Während der Dauerfrostperioden mit Nachttemperaturen unter -15 °C und Tageshöchstwerte von -5 °C frieren immer wieder Trinkwasser- und Heizungsleitungen, aber auch Solarleitungen, ein.
Um die Leitungen wieder aufzutauen, gibt es je nach Einbauort und Material der Rohrleitungen, verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist auch, dass die Leitungen nicht zu stark erwärmt und langsam aufgetaut werden.
Besser ist es natürlich, die
Rohre in
frostgefährdeten Bereichen so zu verlegen, dass sie gar nicht erst einfrieren. Viele Haus- oder Wohnungsbesitzer werde schon gemerkt haben, dass auch eine
dicke Dämmschicht ein
Einfrieren nicht verhindert. Sie verzögert nur den Einfriervorgang und kann sogar das Platzen der Rohrleitung hervorrufen, weil zusammengedrücktes
Wasser einen Druck bis 900 bar aufbauen kann.
Nur
elektrische Heizbänder oder das
Entleeren der Leitungen, die selten benutzt werden, können ein Einfrieren verhindern.
Offene Flammen, IR-Geräte und Auftaugeräte dürfen nur von Fachleuten verwendet werden. In brandgefährdeten Räumen sind auch diese Tabu.
Auftaumöglichkeiten
- Auftaugerät
- heißes Wasser
- heiße Lappen, Wärmflaschen, warme Sandpackungen
- heiße Luft
- IR-Strahler
- Lötlampe (im Freien)
Auftaugerät
Die meisten Auftaugeräte sind kombinierte Auftau- und Schweißgeräte. Diese Geräte dürfen nur in der Auftaustufe verwendet werden und haben eine Auftauleistung bis zu 450 Ampere. Besser ist immer der Einsatz eines Nur-Auftaugerätes (Sicherheitstransformator). Sie eignen sich nur für Metallleitungen.
Die Hersteller geben keine festen Auftauzeiten oder Auftauströme für Rohrleitungen an, da diese von vielen unbekannten Faktoren abhängig sind. So z. B. von der Art der Leitung, der Erdleitungsfähigkeit und der umgebenden Materialien (Mauerwerk - feucht, trocken).
Vor Ort muss der Fachmann klären, ob es Stahl- oder Kupferleitung sind und unsichtbare Abzweigungen in der Wand, Schraubverbindungen mit Hanfabdichtung oder Teflonbänder vorhanden sind. Alle diese Faktoren verändern den Stromdurchfluss erheblich. Hier ist also viel Erfahrung gefordert. Aber grundsätzlich sollte man immer möglichst langsam Auftauen. Gute Geräte sind für den Dauerbetrieb konstruiert.
Vor dem Auftauvorgang sollten die Leitungen drucklos gemacht werden, damit beim Auftauen ein evtl. geplatztes Wasserrohr nicht zu einer Überschwemmung im Gebäude führt.
Arbeitsweise
Die Anschlussstellen des eingefrorenen Leitungsabschnittes müssen unbedingt gesäubert werden, damit ein guter Kontakt der Zangen gewährleistet ist. Durch den Stromfluss in der Wasserleitung beginnt sich diese langsam zu erwärmen und die Leitung taut auf. Das Auftaugerät darf nur in trockenen Räumen betrieben werden. Der Auftauvorgang muss immer beaufsichtigt werden.
Zu jedem
Auftaugerät gehört eine
Betriebsanleitung, die auch ausführliche Sicherheitshinweise enthält, damit es
bestimmungsgemäß verwendet werden kann.
Da Wasserleitungsrohre sehr häufig in Abseiten, Zwischendecken, Scheunen und Ställen einfrieren, ist der Einsatz von Auftaugeräten meistens nicht möglich, weil durch brennbares Material, Spinnenweben und Staub eine hohe Brandgefahr besteht. Hier ist die sinnvoll, die eingefrorenen Rohre durch Wärmepackungen oder/und heißes Wasser aufzutauen.
Für das Ausführung von Schweiß-, Schneid-, Löt-, Auftau-, Trennschleif- und sonstigen Feuerarbeiten in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen muss der Fachmann oftmals einen sog.
Erlaubnisschein für Feuerarbeiten vorweisen können.