Heizöl EL (
extra
leichtflüssig) und Kraftstoffe (Benzin- und
Diesel) werden aus verschiedenen
Erdölsorten aus verschiedenen Fördergebieten (Nordsee, Libyen, Venezuela, ehem. GUSStaaten, Afrika und arabische Halbinsel) in
Kraft- und
Brennstoff-Raffinerien (
Hydroskimming-Anlagen) hergestellt.
Aus dem
Erdöl wird in
drei Schritten Heizlöl EL hergestellt.
• Auftrennen des Rohöls in Fraktionen durch Destillation
• Umwandeln der Kohlenwasserstoffe in größere, kleinere oder anders strukturierte Moleküle (Konversion)
• Entfernen unerwünschter Bestandteile, z. B. Schwefel, durch Raffination
Das Heizöl EL ist, wie der Dieselkraftstoff, eine klare Flüssigkeit. Zur Kennzeichnung wird das Heizöl z. B. mit rotem Farbstoff eingefärbt. Dadurch ist jederzeit erkennbar, ob es sich um Diesel oder Heizöl handelt. Da Heizöl weniger steuerbelastet ist, wird es auch gerne in Dieselfahrzeugen verwendet. Aufgrund der Farbe lässt sich vom Zoll jederzeit die nicht zulässige Verwendung nachweisen.
In der DIN 51603-1 sind die Mindestanforderungen an die Qualität des Heizöl EL festgelegt. Die DIN-Norm wird aufgrund des technischen Fortschrittes der Ölgeräte (Ölbrenner, BHKW) immer wieder überarbeitet. So wurden im Jahre 2003 die Anforderungen und Eigenschaften für schwefelarmes Heizöl EL neu aufgenommen. Außerdem wurde eine ausreichende Schmierfähigkeit nach DIN ISO 12156-1 und der Einsatz von Additiven ohne Asche bildende Bestandteile festgeschrieben. Das bisher übliche Heizöl EL wird danach als Heizöl EL Standard bezeichnet. Die DIN 51603-1 wurde im September 2011 noch einmal überarbeitet, wodurch die Rohstoffbasis für die Herstellung von Heizöl EL ausgeweitet wurde.
Diese beiden Ölsorten sind extra leichtflüssige und aschefreie Brennstoffe und haben einen mittleren Masseanteil von 86,5 % Kohlenstoff und von 13,3 % Wasserstoff. Der Brennwert liegt bei min. 45,4 MJ/kg bzw. der Heizwert bei min. 42,6 MJ/kg = 36,2 MJ/l = 10,08 kWh/l.
Der Heizwert von Dieselkraftstoff liegt bei ca. 42,5 MJ/kg, der Brennwert bei 45,4 MJ/kg. Diese Werte hängen aber etwas von der Sorte ab. Die massenbezogenen Werte sind etwas niedriger als die von Benzin; wegen der deutlich höheren Dichte (maximal 845 kg/m3) ist trotzdem der Heiz- oder Brennwert pro Liter höher.
Heizöl EL Standard ist grundsätzlich für alle Ölgeräte zugelassen. Nur hinsichtlich des Kälteverhaltens wird es in der Raffinerie additiviert, der Schwefelgehalt liegt zwischen 50 mg/kg und maximal 1.000 mg/kg (0,1 % m/m).
Heizöl EL schwefelarm wurde zur Förderung der
Öl-Brennwerttechnik eingeführt. Inzwischen werden Öl-
Brennwertgeräte angeboten, die speziell für diesen
Brennstoff entwickelt wurden. Ein Heizöl EL muss als schwefelarm bezeichnet werden, wenn der
Schwefelgehalt 50 mg/kg nicht überschreitet. Das bedeutet eine Reduzierung des Schwefelgehaltes gegenüber dem maximal zulässigen Schwefelgehalt beim Standardheizöl um den Faktor 20 und führt zu einem Niveau der
SO2-Emissionen, das mit dem von
Erdgas vergleichbar ist. In der Regel wird
Heizöl EL schwefelarm mit speziell abgestimmten
Additivpaketen zur
Verbesserung der genannten Qualitätseigenschaften angeboten. Um die Betriebssicherheit insbesondere von Öl-Brennwertgeräten zu gewährleisten, die sich durch eine kompakte Bauweise und zur
Verbesserung des
Wärmeübergangs mit geringen Spaltmaßen in der
Abgasführung auszeichnen, sind aschebildende
Additive nicht zulässig.
Zudem wird in der Norm für schwefelarmes Heizöl eine ausreichende
Schmierfähigkeit für die Betriebssicherheit der
Ölpumpen gefordert. Um diese Anforderung einzuhalten, wird bei Bedarf der
Brennstoff mit so genannten
Lubricity-Additiven (Schmierfähigkeitsverbesserern) additiviert.
