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OldBo
15.01.2019
Der Erdkeller (Naturkeller, Freilandkeller, Eiskeller, Weinkeller) ist, seitdem es Kühlschränke bzw. Kühlhäuser gibt, ein fast ausgestorbenes Bauwerk (außer Weinkeller). Der Keller hat eine gleichmäßige Temperatur und Luftfeuchtigkeit und ist deswegen besonders zur Lagerung von Kartoffeln, Obst und Gemüse geeignet.
Erdkeller
 Erdkeller
Quelle: Regionales Umweltbildungszentrum
Hollen e.V.
Erdkeller zur Obstlagerung
 Erdkeller zur Obstlagerung
Quelle: Bosy
Der Erdkeller (Naturkeller, Freilandkeller, Eiskeller, Weinkeller) ist, seitdem es Kühlschränke bzw. Kühlhäuser gibt, ein fast ausgestorbenes Bauwerk (außer Weinkeller). Ein Erdkeller wird auch natürlicher Kühlschrank genannt.

Der Keller hat eine gleichmäßige Temperatur und Luftfeuchtigkeit und ist deswegen besonders zur Lagerung von Kartoffeln, Obst und Gemüse geeignet. Eine Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt (2 – 4 °C, Kartoffeln >4 °C) wird als besonders geeignet angesehen, weil sich dann der Abbauprozess des Lagerguts verlangsamt. Eine hohe Luftfeuchtigkeit (90 – 95 %) verhindert das Austrocknen der Produkte und erhöht die mögliche Lagerzeit. Je nach nach dem Lagergut sind auch 85 - 99 % Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 8 - 14 °C möglich. Dies muss bei der Planung berücksichtigt werden. Der Erdkeller eignet sich auch für die Überwinterung von nicht winterharten Knollen, Stauden und Rosen und ist ein ausgezeichneter Lagerplatz für Wein, Marmelade, Saft und Konserven.

Am besten kann ein Erdkeller in einem hügeligen oder geneigten Gelände angelegt werden. Dabei funktioniert er am besten in einem Nordhang. Aber auch auf einem ebenen Grundstück ist ein Erdkeller machbar. Hier muss eine Drainage, ein tiefergelegter Fußboden (0,5 - 1,0 m unter der Geländeoberfläche) und eine ausreichende Erdabdeckung vorgesehen werden.

Der richtigen Standort eines Erdkellers muss unbedingt vor der Planung festgelegt werden. Der Eingang sollte immer im Norden bzw. mit Einschränkungen im Osten sein, damit der Keller im Sommer vor zu großer Wärme geschützt ist. Besonders günstig ist ein Grundstück mit Hanglage. Wenn das Grundwasserniveau sehr niedrig ist, kann ein Erdkeller auch vollständig unterirdisch gebaut werden.

Bau eines Erdkellers
Bau eines Gewölbe-Erdkellers
 Bau eines Gewölbe-Erdkellers
Quelle: Die Goldhofer
Bauskizzen eines Erdkellers
 Bauskizzen eines Erdkellers
Quelle: Pagewizz / Hans Braxmeier
Zunächst ist es wichtig, sich Gedanken über den richtigen Standort und die Nutzung (Naturkeller, Freilandkeller, Eiskeller, Weinkeller)) des geplanten Erdkellers zu machen, denn davon ist die Bauart abhängig. Der Eingang sollte immer im Norden oder Osten sein. Dies schützt den Keller im Sommer vor zu großer Wärme. Ein schattiger Bereich auf dem Grundstücks ist ideal. Falls das Grundstück eine Hanglage hat, sollte der Erdkeller unbedingt dort gebaut werden.

Zuerst wird eine Baugrube ausgehoben bzw. die Erde im Hang abgetragen und eine Kiesschicht mit unterschiedlicher Körnung eingebracht. In den meisten Fällen ist eine umlaufende Drainage und je nach Standort kann ein Regenwasserablauf vor der Eingangstür notwendig sein. Auch die Zuluft und ein Leerrohr für ein Stromkabel kann unterirdisch zugeführt werden.

Wenn der Erdkeller einen Vorraum hat, um Blumenzwiebeln und Eingemachtes zu lagern und/oder zum Überwintern von Kübelpflanzen genutzt werden soll, dann sollte der Raum trocken und groß genug sein. Dazu wird der Fußboden betoniert.

Damit der Hauptkeller richtig funktioniert, muss Erdfeuchtigkeit aufsteigen können. Deswegen darf der Fußboden nicht vollständig versiegelt werden. Sinnvoll ist es, wenn man entlang der Wände einen Betonstreifen anbringt, um dort Regale stabil aufstellen zu können. Der restliche Fußboden sollte diffusionsoffen (z. B. mit Sand gefugt verlegte Beton- oder Ziegelsteine) sein.

Die Außenwände und Decke können aus Beton gegossen oder mit Betonsteine aufgemauert werden. Hier sollte man beachten, dass sie später mehrere Tonnen Gewicht aushalten müssen. Außerdem müssen sie vor Feuchtigkeit geschützt werden. Hier reicht ein Anstrich mit Bitumen. Das Dach sollte zusätzlich mit verschweißten Bahnen (Teerpappe, Dachfolie) geschützt werden. Die Erdabdeckung (mindestens 60 bis 70 Zentimeter) sollte dick genug sein, damit der Keller ausreichend gedämmt ist. Bei einer zu geringen Erdschichtdicke kann der Einsatz von Dämmstoffen notwendig werden.

Die Abdeckung eines Erdhügels sollte mit möglichst pflegeleichten und flachwurzelnde Pflanzen begrünt werden. Hier bieten sich fertige Saatgutmischung zur Dachbegrünung mit vielen Gräsern, Kräutern und Magerwiesenpflanzen an.

Ein Erdkeller funktioniert nur dann richtig, wenn keine Nässe eindringen kann. Die Außentür sollte gedämmt sein. Wichtig ist eine geringe Luftzirkulation. Deswegen ist in der Außenluft eine regelbare Lüftungsklappe vorzusehen. Die Außen- bzw. Zuluft sollte im Bodenbereich am Eingang zum Hauptraum einströmen. Der Auslass für die Ab- bzw. Fortluft sollte möglichst in der Decke gegenüber der Eingangstür angeordnet werden. Um das Eindringen von Kleintieren und Insekten zu verhindern, ist ein feinmaschiges Drahtgeflecht (Fliegengitter) an der Außenseite der Lüftungsöffnungen anzubringen.

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