Unter bestimmten Umständen (Gasbildung durch Elektrolyse, bakteriellen Zersetzung) können in Heizungsanlagen und Wärmesystemen (Nah- und Fernwärme) brennbare Gase (Methan, Wasserstoff, Faulgas oder Sumpfgas) entstehen, die dann beim Entüften als "Luft" angenommen werden. Unter ungünstigen Umständen können sich die Gase entzünden. Diese Phänomen können in Großanlagen zu erheblichen gefährlichen Problemen führen, da sich hier evtl. große Gasmengen gebildet haben. Diese können sich im Raum beim Entlüften entzünden.
Bakterien und Elektrolyse
- Bakterien verarbeiten das harmlose, in natürlichen Wässern häufige Sulfat (in ungelöster Form z.B. Gips) zu Schwefelwasserstoff. Dies ist eine faulig riechende, giftige und aggressive Substanz. In diesen entstehenden brennbaren Faulgasen hat Methan (CH4) den größten Anteil.
- Wenn an den Metallteilen der Anlage Strom anliegt, dann kann es zur Elektrolyse des Wassers kommen und das Produkt daraus ist Wasserstoff. Dieses Gas kann zu einem Knallgasgemisch führen.
- Beide Gase zusammen ergeben dann eine gelb-orangefarbene Flamme
In dem Wärmenetz einer Biogasanlage gibt ein Problem mit "Luft" (brennbares Gas) im Wassersystem, das beim Entlüften der Anlage austritt. Die Anlage hat einen 50.000 Liter Pufferspeicher und ein Leitungssystem von ca. 2.200 Meter. Es sind geschätzt ca. 100 000 Liter im Umlauf.
Mit einem Gasmessgerät der Biogasanlage wurden diese Werte (71 mg/l Methan bzw. Wasserstoff, 43 mg/l Schwefel, 22 mg/l CO2, 2,3 mg/l Sauerstoff) gemessen. Es besteht die Vermutung, das durch Kriechströme Wasserstoff entsteht. Die neueste Ergebnisse der Wasseruntersuchung sind ein pH-Wert 5,89 und ein Leitwert 1039 µS/cm.
Gase beim Entlüften der Anlage Video 1 + Video 2
Dieses Problem wird auch bei vielen anderen Biogasanlagen bzw. Wärmenetzen vorhanden sein, ohne das es akut bemerkt wird.