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OldBo
03.02.2017
Durch den Einbau einer Nebenluftvorrichtung (Zugregler oder Zugbegrenzer) können folgende Ziele erreicht werden, so z. B. ein konstanter Schornsteinauftrieb, eine Erhöhung der Abgasgeschwindigkeit und Durchlüftung des Schornsteins.
Nebenluftvorrichtung
 Nebenluftvorrichtung
Quelle: Kutzner + Weber GmbH
Nebenluftvorrichtung mit Motor für Einzelöfen
 Nebenluftvorrichtung mit Motor für Einzelöfen
Quelle: Kutzner + Weber GmbH
Anordnungsmöglichkeiter einer Nebenluftvorrichtung
 Anordnungsmöglichkeiter einer Nebenluftvorrichtung
Anordnung der Klappe für Einzelöfen
 Anordnung der Klappe für Einzelöfen
Quelle: Kutzner + Weber GmbH
Durch den Einbau einer Nebenluftvorrichtung (Zugregler oder Zugbegrenzer) sollen folgende Ziele erreicht werden:
  • konstanter Schornsteinauftrieb (Druckdifferenz oder Zug), d.h. Abbau eines zu großen Unterdrucks, der sich trotz richtiger Bemessung nach EN 13384 durch Verwendung handelsüblicher Querschnittsmaße sowie durch Witterungseinflüsse (z.B. starker Wind) ergibt.
  • Erhöhung der Abgasgeschwindigkeit und Durchlüftung des Schornsteins, um Nässebildung zu vermindern bzw. angefallene Feuchtigkeit während der Betriebspausen der Feuerstätte zu minimieren. Die gilt nicht für feuchteunempfindliche Bauarten (z.B. Edelstahl).
  • Stillstandsverluste bei älteren Wärmeerzeugern minimieren
Durch einen gleichbleibenden Auftrieb kann die Verbrennung auch im Teillastbetrieb gleichmäßig erfolgen. Eine niedrige Abgastemperatur erhöht die Gefahr der Taupunktunterschreitung und damit wird der Schornstein nass. Eine Nebenluftvorrichtung ermöglicht, den Schornstein an die Feuerstätte unabhängig von der Betriebsweise anzupassen.

Bei der Auswahl des Montageorts ist unbedingt darauf zu achten, dass die Nebenluftvorrichtung grundsätzlich im Bereich des "Nullpunktes" der Abgasanlage angeordnet wird. An de Nebenluftvorrichtung darf hier kein Überdruck auftreten. Die Anordnung in einem Verbindungsstück muss also z. B. immer nach einem Abgasschalldämpfer oder vorhandenen Umlenkungen (Rohrbogen) erfolgen.

Ein optimaler Betrieb des Wärmeerzeugers und der maximale Effekt für die Trocknung des Schornsteins  wird erreicht, wenn die Nebenluftvorrichtung nach den Angaben in der Einbauanweisung auf den "Mindest-Zugbedarf" (Differenzdruck) der Feuerstätte eingestellt wird. Dieser ist auf dem Typenschild oder in der Montageanweisung angegeben. Bei Anlagen mit Gasfeuerstätten mit Brenner ohne Gebläse oder Heizkessel kleiner Leistung reicht in der Regel eine Druckdifferenz von 10 Pa.

Neue Nebenluftvorrichtungen beseitigen die negativen Eigenschaften, so z. B. das Klappern der Regelscheibe oder das Entweichen von Flugasche, durch das Aufspritzen einer EPDM-Dichtung. Die Dichtung ist Temperatur und Kondensatbeständig und dämpft während des Betriebs nicht nur den Schließvorgang der Regelscheibe, sondern verhindert auch das Entweichen von Staub z. B. bei Pelletkesseln. Die Regelscheibe ist speziell stabilisiert und gewährleistet durch Auflage auf einem Messerlager hohe Regelgenauigkeit.

In den Stillstandzeiten kann durch die nachrüstbare Motorsteuerung die Regelscheibe, je nach Anforderung, zugedrückt (verschließbar nach EnEV) oder offen gehalten werden. Dadurch ist die Klappe auch als zwangsgesteuerte Nebenluftvorrichtung einsetzbar.

DIN 18 160-1 "Abgasanlagen – Planung und Ausführung"

Nebenluftvorrichtungen sind in Abgasanlagen für Unterdruck und trockene Betriebsweise zulässig, wenn sichergestellt ist, dass
•  die einwandfreie Ableitung der Abgase nicht beeinträchtigt wird,
•  die Abgase bei Stau oder Rückstrom nicht in gefahrdrohender Menge austreten können;
•  die Prüfung und Reinigung der Abgasanlage nicht beeinträchtigt wird.
■    Nebenluftvorrichtungen dürfen nur im Aufstellraum der Feuerstätte oder in angrenzenden mit dem Aufstellraum im Verbrennungsluftverbund stehenden Räumen angeordnet werden.
■    In mehrfach belegten Abgasanlagen dürfen Nebenluftvorrichtungen nur eingebaut werden, wenn alle Feuerstätten im selben Raum aufgestellt sind.
■    Im senkrechten Teil der Abgasanlage angeordnete Nebenluftvorrichtungen müssen mindestens 40 cm oberhalb der Sohle liegen, wenn an die Abgasanlage Feuerstätten für
feste Brennstoffe angeschlossen sind.
Konstruktive Vorgaben
Die verschiedenen konstruktiven Vorgaben für die Nebenluftvorrichtungen sind in  der DIN 4795 festgelegt.
  • Es wird eine Arretierung der Pendelklappe in geschlossener Stellung vorgeschrieben (daher keine Rußbelästigung beim Kehren)
  • Zugbegrenzer müssen in Geschlossenstellung ausreichend gas- und rußdicht sein
  • Zusätzlich wird eine bestimmte Korrosionsbeständigkeit sowie eine Temperaturbeständigkeit
    (900 °C) vorgeschrieben.
Zugbegrenzer dürfen innerhalb der Aufstellräume der Feuerstätten eingebaut werden und sind mind. 40 cm oberhalb der Schornsteinsohle anzuordnen. Die Brandsicherheit der Schornsteine darf nicht beeinträchtigt werden.

Die Einteilung der Zugbegrenzer erfolgt in die verschiedenen Leistungsgruppen 1 - 6. Die in der DIN 4795 vorgenommenen Leistungsbestimmungen sind abhängig von dem jeweiligen Schornstein bzw. von dessen Ausführung (Schornsteingruppe I, II, III nach DIN 4705) und der Abgastemperatur.

Einteilung der Zugbegrenzer nach Leistungsgruppen
Gruppe der
Zugbegrenzer
Schornsteinquerschnitt der Gruppen
I und II/cm2
III/cm2
1
100 bis 160
100 bis 200
2
100 bis 220
100 bis 300
3
100 bis 300
100 bis 400
4
100 bis 400
100 bis 500
5
100 bis 500
100 bis 750
6
100 bis 750
100 bis 750
Schornsteingruppe:
I = sehr gut isoliert (3-schalig) / niedriger Wärmeverlust
II = weniger gut isoliert / größerer Wärmeverlust
III = relativ mäßige Isolierung / hoher Wärmeverlust
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