Durch den Verbund sollen die Vorteile des Kunststoffes, wie gute Verarbeitbarkeit,
Korrosionsbeständigkeit etc. um drei weitere Eigen schaften verbessert werden.
- Höhere Druckbelastung,
- Keine Rückfederung nach dem Biegen,
- Absolute Sauerstoffdichtheit.
Deshalb bestehen die
Rohre jeweils innen und außen aus Kunststoff und dazwischen aus einer Metallschicht aus Aluminium. Dieses
Aluminiumrohr wird bei der Herstellung aus Aluminiumband geformt und längsseitig verschweißt. Alle drei Schichten stehen untereinander fest im Verbund, so dass keine Bewegung zwischen den Schichten, etwa bei
Temperaturänderung, auftreten kann. So ist auch eine Unterwanderung ausgeschlossen. Die Schichtdicken der
Rohre sind so bemessen, dass die Ausdehnung bei
Temperaturunterschieden vom Aluminium bestimmt wird, d. h. der
Ausdehnungskoeffizient des
Rohres entspricht dem von Aluminium mit 25 x 10 - 6 K, das sind 0,025 mm / mK. Demgegenüber beträgt der Wert für reine
Kunststoffrohre 0,16 mm / mK, immerhin das 6,4-fache. Danach würde die Ausdehnung eines 3 m langen Rohrstückes bei 50°C
Temperaturunterschied beim Verbundrohr 3,75 mm und 24 mm beim
Kunststoffrohr betragen. Schon allein hieran ist zu erkennen, dass erheblich weniger Aufwand bei der Planung der Leitungsführung und zur Befestigung wegen der Ausdehnung erforderlich ist.
Wie verhalten sich die mit dem Aluminium in Verbund stehenden Kunststoffschichten? Diese möchten sich zwar um ca. das 6,5 fache mehr ausdehnen, werden jedoch durch den Verbund mit dem
Aluminiumrohr daran gehindert. In der Praxis wird sich, wie bei in
Estrich eingebetteten
Fußbodenheizungsrohren, der Innendurchmesser mit zunehmender
Temperatur gering fügig, d. h. um einige 100stel mm verringern. Der Außendurchmesser frei verlegter Verbundrohre wird sich bei
Temperaturzunahme um ähnliche Werte vergrößern. Bei der Konstruktion dieser Verbundrohre kommt es also darauf an, dass die Aluminiumschicht so dick ist, dass die Kräfte, die bei der Ausdehnung des Kunststoffes entstehen, das
Aluminiumrohr nicht zerreißen. Von der Festigkeit des
Aluminiumrohres hängt auch der zulässige Betriebsdruck der Verbundrohre ab. Dieses kommt den
Rohren besonders im oberen
Temperaturbereich zugute. Drücke von 10 bar, bei 90 °C Betriebstemperatur, sind möglich. So ergeben sich auch in der Sanitärinstallation gute Einsatzmöglichkeiten. Die längsseitige Naht des
Aluminiumrohres kann überlappend verklebt sein. In den meisten Fällen ist sie jedoch stumpf oder überlappt verschweißt. Dadurch ist eine 100%ige Sauerstoffdichtheit gewährleistet. Ein weiterer Vorteil ist die hervorragende Verarbeitbarkeit. Die
Rohre können mit den bekannten Rohrscheren für Kunststoff geschnitten werden. Sägen oder Rollenabschneider sind überflüssig. Größere Bögen lassen sich bei
Nennweiten bis 25 mm noch von Hand biegen. Das Rohr behält die gebogene Form bei und federt nur geringfügig zurück.
Wo kleine Biegeradien erforderlich sind, z. B. am Heizkörperanschluß, wird einfach eine
Biegefeder ein- oder übergeschoben und das Rohr eng gebogen. Die Feder wird anschließend herausgezogen. Einfacher und zeitsparender geht es kaum. Über Verbundrohre liegen inzwischen Erfahrungen von mehr als 15 Jahren vor, so dass bei fachgerechter Anwendung keine Probleme zu befürchten sind. Zum Anschluss der
Rohre hat fast jeder Anbieter seine eigenen Verbinder. Die üblichen
Kunststoffrohrverschraubungen sind nicht geeignet. Fast immer weist die in das Rohr einzusteckende Tülle der Verschraubung einen zusätzlichen O-Ring zur Abdichtung auf. Deshalb müssen die
Rohrenden mit speziellen Werkzeugen je nach Art konisch aufgeweitet, oder durch schälen und anfasen kalibriert werden. Bei zylindrischen Tüllen ist die Anfasung besonders wichtig, weil sonst beim Eindrücken der O-Ring beschädigt werden kann.