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1830

Tiefengeothermie

Autoren
OldBo
14.01.2012
Mit den Systemen der Tiefengeothermie wird die geothermische Energie über Tiefbohrungen erschlossen und kann direkt (ohne Niveauanhebung) genutzt werden.
Schema für eine Dublette bei der hydrogeothermischen Nutzung
 Schema für eine Dublette bei der hydrogeothermischen Nutzung
Quelle: Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik
Schema - Hydrothermale Geothermie mit heißem Thermalwasser
 Schema - Hydrothermale Geothermie mit heißem Thermalwasser
Quelle: GtV - Bundesverband Geothermie e.V.
Schema - Petrothermale Geothermie mit künstlichem Kluftsystem
 Schema - Petrothermale Geothermie mit künstlichem Kluftsystem
Quelle: GtV - Bundesverband Geothermie e.V.
Mit den Systemen der Tiefengeothermie wird die geothermische Energie über Tiefenbohrungen erschlossen und kann direkt (ohne Niveauanhebung) genutzt werden.

Bei der Tiefengeothermie unterscheidet man
  • Hydrothermale Systeme mit niedriger Enthalpie (Wärmeinhalt): Hier wird die im Untergrund vorhandene Flüssigkeit direkt oder über Wärmetauscher zur Verwendung in Nah- und Fernwärmenetzen, zur landwirtschaftlichen oder industriellen Nutzung oder für balneologische (therapeutische) Zwecke verwendet. Hiebei handelt es sich um Aquifere mit heißem (> 100 °C), warmem (60 -100 °C) oder thermalem (> 20 °C) Wasser. Ab 100 °C ist auch eine Verstromung möglich.
  • Hydrothermale Systeme mit hoher Enthalpie (Wärmeinhalt): Hier wird die im Untergrund vorhandene Flüssigkeit direkt oder über Wärmetauscher zur Verwendung von Dampf- oder Zweiphasensystemen zur Stromerzeugung verwendet. Diese Geothermie ist in Deutschland nicht (noch) nicht vorhanden, wird aber z. B. in Island flächendeckend verwendet.
  • Petrothermale Systeme: Hier wird in der Regel die Energie, die im Gestein in drei bis sechs Kilometern Tiefe gespeichert ist, genutzt. Energie, die im tiefen dichten Gestein eines Grundgebirge vorhanden ist, wird mit der  Hot-Dry-Rock -Technik (HDR) bzw. Enhanced Geothermal System (EGS) zur Stromerzeugung verwendet. Mit geschlossenen tiefen Erdwärmesonden wird im beliebigen Gestein die Enerbie zur  Wärmeversorgung eingesetzt.
Hydraulische und chemische Stimulationsverfahren (Enhanced Geothermal Systems - EGS) erzeugen Risse und Klüfte im Gestein. Dadurch wird die Wasserdurchlässigkeit erhöht oder erst geschaffen und es entsteht ein künstlicher Wärmetauscher. Durch die Injektionsbohrung wird unter hohem Druck Wasser in das Gestein eingepresst, wo es sich erhitzt und anschließend über die Förderbohrung wieder nach oben fließt.
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