Zur Vollentsalzung (VE-Wasser [Voll-Entsalztes- Wasser - Härte ~0° dH, Leitfähigkeit <10 µS/cm]) wird hauptsächlich das Ionentauscherverfahren oder die Umkehrosmose eingesetzt.
Bei dem Ionentauscherverfahren wird das Rohwasser (z. B. Leitungswasser, Brunnenwasser) durch Harze geleitet. Die Ionenaustauscher-Harze gibt es als Kationen-Harz, das mit Wasserstoffionen beladen ist und als Anionen-Harz, das mit Hydroxidionen beladen ist. Dabei werden die Kationen1 und Anionen2 entnommen und gegen Wasserstoff- bzw. Hydroxid-Ionen ausgetauscht. Die Harze können in einem Mischbettharz-Ionenaustauscher oder in getrennten Patronen eingesetzt werden. Mischbettharz-Ionenaustauscher können als Austauschpatronen beim Hersteller regeneriert werden.
1 Kationen (positiv geladene Ionen) > Natrium (Na+), Kalzium (Ca++), Magnesium (Mg++), Kalium (K+), Eisen (Fe+++), Mangan (Mn++) und Wasserstoff (H+)
2 Anionen (negativ geladene Ionen) > Chloride (Cl-), Sulfate (So4--), Nitrate (No3--), Karbonate (Co3--), Silikate (SiO2-) und Hydroxid (OH-)
Alle gelösten Kationen und Anionen beeinflussen die elektrische Leitfähigkeit des Wassers. Eine Korrosion läuft umso schneller ab, je höher die Leitfähigkeit des Wasser ist. Bei Heizungs-, Solar- und Kühlwasser bzw. in Prozesswasseranlagen sollte der Wert < 200 µS/cm sein.
- Metallionen (z. B. Eisen) können zu Ablagerungen, zu Erosion und zu einer Verfärbung des Wassers führen.
- Kalzium und Magnesium in Karbonatform dienen zur Neutralisation von Säuren und beeinflussen den pH-Wert des Wassers in positiv, führen aber auch zur Bildung von Kalkstein.
- Natrium dient als Puffer für den pH-Wert, erhöht aber die Leitfähigkeit des Wassers
- Sulfat kann zu harten unlöslichen Ablagerungen führen.
- Chloride schädigen die natürlichen Deck- bzw. Schutzschichten auf Metallen und steigern die Korrosivität des Wasser. Auch an Edelstahl kann eine hohe Konzentration zu Korrosion führen.
- Silizium führt zu unlöslichen Ablagerungen
Seit Jahren ist eine normgerechte Fülleinrichtung vorgeschrieben. In großen Heizungs- und Kühlanlagen werden stationäre Be- und Nachfüllagen eingebaut. Für die Be- und Nachfüllung von kleineren Anlagen verwendet der Fachbetrieb ein mobiles Heizungsbefüllungs- bzw. mobile Nachfüllgerät. Eine mobile Heizungsbefüllung ist mit sämtlichen notwendigen und bereits fest integrierten Komponenten zur Befüllung gemäß VDI-Richtlinie 2035 ausgestattet. Damit ist ohne ein Zusammenschrauben und Aufbauen diverser Einzelteile eine korrekte Befüllung auch unter Einhaltung der DIN EN 1717 ohne größeren Arbeitsaufwand möglich.
Mit mobilen Füllgeräten kann der Fachmann jede Anlagengröße befüllen, wenn keine stationär Heizungsbefüllung vorhanden ist. Dabei werden nicht nur alle Herstellervorgaben bezüglich der geforderten Heizungswasserqualität, sondern auch Werte, die bei den häufig anzutreffenden Mischinstallationen (Kupfer, Stahl, C-Stahl, Grauguss, Aluminium, Messing, Rotguss) erreicht.