Wasserschlagdämpfer werden vor Geräten mit schnellschließenden Armaturen (z. B. Waschmaschinen, Geschirrspüler, automatischen
Druckspüler, Gas-Kombiheizer, Einhebelarmaturen) eingesetzt, um Druckspitzen auf ein zulässiges Niveau zu dämpfen. Unter ungünstigen Verhältnissen können für eine 1/100 Sekunde Drücke bis 90 bar auftreten.
Die
Wirkungsweise der
Wasserschlagdämpfer ist relativ simpel: Basis ist ein Zylinder, der von einem Kolben mit doppelter Ringdichtung in zwei Kammern unterteilt ist. In der geschlossenen Kammer befindet sich komprimierte
Luft. Die offene Kammer ist direkt mit der
Trinkwasseranlage verbunden und mit
Wasser gefüllt. Bei
Wasserschlägen wird der Druck im Dopplereffekt von beiden Kammern und einer Gegenfeder ausgeglichen. Die
Wasserschläge werden bis zu 60 Prozent reduziert. Um die beste Wirkung erzielen zu können, müssen die Dämpfer so nah wie möglich hinter dem Auslöser der
Wasserschläge installiert werden. Dabei spielt es keine Rolle ob der Dämpfer hängend, senkrecht oder waagrecht eingebaut wird. Übrigens: Eine optimale Funktion wird erreicht, wenn am Anfang des
Verteilernetzes ein richtig dimensioniertes Druckminderventil installiert ist.
Ständige
Wasserschläge führen nicht nur zu
lästigen Geräuschen, sondern auch zu
Kaltbrüchen in den Rohrnetzen. Vor allen Dingen an hartgelöteten Bogen.
Gegenmaßnahmen
Der
Wasserschlagdämpfer muss in der
Nähe der
Mischvorrichtungen (z. B. Einhebelmischer),
Magnetventile von
Waschmaschinen,
Geschirrspüler,
Druckspüler und
Kugelventile bzw.
-hähne installiert werden, um das
Weiterleiten des
Wasserschlages zu
mindern.
Außerdem muss am
Hauswasseranschluss ein
Druckminderer zu montieren werden, der den Anlagendruck auf
3 bis
4 bar reduziert. Ein verringern der
Fließgeschwindigkeit durch eine fachgerechte
Rohrauslegung der gesamten Anlage sollte selbstverständlich sein.
Wenn eine in Bewegung befindlichen Wassermasse schlagartig gestoppt wird, so z. B. bei schnell schließenden Armaturen, dann führt das zu einer kurzzeitigen Druckspitze (Schlag) am Ort, an der die Wassermasse auftrifft.
Druckschläge (Wasserschläge) können auch bei starker Beschleunigung von Wasser (so z. B. Einschalten von Pumpen) oder durch plötzliche Richtungsänderung von strömendem Wasser hervorgerufen werden.
Da die Druckspitzen ein Mehrfaches der vorhandenen Leitungsdrücke erreichen (bis zu 90 bar), ist abgesehen von Lärm auch mit der Zerstörung von Anlagenteilen (Kaltbrüche) zu rechnen.
Bei Druckschlägen kann neben den spezielle Wasserschlagdämpfern, auch mit einem TW-MAG, Abhilfe geschaffen werden.
Natürlich wäre der Versuch, die Störquelle zu beseitigen, die beste Möglichkeit. Ist das aber nicht möglich, so z. B. durch Fehler im Rohrsystem, so muss das einzusetzende Gefäß berechnet werden.
Da die Berechnung von Druckschlägen ist sehr komplex und kompliziert ist, empfiehlt es sich, die exakte Berechnung durch ein spezialisiertes Ingenieurbüro durchführen zu lassen.
Es gibt auch eine Methode, das Gefäß durch eine überschlägige Berechnungen durchzuführen. Dabei wird die im fließenden Wasser vorhandene (kinetische) Energie errechnet. Daraus kann die nötige Gefäßgröße bestimmt werden, dass das Gaspolster fähig ist, die Energie des Wassers innerhalb der zulässigen Druckgrenzen in Kompressionsenergie umzuwandeln.
Erforderliche Angaben:
- Nennweite der Leitung, in der sich die Absperrarmatur befindet
- Volumenstrom/Pumpenleistung Q (m3/h)
- Fließdruck pfl (bar). Daraus Vordruck po des Gaspolsters pfl –0,2 bar
- Zulässiger Druck pmax (bar) im System. Entspricht normalerweise dem Ansprechdruck psv des Sicherheitsventils
- Maßgebende Leitungslänge L (m)
Bei der Berechnung muss eine Annahme bezüglich der zu berücksichtigenden Leitungslänge getroffen werden. Maßgebend ist die Länge gemessen vom Absperrorgan zurück zum Punkt, an der die Leitung eine Querschnittserweiterung aufweist.
Falls die Querschnittserweiterung weniger als 2 Nennweiten beträgt, wird vom erweiterten Leitungsabschnitt 1/3 der Länge bei der Berechnung berücksichtigt.
Minimal nötiger Gefäßinhalt (Bild - Formel)
Wenn
- Maßgebende Leitungslänge = 100 m
- Fließgeschwindigkeit im Rohr = 2 m/s
- Fließdruck pfl = 6 bar bei psv 10 bar = 10 bar bei psv 16 bar gilt die Regel, dass der Gefäßinhalt (in lt.) mind. 1/3 des Durchmessers der Leitung (in mm) entsprechen sollte.
Die
Errichtung einer
Trinkwasserinstallation und
wesentliche Veränderungen an diesen dürfen nur von
Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das
Installateurverzeichnis eines
WVU eingetragen sind.
Dieser Geräusch- und Druckschlagdämpfer kann Druckstöße und Fließgeräusche mindern, die aufgrund von knapper Leitungs-Dimensionierung, ungenügenden Befestigungen, schwierige Verlegungen bei komplexer Bausituation, Schnellschluss von Keramikscheiben-Mischern, defekten Magnetventilen und schwingenden Druckminderern entstehen können.
Dies ist besonders wichtig, wenn die Druckstöße und Geräusche nachträglich nicht mehr zu orten und zu beheben sind. Außerdem bieten sich diese Bauteile an, wenn kein Platz für Wasserschlagdämpfer (WSD) vorhanden ist (z. B. Badewannen- und Duscharmaturen).
Die AW Pax reduzieren Fliessgeräusche um bis zu 5 dB(A) und Druckstöße um bis zu 25 bar. Die auftretenden Geräusch durch Druckstöße werden stark gemindert. Es gibt Adapter für Aufputz-, Unterputz- und Einloch-Armaturen.