Zusätzliche Anforderungen der DIN 51603-1 an Heizöl EL schwefelarm
Additive
In der Regel wird Heizöl EL schwefelarm mit speziell abgestimmten Additivpaketen, wie auch beim speziell additivierten Heizöl EL Standard, zur Verbesserung der genannten Qualitätseigenschaften angeboten. Um die Betriebssicherheit insbesondere von Öl-Brennwertgeräten zu gewährleisten, die sich durch eine kompakte Bauweise und zur Verbesserung des Wärmeübergangs mit geringen Spaltmaßen in der Abgasführung auszeichnen, sind aschebildende Additive nicht zulässig. Zur Qualitätsverbesserung ist die Verwendung von Additiven zulässig. Geeignete Additive ohne bekannte schädliche Nebenwirkungen, insbesondere ohne aschebildende Bestandteile, können in geeigneter Konzentration zugegeben werden.
Schmierfähigkeit
Durch die deutliche Reduzierung des Schwefelgehaltes wird in der Norm für schwefelarmes Heizöl eine ausreichende Schmierfähigkeit für die Betriebssicherheit der Ölbrennerpumpen gefordert. Um diese Anforderung sicherzustellen, wird bei Bedarf der Brennstoff mit so genannten Lubricity-Additiven (Schmierfähigkeitsverbesserern) additiviert. Aufgrund der bisher vorliegenden Erfahrungen kann von einer ausreichenden Schmierfähigkeit aus gegangen werden, wenn für die Schmierfähigkeit nach DIN EN ISO 12156-1 ein Grenzwert von 460 Mikrometern nicht überschritten wird.
Anwendung in der Praxis
Heizöl EL schwefelarm ist zwar speziell für die Öl-Brennwerttechnik entwickelt worden, die Produktvorteile kommen aber auch in der Niedertemperatur- und Standardheiztechnik zur Geltung. Besondere Vorkehrungen für eine Umstellung auf den Betrieb mit schwefelarmem Heizöl in konventionellen Ölheizungen sind nicht nötig. Das schwefelarme Heizöl ist problemlos mit dem bisherigen Standardheizöl mischbar. Dennoch ist es empfehlenswert, den Vorrat an Standardheizöl möglichst weit aufzubrauchen. Ölanlagen, die ausschließlich mit schwefelarmem Heizöl betrieben werden müssen (bei Verzicht auf eine Kondensatneutralisation oder aufgrund von Herstellervorgaben), sind eindeutig zu kennzeichnen. Sie sollten einen grünen Füllrohrverschluss und einen Hinweisaufkleber am Ölgerät haben.
In bestimmten Anlagen darf nach Vorgabe der Hersteller oder nach Vorgabe lokaler Abwasserregelungen (z. B. Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 251) allein Heizöl EL schwefelarm eingesetzt werden.
Speziell additiviertes Heizöl EL Standard und Heizöl EL schwefelarm (Premium-Heizöl) wird von Mineralölhandelsunternehmen angeboten. Dem Heizöl wird durch die Zugabe von speziell abgestimmten Additivpaketen die anwendungsrelevanten Eigenschaften verbessert. Diese Additivpakete werden beim Betanken des Kundentanks durch eine automatische Dosiereinrichtung am Tankwagen dem Heizöl beigemischt. Hierdurch ist eine exakte Dosierung möglich, eine Überdosierung, die zu Anlagenstörungen führen könnte, wird vermieden. Der Kunde kann vor Ort zwischen Heizöl EL Standard und dem speziell additivierten Heizöl EL Standard wählen. Die Bestandteile des Additivpakets sind in der Regel Stabilitätsverbesserer (zur Verbesserung der thermischen sowie der Lagerstabilität), Metalldeaktivatoren und Geruchsüberdecker. Bei einigen Anbietern sind zusätzlich Verbrennungsverbesserer im speziell additivierten Heizöl EL Standard enthalten.
Bei der Einführung schwefelarmer Heizöle sind an Low-Nox- und Rezirkulationsbrennern (Blaubrenner) Schäden an Flammenrohren aus Alloy 601 (Nickel-Chrom Legierung) nach Betriebszeiten von nur wenigen Stunden aufgetreten. In metallographischen Untersuchungen an den geschädigten Rohren wurde als Schadensmechanismus Metal Dusting (eine Art der Hochtemperaturkorrosion) identifiziert.
So schützt z. B. die MHG Heiztechnik GmbH (Raketenbrenner®) ihre Brenner durch spezialbeschichtete Mischsysteme und Keramik-Brennerrohre die Brenner serienmäßig mit dem neuen Mischsystem ausgerüstet. Alle bereits installierten Raketenbrenner® der RE 1 H-Serie können mit einem Umrüstsatz (Keramikbrennerrohr und spezialbeschichtetes Mischsystem) nachgerüstet werden.
Die konventionellen Stauscheibenbrenner (Gelbbrenner) ohne NOx-Minderung und/oder Flammkopfaufsatz sind nicht betroffen, da die notwendigen Werkstofftemperaturen für diesen Korrosionsvorgang nicht erreicht werden.