Ein
Passivhaus ist ein Gebäude, in dem die
Behaglichkeit des Raumklimas ohne Heizung und aktive Lüftung sichergestellt wird. Das Gebäude hat eine kleine Heiz- und
Kühllast.
Das
Passivhaus braucht
keine aufwendige Heizungsanlage, aber eine kontrollierten Lüftung.
Wärmeenergie muss nur in sehr geringem Umfang zugeführt werden. Heutzutage bietet sich hier eine modulierende
Luft-
Luft-Wärnepumpe oder thermische Solaranlage mit
Pufferspeicher an.
Die gültigen Definitionen des Begriffs
Passivhaus beziehen sich auf die Rechenmethoden der
Energieeinsparverordnung (EnEV). Ein
Passivhaus weist einen Jahres-Heizwärmebedarf Q
h auf, der einem Verbrauch von umgerechnet weniger als 1,5 Liter Öl (oder m
3 Gas) pro Quadratmeter
Wohnfläche und Jahr entspricht.
Technische Anforderungen an Passivhäuser - Faustregeln Nichttransparente Außenbauteile von Passivhäusern sollten einen
U-Wert von 0,15 W/(m
2 · K) nicht überschreiten. Außenbauteile von weniger kompakten Gebäuden – Gebäuden mit ungünstigen A/V
e-Werten – sind mit
U-Werten im Bereich von 0,10 W/(m
2 · K) auszuführen.
Passivhäuser müssen so geplant werden, dass
Wärmebrücken so gut wie vermieden werden. Die Einhaltung der Anforderungen nach
DIN 4108-Beiblatt 2: 2004-01 genügt nicht.
Fenster mit jeweils hochwärmegedämmter Dreifachverglasung,
Fensterrahmen und Randverbünden der Verglasung haben sich als passivhaustauglich erwiesen. Für
U-Werte der
Fenster wird eine Obergrenze von 0,8 W/(m
2 · K) genannt. Üblich sind
Fenster mit
U-Werten von 0,6 W/(m
2 · K).
An die
Luftdichtheit von Passivhäusern gelten besondere Anforderungen, damit die kontrollierte Lüftung erhalten bleibt und nicht durch Zufallslüftung beeinflusst wird. Bei einem Test nach dem Blower-Door-Verfahren darf das Ergebnis den Wert 0,6 h-1 nicht überschreiten. Eine Leckage der
Gebäudehülle darf nicht dazu führen, dass stündlich mehr als 60 % des
Luftvolumens des Gebäudes gegen
Außenluft ausgetauscht wird.
Freie Wärmequellen – so z. B. Sonnenenergie – sollten so genutzt werden, dass der Restwärmebedarf des
Passivhauses gedeckt werden kann.
Interne Gewinne Q
i sind wie beim Niedrigenergiehaus zwar willkommen, sollten aber im Sinne einer Reduzierung des Jahres-
Primärenergiebedarfs Q
p eines
Passivhauses durch den Einsatz stromsparender Geräte reduziert werden.
Die
Lüftung von Passivhäusern wird durch eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit
Wärmerückgewinnung und passive Vorerwärmung (Erdwärmetauscher oder
Luftbrunnen) der Außenuftzufuhr vorgenommen (
Wärmerückgewinnung über 80 %).
Wärmezufuhr und -verteilung kann sich auf das Notwendigste beschränken – z. B. modulierende Luft-
Luft-
Wärmepumpe oder thermische Solaranlage mit
Pufferspeicher.
Die
Trinkwassererwärmung sollte durch eine „Aktive Sonnenenergienutzung“ (thermische Solaranlage) erfolgen.