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Autoren
OldBo
05.03.2010

Radtke 01.03.2010
Bei einer Fußbodenheizungsanlage ist die Randzone stets eine im Bereich kalter Außenflächen angeordnete Zone mit relativ engem Verlegeabstand, zumindest verglichen mit dem restlichen Verlegeabstand des Raumes.
Abb. 1. Allmählicher Übergang vom engen auf einen weiten Verlegeabstand.
 Abb. 1. Allmählicher Übergang vom engen auf einen weiten Verlegeabstand.

Bei einer Fußbodenheizungsanlage ist die Randzone stets eine im Bereich kalter Außenflächen angeordnete Zone mit relativ engem Verlegeabstand, zumindest verglichen mit dem restlichen Verlegeabstand des Raumes. Durch den engen Verlegeabstand der Heizrohre soll eine höhere Oberflächentemperatur und damit verbundene höhere Wärmestromdichte erzielt werden. Dabei soll die an den kalten Außenflächen nach unten gerichtete Kaltluftströmung über den höher temperierten Boden streichen und sich möglichst rasch erwärmen, bevor sie Personen im Raum erreicht. Die Wirkung dieser Randzonen ist recht umstritten. Messungen von Prüfinstituten haben ergeben, dass die Kaltluftströmung durch derartige Maßnahmen nicht immer verhindert werden kann. Dennoch gibt es beim Verfasser Erkenntnisse aus mehr als 2000 Planungen, wobei in keinem einzigen Fall über störende Einflüsse einer Kaltluftströmung im Bereich großer Fensterflächen geklagt wurde. Somit empfiehlt der Verfasser aufgrund seiner eigenen Praxis weiterhin den Einbau von Randzonen im Bereich großer Fensterflächen. Entscheidungskriterien, wann eine Randzone einzubauen ist oder nicht, richten sich u. a. nach der Nutzungsart des Raumes und dem darin vorhandenen Nutzungsbereich.

Bevor überhaupt Randzonen geplant werden, sollte man prüfen, ob in diesen Bereichen Möbel aufgestellt werden, oder ob die Bereiche später nicht doch dem ständigen Aufenthalt dienen. Solche Fälle sind nicht selten in Altenheimen oder Bürogebäuden anzutreffen. Ältere Personen halten sich gerne im Fensterbereich auf. In Bürogebäuden werden Schreibtische an Fensterfronten aufgestellt. Während man in einem Schlafzimmer möglicherweise auf eine Randzone verzichten könnte, wird man in einem Wohnzimmer oder einem Essbereich die Randzone nicht vernachlässigen können. Derartige Randzonen sollten, insbesondere wenn sie mehr als 3 m2 überschreiten, als separater Heizkreis ausgebildet werden, da nur so eine ausreichende Heizleistung zu erzielen ist. Kombinationen mit der restlichen Raumfläche sollten nur dann vorgenommen werden, wenn die Restfläche des Raumes und der spezifische Wärmebedarf relativ klein sind. In den Projektierungen des Verfassers hat sich eine Methode bewährt, wonach der Verlegeabstand der Heizrohre vom spezifischen Wärmebedarf des gesamten Raumes abhängig ist. Lag der spezifische Wärmebedarf des Raumes über 70 W / m2, so wurde stets ein 75 mm-Verlegeabstand, andernfalls ein 100 mm-Verlegeabstand angeordnet.

Sicher gibt es im Bereich der Randzonen systembedingt auch andere Lösungen, wonach z. B. die Heizrohre in entsprechend geformten Blechlamellen gelagert sind, so dass mit größeren Verlegeabständen der Heizrohre eine vergleichsweise hohe Wärmeleistung zu erzielen ist. Häufig stellt sich in Randzonen leistungsbedingt eine kleinere Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf- und Rücklauf des Heizmediums ein, wodurch auch die Estrichtemperaturen im Randzonenbereich gegenüber der Restfläche des Raumes höher liegen. Dies kann unter Umständen bei extremen Temperaturunterschieden zu Rissbildungen im Estrich führen und zwar an der Grenze zwischen der Randzone und der restlichen Raumfläche. Hier scheint es angeraten, bei der Verlegung der Heizrohre keinen zu schroffen Übergang von einem sehr engen auf einen relativ großen Verlegeabstand auszuführen, sondern den Rohrabstand allmählich zu vergrößern. In Außenwandbereichen ist die Anordnung einer Randzone nicht in dem Maße erforderlich wie vor großen Fensterflächen. Dennoch sollte man auch in diesen Bereichen über die Verlegung eines etwas engeren Abstandes nachdenken. DIN EN 1264 lässt Randzonen von max. 1m Tiefe nur vor Außenwänden und Fenstern zu. Die max. Oberflächentemperatur des Bodens darf 35 °C nicht überschreiten.

Einbauten
Abb. 1. Allmählicher Übergang vom engen auf einen weiten Verlegeabstand.
 Abb. 1. Allmählicher Übergang vom engen auf einen weiten Verlegeabstand.

Gewissenhafte Planer werden unter festen Einbauten, z. B. Küchenmöbeln, keine Fußbodenheizung verlegen. Die Wärmeleistung wäre in diesen Bereichen ohnehin erheblich niedriger und kaum kalkulierbar, andererseits führt der nicht unerhebliche Wärmestau zu einer schnelleren Verderblichkeit von Nahrungsmitteln und bei eingebauten Kühlschränken zu unnötigen Wärmeverlusten.

Unter Bade- und Duschwannen sollte man ebenfalls auf die Verlegung von Heizrohren verzichten. Bereits nach mehrtägiger Abwesenheit sind die Geruchverschlüsse der Abwasserleitung ausgetrocknet und es können üble Gerüche entstehen.

Quellen
Das ABC der Flächenheizung und Flächenkühlung Winnenden: Heizungs-Journal Verlags-GmbH, ISBN 3-924788-16-2
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