Heutzutage gibt es nicht nur in einigen Großstädten eine extrem hohe Nachfrage nach sogenannten Micro-Appartments, sondern es fehlt auch generell immer mehr bezahlbarer Wohnraum. Es muss nicht nur mehr Platz zum Wohnen, sondern auch bezahlbarer hochwertiger Wohnraum geschaffen werden. Wohnsiedlungen ohne Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitaktivitäten oder ohne ein Miteinander zwischen ihren Bewohnern in der Regel sind nicht mehr zeitgemäß. Das gilt auch für autofreundliche Innenstädte der letzten Jahrzehnte, die umgestaltet werden müssen, wobei der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs vorangetrieben und die Verkehrsführungen verändert werden müssen. Außerdem sollten sich die Stadtplaner auch Gedanken über das Stadtklima machen. Wohnen, Arbeiten, Gewerbe- und Grünflächen sollte eine ausgewogene Mischung ergeben, in der sich eine breit gefächerte Bevölkerungsstruktur wohlfühlen kann und gut miteinander auskommen.
Durch das Arbeiten zu Hause (Homeoffice) aufgrund des Covid-Virus und dem Ausbau der Kommunikationsnetze sind viele Orte in Deutschland, in denen keine Wohnungsknappheit herrscht, sondern die vielmehr unter stetig schrumpfenden Einwohnerzahlen leiden, wieder zum Wohnen interessant geworden. Viele kleinere oder mittlere Städte im ländlichen Raum, die nur über eine schwache Infrastruktur verfügen, und leerstehenden Wohnungen haben, die ein Schließen von immer mehr Einzelhändlern nach sich ziehen, die keine Nachfolger oder Nachmieter für ihr Geschäft finden, weil die Konkurrenz durch Lebensmitteldiscounter, große Einkaufszentren oder das Internet schlichtweg zu stark ist. Die Folge sind leere Schaufenster und eine immer weiter sinkende Attraktivität dieser Standorte. Hier zu wohnen könnte dem entgegen wirken und die Orte wiederbeleben.
Ein Modebegriff ist "Smart City", der für Nachhaltigkeit und Klimawandel steht, aber auch ein erhebliches Gefahrenpotenzial birgt. Hier ist z. B. vor allem die Möglichkeit der Überwachung durch Kameras und Sensoren bzw. des Missbrauchs dieser Technologien zu nennen.
Eine besondere Art des Wohnens ist das Co-Living (Co-Housing) bzw. Collaborate Living. Bei dem wohnt jeder Bewohner in der eigenen kleinen Wohnung, ist aber gleichzeitig Teil einer Hausgemeinschaft, die vom Dachgarten bis zum Gästezimmer alles miteinander teilt. Die eigene Wohnung ist bescheiden, der Gewinn in Form der Gemeinschaft und der finanziellen Freiheit ist groß. Und natürlich ist das Collaborate Living eine weitere Chance, den ökologischen Fußabdruck des Wohnbereichs zu verringern. Single-Haushalte haben in der Regel den höchsten Stromverbrauch pro Kopf. Da beim Co-Housing Küchen- und Unterhaltungsgeräte gemeinschaftlich genutzt werden, verteilt sich der Stromverbrauch wieder auf mehrere Köpfe. Zudem können Verkehrsmittel (Autos und Fahrräder) gemeinschaftlich genutzt werden.
Das Wohnen in der Zukunft wird und muss sich erheblich ändern. Nicht nur die ständig steigenden Grundstücks- und Baukosten, sondern auch die oft viel zu großzügigen Wohnflächen, werden ein Umdenken notwendig machen. Außerdem müssen aufgrund des Klimawandels die Gebäude saniert werden, damit die Heiz- und Kühllasten gesenkt werden und die Versiegelungen der Flächen müssen zurückgebaut und die Regenwasserableitung muss neu geplant werden.
Außerdem ist dringend ein Ende der Regulierungswut sowie ein Aussetzen zeitraubender Genehmigungsverfahren notwendig.