Der Filtereinsatz soll einen störungsfreien Betrieb des Ölbrenner über mindestens eine Heizperiode gewährleisten. Die Art des Einsatzes richtet sich nach dem Öldüsenquerschnitt und den Schmutzpartikeln, Rostteilchen, Paraffinausfällungen oder durch Oxydation der Kohlenwasserstoffe bei der Alterung von Heizöl entstehende Sedimente, die im Heizöl enthalten sein können. Diese Stoffe müssen ausgefiltert werden, damit es nicht zum Ausfall der Brennerdüse oder der Ölpumpe kommt.
Die Filterfeinheit sollte so gewählt werden, dass sie unterhalb des kleinsten Öldüsenquerschnitts liegt.
Der Sinterkunststoffeinsatz besteht aus einer Vielzahl kleinster Kunststoffkügelchen und hat eine Filterfeinheit von 50 - 75 μm. Brennerstörungen durch Abrieb von Fasern sind ausgeschlossen. Der Einsatz lässt sich nicht reinigen und muss vor Beginn jeder Heizperiode ersetzt werden. In Einstrangsystemen kommen Filter mit einer Feinheit von 25 - 40 μm zum Einsatz.
Der Sinterbronzeeinsatz besteht aus einer Vielzahl kleinster Bronzekügelchen und hat eine Filterfeinheit von 50 - 100 μm, 25 - 40 μm und 20 - 25 μm. Der Einsatz lässt sich schlecht reinigen und sollte vor Beginn jeder Heizperiode ersetzt werden.
Der Filzeinsatz gewährleistet eine feine Filterung, nimmt viele Alterungsprodukte des Heizöles auf und hat eine Filterfeinheit von 50 - 75 μm. Der Einsatz lässt sich nicht reinigen und muss vor Beginn jeder Heizperiode ersetzt werden. Der Filzeinsatz ist mit einem zusätzlichen, innenliegenden Kunststoffgewebefilter ausgerüstet, der evtl. abgelöste Fasern zurückhält, damit die Düse verstopft.
Der Feinstfilter-Einsatz aus Spezialpapier hat durch eine enge Faltung eine sehr großer Filterfläche und eine Filterfeinheit von 5 - 20 μm. Der Filtereinsatz wird für Anlagen mit geringem Öldurchsatz eingesetzt. Auf Grund der sehr feinen Filterung kann er in frostgefährdeten Anlagen unter + 3°C durch Paraffinausscheidung verstopfen. Der Einsatz lässt sich nicht reinigen und muss durch einen Neuen ersetzt werden. Der Einsatz eines Vakuummeters wird empfohlen.
Der Nickelsiebgewebeeinsatz hat eine hohe mechanische Festigkeit, bietet eine gute Filterung bei größeren Schmutzteilchen und hat eine Filterfeinheit von 100 -150 μm. Dieser Dauerfilter kann mit Heizöl oder Kaltreiniger gereinigt werden.
Der Heizölwechselfilter hat eine große Filteroberfläche und eine Filterfeinheit von 25 μm. Er besteht aus einer Metalltasse mit integriertem Filtereinsatz und ist bis 10 bar druckfest. Dieser Feinfilter muss auf jeden Fall in Verbindung mit einem Vakuummeter eingesetzt werden, damit man den Auswechselzeitpunkt erkennen kann.
Reinigung oder Austausch:
Ein Filtereinsatz sollte grundsätzlich vor Beginn jeder Heizperiode ausgewechselt bzw., wenn zulässig, mit Heizöl oder Kaltreiniger gereinigt werden. Hier sind die Herstellerangaben beachtet werden. Zum Lösen der Überwurfmutter ist ein spezieller Schlüssel zu verwenden und die Überwurfmutter sollte nur von Hand angezogen werden. Vor dem Anziehen ist der O-Ring zu überprüfen.Die Pumpenzange ist tabu.
Filtertassen gibt es in verschiedenen Ausführungen:
- Klarsichttasse für Saugbetrieb. Standardmäßig sind die Heizölfilter mit Klarsichttassen ausgerüstet, die nur für Saugbetrieb geeignet sind.
- Klarsichttasse für Druckbetrieb. Eine Nachrüstung mit einer druckfesten Klarsichttasse (PN 10) für Druckbetrieb ist möglich
- Filtertasse aus Messing für den Druckbetrieb (PN 16)
- Klarsichttasse für verlängerte Filtereinsätze, die nur für Saugbetrieb geeignet sind
Luftansammlungen in der Filtertasse:
Die im Heizöl mitgeführten
Luft- bzw. Gasanteile können vom Filtereinsatz, der die kleinsten Querschnitte zwischen Heizöllagerbehälter und
Ölbrenner hat, zurückgehalten werden, so dass sich in der Filtertasse ein
Luftpolster bildet. Dieser Vorgang tritt besonders in Einstrangsystemen auf, in denen nur geringe Öldurchsätze vorliegen. Das
Luftpolster bewirkt ein Absinken des Ölspiegels in der
Filtertasse während des
Ölbrennerbetriebes. Ein zu großes
Luftpolster kann zu Störungen führen. Der Einsatz eines Heizölentlüfters in dem Einstransystem verindert eine Blockierung des Heizöldurchflusses. In Zweistrangsystemen sollte darauf geachtet werden, dass der
Unterdruck nicht zu hoch wird. Hier ist eine regelmäßige
Wartung der Leitungen zu empfehlen.
Für
Bio-Heizöle sind
spezielle Dichtungen und die
Messing-Filtertassen einzusetzen, die dann auch für
Temperaturen bis 85°C und einem Druckbetrieb bis 16 bar geeignet sind. Diese Ölfilter eignen sich auch für Anlagen mit erhöhten Rücklauf-
Temperaturen, so z. B. in Mini-BHKW’s.
Bio-Heizöle sind aus
nachwachsenden Rohstoffen gewonnene flüssige
Brennstoffe die zu Heizzwecken verbrannt werden. Zu diesen gehören z. B FAME, Biodiesel bzw. RME (Raps-Methyl-Ester),
Rapsöl oder Palmöl. Die in Bio-Ölen enthaltenen Fettsäuren können Dichtungen und Schläuche schädigen. Da sie bei Raumtemperatur schlechter fließfähig sind, werden sie für eine bessere Fliessfähigkeit erwärmt oder mit Druckpumpen zum
Ölbrenner transportiert. Durch das Einstrangsystem wird der
Brennstoff im Filter kurzfristig verbraucht und gelangt nicht zurück in den Lagerbehälter. Somit kann das mit kupferhaltigen Oberflächen in Berührung gekommene Öl keinen Schaden anrichten.