Der Golfstrom ist eine der globalen Meeresströmungen (globale Förderbänder), die wie auch Windsysteme die Hitze vom Äquator zu den kalten Polen (Südpol und Nordpol) transportieren. Diese versuchen das Temperaturungleichgewicht auszugleichen.
Der Golfstrom ist eine Schwerkraftwarmwasserheizung für den Norden (Europa, Nordamerika). Das globale Förderband (Meeresströmung - thermohaline Zirkulation [Temperatur und Salz]) ist vom Salzgehalt und der Temperatur des Wassers sowie von der Richtung des Windes abhängig.
Die Fakten sind:
• Warmes Wasser ist gegenüber kaltem Wasser leichter und bleibt an der Oberfläche, Beim Abkühlen sinkt es ab, da das kalte Wasser eine höhere Dichte als warmes Wasser hat (Schwerkraftprinzip).
• Je höher der Salzgehalt des Wassers, desto schwerer ist das Wasser und es sinkt ab.
• Der Wind (Passatwinde - [Nordost/Süudost]) beeinflusst die Bewegung des Wassers
• Mit der globale Temperatur, wird auch das Wasser wärmer. Dadurch wird das Wasser leichter, der Antrieb im Strömungssystem verringert sich, und eine geringere Menge warmen Wassers gelangt nach Nordeuropa.
Diese Grundlagen beeinflussen u.a. den Klimawandel, weil das Bremsen bzw. Unterbrechen der Strömung das globale Klima beeinflusst.
Studien weisen auf eine dramatische Abschwächung des Golfstroms hin. Sollten die Polarkappen und Grönlandgletscher noch stärker abschmelzen, könnte sich der Salzgehalt des Meerwassers vor Grönland so weit verringern, dass das Wasser des Nordatlantische Strom nicht mehr schwer genug ist. Das hat zur Folge, dass das leichtere Süßwasser nicht mehr im gewohnten Umfang absinkt.
Bisher sorgen die Ableger "Nordatlantikstrom" und "Grönlandstrom" des Golfstroms in Nord- und Nordwesteuropa für ein mildes Klima. Wenn sich diese Schwerkraftwirkung etwas verändert, dann ändern sich alle Klimaverhältnisse von den Subtropen bis zur Arktis. Für Deutschland kann es eine Temperaturveränderung (Abkühlung) von 1 bis 2 °C im Jahresmittel geben. Es wird aber zu vermehrten Extremwetterereignisse kommen.
Eine neue Studie von der Universität Utrecht geht nach Aussage von René van Westen, Meeres- und Atmosphärenforscher (Mitautor), davon aus, dass der Nordatlantikstrom zwischen 2037 und 2064 abbrechen könnte. Aber dabei wurde das Schmelzen des grönländischen Eises nicht berücksichtig. Dies könnte bedeuten, dass die Vorhersagen sogar zu optimistisch sind. Ein Zusammenbruch könnte demnach noch schneller als prognostiziert kommen.
Während sich die Erde seit 1900 fast überall erwärmt hat (im Mittel um etwa 1 °C) findet man in Teilen des Nordatlantiks (z. B. an der Südspitze Grönlands und südlich von Island) ein Klima-Phänomen, das "Erwärmungsloch" (Kälte-Blob [-Klecks]), wo sinkende Temperaturen infolge einer schwächeren Umwälzzirkulation die Ableger "Nordatlantikstrom" und "Grönlandstrom" des Golfstroms zu erwarten sind.
Die Verlangsamung des Nordatlantikstroms, der warme Wassermassen über den Golfstrom von Süden transportiert. Aber auch die Wirkung von Aerosolen in der Luft, Zirkulationsänderungen über dem Atlantik und schmelzendes Grönland- und subpolares Meereis tragen dazu bei. Dieses zusätzliche Süßwasser verringert das Absinken des abkühlenden Meerwassers, was wiederum die Menge an Warmwasser aus den Tropen verringert und die Zirkulation schwächt.
Die Süßwasserzuflüsse in die Labradorsee, eine der Hauptabsinkzonen der Umwälzzirkulation, können die Mechanismen bestimmen, über die der Klimawandel die Meeresströmungen beeinflussen können. Das Süßwasser in der Labradorsee hat drei Hauptquellen, das Grönländischen Eisschild, die Gletscher des Kanadischen Archipels und das arktische Meereis. Hinzu kommen Niederschläge und Abflüsse der großen Festlandströme Sibiriens und Nordkanadas und Schneeschmelze.
Folgen einer schwächeren Umwälzzirkulation des Golfstromes:
• Möglich sind Veränderungen der atlantischen Hurrikan-Aktivität, des Regens in der Sahelzone oder des Indischen Sommermonsuns.
• Auch würde weniger CO 2 aus der Atmosphäre in die unteren Meeresschichten transportiert werden, mit der Folge, dass mehr CO 2 in der Luft verbleiben und die Erderwärmung weiter fördern würde.
• Darüber hinaus ließe eine schwächere Umwälzzirkulation den Meeresspiegel im Nordatlantik steigen, im Südatlantik dagegen fallen.
• Diese regionalen Änderungen würden den globalen Anstieg des Meeresspiegels überlagern. Die Folge wäre, dass die Pegel rund um den Nordatlantik stärker als im weltweiten Durchschnitt stiegen.
quelle: Deutsches Klima-Konsortium e. V.