Schöpfwerke werden nicht nur zur
Entwässerung von Sümpfe und Moorgebieten oder von Niederungen an Flüssen und in Marschen an der Nordsee bzw, zur Landgewinnung, sondern auch als
Pumpwerke zum
Hochwasserschutz durch die
Regulierung der
Wasserstände eingesetzt.
Pumpwerke werden neben
Rückhalte- und
Entwässerungsanlagen errichtet. In diesen Anlagen werden leistungsstarke
Abwassermotorpumpen (Trocken- oder Nassaufstellung) eingesetzt, die betriebssicher und wirtschaftlich sind und eine lange Lebensdauer und geringe Unterhaltungskosten haben. Dabei sind eine der wichtigsten Anforderungen an alle Anlagenkomponenten eine hohe Materialbeständigkeit, um auch im Winter einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten.
Ein Beispiel sind
vier Schöpfwerke mit insgesamt 17
Pumpen der Baureihe „Wilo-EMU FA“ im Leistungsbereich zwischen 100 und 800 l/s entlang der
Sächsischen Saale gelegene Gemeinde Oberkotzau und die Stadt Schwarzenbach.
Hierbei handelt es sich um besonders leistungsfähige
Abwassertauchmotorpumpen für die
Nass- und
Trockenaufstellung. Sie bieten eine maximale
Förderhöhe von rund 100 m oder einen
Förderstrom von bis zu 2.400 l/s. Weiterhin zeichnen sich die
Pumpen durch ein hohes Maß an Montage- und
Wartungsfreundlichkeit aus. Durch den Einsatz von Sonderwerkstoffen oder zusätzlichen
Beschichtungen können sie wirkungsvoll vor
Korrosion und Abrasion geschützt werden. Daraus ergibt sich eine hohe Verschleißfestigkeit, die zu einer langen Lebensdauer, geringen Stillstandzeiten und einem geringen
Wartungsaufwand führt, was sich wiederum positiv auf die Lebenszykluskosten auswirkt.
Zentrale Aufgabe der Pumpwerke ist es, die
Wasserstände der Flüsse Saale und Schwesnitz zu
regulieren und bei Überschwemmung das in den Ortskernen zusätzlich anfallende
Wasser kontrolliert in die Flüsse abzuleiten. Im Schöpfwerk Schwarzenbach müssen die
Pumpen im Hochwasserfall einen Abfluss von bis zu 4,1 m3/s bewältigen. Fünf mit
Froschklappen verschlossene
Auslässe werden bei Hochwasser geöffnet und geben das
Wasser wieder an die Saale ab. Bei Normalwasserführung läuft das ankommende Polderwasser in freier Vorflut durch das Schöpfwerk in das Gewässer.
Die Pumpwerke in Oberkotzau halten den
Wasserstand der im Ortskern in die Saale mündenden Schwesnitz unter 482,80 m üNN. Steigt der
Wasserstand in der Schwesnitz über 482,15 m üNN, schließt ein
Absperrschieber über eine
Niveausteuerung mit
Drucksonde automatisch den Auslauf zum
Vorfluter. Wenn bei geschlossenem Schieber
Wasser in den
Pumpensumpf läuft, schaltet die erste Pumpe ab einem
Wasserstand von 1,5 m über Bodenhöhe ein. Reicht die Pumpleistung nicht aus, um den
Wasserspiegel konstant zu halten, werden bei steigendem
Wasserstand je 50 cm Anstieg weitere
Pumpen zugeschaltet. Quelle: Wilo SE - Redakteur: Vincent Domscheit
Im Schöpfwerk Schwarzenbach (Bild) müssen die
Pumpen im Hochwasserfall einen Abfluss von bis zu 4,1 m
3 /s bewältigen. Fünf mit
Froschklappen verschlossene Auslässe werden bei Hochwasser geöffnet und geben das
Wasser wieder an die Saale ab.