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Autoren
OldBo
12.10.2021
Bei der Überlegung, was zuerst ausgetauscht bzw. erneuert werden sollte, ist es ratsam, sich die Fenster einmal genauer anzusehen. Die Fenster sind ein Schwachpunkt im Dämmkonzept eines Hauses.
Glas-Schnell-Test - Flammentest - Mit dem "Flammentest" kann die beschichtete Glasscheibe in der Reflexion durch eine andere Flammenfärbung sichtbar gemacht werden. Eine Aussage zu den Eigenschaften der Beschichtung ist aber nicht möglich.
 Glas-Schnell-Test - Flammentest - Mit dem "Flammentest" kann die beschichtete Glasscheibe in der Reflexion durch eine andere Flammenfärbung sichtbar gemacht werden. Eine Aussage zu den Eigenschaften der Beschichtung ist aber nicht möglich.
Quelle: Ralf Maus - Glas Fandel
TERMO-BIT Isolierglas - 2- und 3-Scheiben
 TERMO-BIT Isolierglas - 2- und 3-Scheiben
Quelle: Ralf Maus - Glas Fandel
Relevanten Größen für den U-Wert-Fenster
 Relevanten Größen für den U-Wert-Fenster
Quelle: Passivhaus Institut
U-Wert-Berechnung für Fenster
 U-Wert-Berechnung für Fenster
Quelle: Bosy
Bei der Überlegung, was zuerst ausgetauscht bzw. erneuert werden sollte, ist es ratsam, sich die Fenster einmal genauer anzusehen. Die Fenster sind ein Schwachpunkt im Dämmkonzept eines Hauses. In den meisten Fällen spürt man in der Nähe älterer Fenster (Einglas-Scheibenfenster [Uw-Wert 4,7], Verbund- und Kastenfenster [Uw-Wert 2,4], Fenster mit unbeschichtetem Isolierglas [Uw-Wert 2,7], Fenster mit Zweischeiben-Wärmedämmglas - Low-E [Uw-Wert 1,3 bis 1,8]) einen kühlen Luftstrom. Die Ursache ist nicht nur eine Undichtigkeitt sondern in der Regel auch ein schlechter U-Wert (Uw). Dieser führt zu einen unangehmen Kaltlufteinfall.

Vor einer energieeffizienten Sanierung der Fenster stellt sich die Frage, ob ein Glasaustausch ausreicht oder die gesamten Fenster erneuert werden sollten. Hier sollte zuerst der U-Wert des Glases (Ug-Wert [Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung]) geschätzt werden, um das energetische Verbesserungspotential zu bestimmen (Flammentest - Kerze oder Feuerzeug).
Danach muss die Eignung des Fensterrahmens, der Beschläge und des Baukörperanschlusses geprüft werden, um die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme bewerten zu können. Ein Austausch alter Einfach-Verglasungen, Floatglas aber auch Sicherheitsgläser (ESG/VSG) oder Drahtglas lohnen sich aufgrund der hohen Energieverluste immer.

Außerdem müssen Fragen der Bauphysik, Wärmebrücken und Kondensatbildung geklärt werden. Eine Wärmedämmverglasung hat einen besseren U-Wert, dadurch ist die Glasfläche in der Regel nicht mehr die kälteste Fläche des Raumes. Der Tauwasserausfall ist nun nicht mehr an der Scheibe, sondern an anderen Flächen (Fensterrahmen, Außenwand), was Bauschäden  (Schimmelpilzbildung) verursachen kann.

Werden aber Schwachstellen des Baukörperanschlusses (z. B. Wärmebrücken, undichte Abdichtungen) festgestellt ist ein Austausch der Fenster sinnvoll. Mit neuen Fenstern sind andere Abmessungen, Formen und Materialien realisierbar. Mit raumhohen Fenstern lässt sich die Ausleuchtung der Innenräume mit Tageslicht erheblich verbessern. Da die Montage komplex und aufwendig ist, sollte der Austausch nur durch qualifizierte Firmen ausgeführt werden, um Bauschäden zu vermeiden.

