Während sich die Erde seit 1900 fast überall erwärmt hat (im Mittel um etwa 1 °C) findet man in Teilen des Nordatlantiks (z. B. an der Südspitze Grönlands und südlich von Island) ein Klima-Phänomen, das "Erwärmungsloch" (Kälte-Blob [-Klecks]), wo sinkende Temperaturen infolge einer schwächeren Umwälzzirkulation die Ableger "Nordatlantikstrom" und "Grönlandstrom" des Golfstroms zu erwarten sind.
Die Verlangsamung des Nordatlantikstroms, der warme Wassermassen über den Golfstrom von Süden transportiert. Aber auch die Wirkung von Aerosolen in der Luft, Zirkulationsänderungen über dem Atlantik und schmelzendes Grönland- und subpolares Meereis tragen dazu bei. Dieses zusätzliche Süßwasser verringert das Absinken des abkühlenden Meerwassers, was wiederum die Menge an Warmwasser aus den Tropen verringert und die Zirkulation schwächt.
Die Süßwasserzuflüsse in die Labradorsee, eine der Hauptabsinkzonen der Umwälzzirkulation, können die Mechanismen bestimmen, über die der Klimawandel die Meeresströmungen beeinflussen können. Das Süßwasser in der Labradorsee hat drei Hauptquellen, das Grönländischen Eisschild, die Gletscher des Kanadischen Archipels und das arktische Meereis. Hinzu kommen Niederschläge und Abflüsse der großen Festlandströme Sibiriens und Nordkanadas und Schneeschmelze.
Folgen einer schwächeren Umwälzzirkulation des Golfstromes:
• Möglich sind Veränderungen der atlantischen Hurrikan-Aktivität, des Regens in der Sahelzone oder des Indischen Sommermonsuns.
• Auch würde weniger CO 2 aus der Atmosphäre in die unteren Meeresschichten transportiert werden, mit der Folge, dass mehr CO 2 in der Luft verbleiben und die Erderwärmung weiter fördern würde.
• Darüber hinaus ließe eine schwächere Umwälzzirkulation den Meeresspiegel im Nordatlantik steigen, im Südatlantik dagegen fallen.
• Diese regionalen Änderungen würden den globalen Anstieg des Meeresspiegels überlagern. Die Folge wäre, dass die Pegel rund um den Nordatlantik stärker als im weltweiten Durchschnitt stiegen.
quelle: Deutsches Klima-Konsortium e. V.
Eine
neue Studie von der
Universität Utrecht geht nach Aussage von René van Westen, Meeres- und Atmosphärenforscher (Mitautor), davon aus, dass der
Nordatlantikstrom zwischen
2037 und
2064 abbrechen könnte.
Aber dabei wurde das
Schmelzen des
grönländischen Eises nicht berücksichtig. Dies könnte bedeuten, dass die
Vorhersagen sogar
zu optimistisch sind. Ein
Zusammenbruch könnte demnach
noch schneller als prognostiziert
kommen.