Technische Anlagen auf Gebäudedächern (z. B. Metallschornsteine, Solar- Lüftungs- oder Satellitenempfangsanlagen) werden mit einer äußeren Blitzschutzanlage abgesichert. Ein Haus mit Spitzdach erhält in der Regel auf dem First sowie an den Orten einen Blitzableiter zur Regenrinne. Fallrohre sind nicht ausreichend blitzstromtragfähig.
Zum äußeren Blitzschutz gehören eine Erdungsanlage, Ableitanlage und Fanganlage, die den Blitzstrom sicher zur Erde ableiten. Es wird mit Hilfe einer Vermaschung ein Faradayscher Käfig* um das zu schützende Bauwerk errichtet wird. Wie z. B. eine Fangeinrichtung berechnet und erstellt wird, kann nur ein Fachmann planen, damit die Gebäudeversicherung im Versicherungsfall auch bezahlt.
* Ein Faradayscher Käfig ist ein von Metallstreben bzw. einem Metallgitter umgebener Raum (z. B. Auto). Treffen auf diesen Metallkäfig elektrische Ladungen (z. B. Blitzeinschlag), so verteilen sich die elektrischen Ladungen auf dem Metallkäfig und dringen nicht in den Innenraum ein. So ist man dort vor einem Blitzschlag geschützt.
Blitzeinschläge wird es immer geben. Man sollte dem Blitz leichte Ziele anbieten, die einem Einschlag standhalten. Fangeinrichtungen sind Stangen, Drähte, Seile oder Metallteile der zu schützenden Anlage, die als Einschlagstellen vorgesehen sind. Ihre Oberfläche muss elektrisch leitfähig sein und müssen an Luft korrosionsbeständig sein. Üblich sind Aluminiumlegierungen, nichtrostender Stahl (V2A) oder Kupfer. Die Materialstärke der Fangeinrichtungen muss gewährleisten, dass die große Energie von Blitzen nicht zum Abschmelzen der Fangeinrichtungen führt.
Eine Ableitung des Energiestromes eines Blitzeinschlages sollte möglichst auf kurzem, direktem Wege ins Erdreich vonstatten gehen. Der Fundamenterder muss von guter Qualität sein. Wenn kein Fundamenterder vorhanden ist, dann muss ein Ringerder installiert werden. Die Anschlüsse müssen trenn- und prüfbar sein.
Die Kollektoren und deren Befestigung sind so zu integrieren, dass auch das Kollektorfeld vor einem direkten Blitzeinschlag geschützt ist, wenn eine Blitzschutzanlage als äußerer Blitzschutz vorhanden ist. Die gesamte Kollektorfläche ist innerhalb der Maschen der Blitzschutzanlage einzusetzen, dabei ist nach allen Seiten ein Sicherheitsabstand von ca. 0,5 m vom Kollektorfeld zu den ableitenden Teilen der Blitzschutzanlage einzuhalten.
Der
Bestandsschutz für veralterte und nicht mehr normgerechte
Blitzschutzanlagen erlischt mit der Montage neuer Kollektoren. Das
Blitzschutzkonzept bzw. die
Blitzschutzanlage muss komplett überarbeitet werden.
Die
Kollektorfühler könen durch
Überspannungsschutzdose gegen induzierte
Überspannungen geschützt werden. Bei ortsnahen
Blitzen können in der Fühlerleitung Spannungsspitzen induziert werden, die zur Zerstörung des Fühlers führen. Mithilfe von
Schutzdioden werden diese Überspannungen auf einen hinnehmbaren Wert begrenzt. Das Gehäuse ist üblicherweise als Aufputzdose ausgeführt und dient gleichzeitig der ordnungsgemäßen Verbindung zwischen Kollektorfühler und weiterführender Fühlerleitung.
Wenn die
Kollektoren auf dem
Flachdach eines Gebäudes
mit Blitzschutzanlage aufgeständert werden, dann müssen die
Fangstangen der
Blitzschutzanlage die
Kollektoroberkanten ausreichend überragen.
Zur Überprüfung kann das "
Blitzkugelverfahren" angewendet werden. Dabei wird eine gedachte Kugel über die zu schützende Anlage gezeignet. Die Oberfläche der Kugel darf nur die Fangstangen berühren. Der Radius der Kugel wird durch die Blitzschutzklasse bestimmt.