Moderne Wärmeschutzfenster und Schallschutzfenster (Fenster mit Dreischeiben-Wärmedämmglas - 2 x Low-e [Uw-Wert 0,8 bis 1,1]) in Verbindung mit einem dichten Fensterrahmen bieten nicht nur sehr gute Dämmeigenschaften, sondern auch einen guten Schallschutz. Bei dem Wärmeschutzglas ist eine hauchdünne Edelmetallschicht auf einer oder zwei der Innenseiten der Scheiben aufgedampft. Diese ist unsichtbar, reflektiert aber Wärmestrahlen und lässt Lichtstrahlen durch. Der Scheibenzwischenraum ist in der Regel zusätzlich mit einem Edelgas (z. B. Argon) gefüllt.

Die Montage der Schallschutzfenster, Wärmeschutzfenster und Passivhausfenster sollte nur durch Fachpersonal (z. B. Fensterbauer, Tischler) erfolgen!

Die Fensterrahmen werden aus hocheffizienten Materialien gefertigt und besitzen daher gute Dämmeigenschaften. Holzrahmen sind sehr langlebig, müssen aber regelmäßig gestrichen werden, PVC-Rahmen sind günstiger und pflegeleichter, Aluminiumrahmen sind zwar am teuersten, aber auch besonders langlebig. Ein moderner Fensterrahmen sollte immer mit Mehrkammerprofilen ausgestattet sein. Die Güte des Rahmens wird über den Uf-Wert angegeben.

Fenster sollten die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Gute Wärmedämmung (niedriger Uw-Wert - EnEV höchstens 1,3)
  • Energiedurchlass (Je höher der g-Wert, desto mehr Sonnenenergie kommt durch)
  • Angemessener Sonnenschutz
  • Ausreichender Schallschutz
  • Einbruchssicher (Mindestens RC2)
Bei einem Fensteraustausch verbessert sich die Luftdichtheit der Gebäudehülle und es erhöht sich aber auch Raumluftfeuchte. Dies kann in den Anschlussbereichen des Fensters zu dem Baukörper aufgrund von Wärmebrückeneffekten zu Tauwasser- oder Schimmelpilzbildung führen. Hier reicht nicht nur das richtige Lüften, es muss ein Lüftungskonzept erstellt werden. Auch zusätzliche flankierende bauliche Maßnahmen können bei dem Fenstereinbau notwendig werden.
Optimierte Montage in Dämmebene
Montage in der tragenden Innenwand
 Montage in der tragenden Innenwand
Quelle: VBH Holding AG -CE-fix - Hans Neumeier
Optimierte Montage in Dämmebene mit Überdämmung des Blendrahmens
 Optimierte Montage in Dämmebene mit Überdämmung des Blendrahmens
Quelle: VBH Holding AG -CE-fix - Hans Neumeier

Bei einem Tausch sollte das neue Fenster nicht in die tragende Innenwand sondern in die äußere Dämmebene (z. B. zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung) eingebaut werden. Dadurch werden Wärmebrücken vermieden bzw. optimiert.

In der Regel werden die Fenster bei dem Einsatz von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) in die tragenden Innenwand montiert, wodurch die Schwachstellen immer noch die Innen- und Außenfensterbankanschlüsse vorhanden sind.

Die Montage in der Dämmebene, unmittelbar an der tragenden Innenwand, ist die wärmetechnisch beste Einbausituation. Dadurch verlaufen im gesamten Anschlussbereich die Isothermen gewissermaßen "geradlinig" bzw. ohne große Krümmungen. Der Anschluss seitlich, oben und unten ergibt beim Einsatz geeigneter Vorwandmontagesysteme meist einen Minus-psi-Wert, was bedeutet, dass hier keine Wärmeverluste entstehen. Besonders der untere Anschluss wird deutlich effizienter.

Die gleich Vorgehensweise ist bei zweischaligen Mauerwerken mit entsprechend dicker Kerndämmung anwendbar.

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