabei darf er z. B. bei
Heizöl EL nach
DIN 51603-1 maximal bei 3 °C liegen. In der
Praxis ist dieser Wert nur im
Zusammenhang mit dem
Cold Filter Plugging Point zu betrachten, denn die
Eintrübung des Heizöls hat zunächst keine Auswirkungen auf die Anwendbarkeit. Letztendlich ist aber die
Filtrierbarkeit des Öls für eine einwandfreie Funktion einer Ölanlage ausschlaggebend.
Der
Cold Filter Plugging Point (CFPP - Filtrierbarkeitsgrenze) ist die
Temperatur, bei der ein
Prüffilter unter festgelegten Bedingungen durch ausgefallene
Paraffine
verstopft. Die
Grenzwerte sind in Abhängigkeit vom
Cloud Point (CP - Trübungspunkt) festgelegt. Nach der
DIN EN 116 sind die
Grenzwerte:
- max. –12 °C bei einem CP von +3 °C
- max. –11 °C bei einem CP von +2 °C
- max. –10 °C bei einem CP von ≤ +1 °C
Das
Kälteverhalten z. B. eines Heizöls ist für den Transports, der Lagerung und Anwendung in einer Ölanlage wichtig. Deswegen wird meistens direkt in den
Raffinerien oder
Tanklägern spezielle
Fließverbesserer (
Filtrierbarkeitsverbesserer >
Additive) dem Öl
beigemischt. Dadurch kann das
Heizöl EL noch bei
Temperaturen deutlich unterhalb des
Cloud Points eingesetzt werden, wobei der
Cloud Point durch diese
Additive nicht verändert wird. Die
Ölanlagen müssen aber auch dann
frostfrei installiert sein.
Der Pour Point (PP) ist der Temperaturkennwert für die niedrigste Temperatur, bei der ein Öl gerade noch fließt, wenn es unter festgelegten Bedingungen abgekühlt wird. Dieser Laborwert beschreibt die untere Grenze für das Fließen eines Öles in einer Rohrleitung. In der Praxis ist dieser Wert weniger aussagefähig, da z. B. der Ölfilter vor dem Brenner bereits bei Temperaturen oberhalb des Pour Point verstopfen kann (Cold Filter Plugging Point). Da der Pour Point in der Praxis nicht relevant ist, gibt es auch keine speziellen Kennwerte.
So liegt z. B. der Pour Point von Heizöl EL bei < -12 °C, Rapsöl bei ca. -15 bis -18 °C und Sonnenblumenöl bei ca. +5 °C.
Der
Stockpunkt (SP - Solidification Point) ist die
Temperatur, bei der eine
viskose Flüssigkeit (Heizöl,
Pflanzenöl, Glykol)
erstarrt und
nicht mehr fließfähig ist. Man sagt auch, dass die
Flüssigkeit unter seinem
Eigengewicht aufhält zu fließen. Der Stockpunkt liegt um ca.
3 – 5 °C tiefer als der
Pour Point.
Da die
Paraffinausfällung ein
reversibler Prozess ist, lässt sich das
Paraffin auch
wieder in den
flüssigen Zustand zurückbringen. Dabei muss z. B. das
Heizöl und die
Berührungsflächen (Tank- und Rohrwandungen) eine gleichmäßige
Temperatur von mindestens
+20 °C (Schmelzpunkt von
Paraffin +10°C) erreichen.