Change-Over-Systeme sind kombinierte Heiz-/Kühlsysteme mit denen ein einfacher Wechsel zwischen dem Heiz- und Kühlmodus möglich ist. Bei dieser Installationsart ist eine gute hydraulische Einregulierung (hydraulischer Abgleich) schwierig zu realisieren. Deswegen muss das bei der Planung von diesen Anlagen besonders berücksichtigt werden. Außerdem muss auf die Druckhaltung besonders geachtet werden, um die Folgen des Mediumwechsels, ausgelöst durch das Umschalten von Heiz- auf Kühlbetrieb, zu vermeiden.
Bei einer zentralen Umschaltung erfolgt die Umstellung für die gesamte Anlage direkt hinter dem Wärme- bzw. Kälteerzeuger. Dieses Umschalten wird i.d.R. durch den Einsatz von 3-Wege-Ventilen erreicht.
Mit dem Change-Over-Systeme wird ein Umschaltung einzelner Zonen ermöglicht. So kann ein Teil des Gebäudes beheizt und ein anderer Teil gekühlt werden. Die Verteilung erfolgt hierbei über ein System mit jeweils zwei Rohrleitungen für Kaltwasser und zwei Rohrleitungen für Heizwasser. Wie beim zentralen Umschalten kommt an den Endgeräten nur ein Ventil für den Abgleich und die Regelung der Durchflussmenge zum Einsatz.
Eine andere Mögllichkeit ist das individuelle Umschalten einzelner Endgeräte. Diese Konstellation wird heute häufig verwendet, da es dem Benutzer den Vorteil eines individuellen Wechsels zwischen Heiz- und Kühlbetrieb verschafft. Dabei wird in Fan Coil-Units nur ein einzelnes Register für den Heiz- und Kühlbetrieb verwendet. Die Verteilung erfolgt über ein 3- oder 4-Leiter-System, wobei das Umschalten zwischen Heiz- und Kühlbetrieb in der Regel über ein 6-Wege-Ventil erfolgt.
In Change-Over-Systemen muss ein besonderes Augenmerk auf die Druckhaltung gelenkt werden. Mit dem individuellen Wechseln zwischen Heiz- und Kühlbetrieb wird die Wassermenge der Kühldeckenplatten oder Fan Coils im Heizbetrieb z. B. auf 40 °C erwärmt bzw. im Kühlbetrieb z. B. auf 16 °C gekühlt. Jede Temperaturänderung verursacht eine Ausdehnung oder Kontraktion der jeweiligen Flüssigkeit. Durch die Kontraktion im Kühlbetrieb wird der Druckhaltung des Kühlsystems Wasser entnommen. Durch die Umschaltung in den Heizbetrieb wird bei anschließender Aufheizung das Expansionsvolumen in die Heizungs-Druckhaltung überführt. Deswegen ist es in solchen Change-Over-Systemen zwingend erforderlich, einen korrekten Ausgleich zwischen den beiden Druckhaltesystemen sicherzustellen.
Gibt es nur eine einzige Druckhaltung verwendet, die über eine gemeinsame Ausdehnungsleitung sowohl an den Heiz- als auch an den Kältekreislauf angebunden ist, sind die Flüssigkeiten der beiden Kreisläufe permanent ohne Kontrolle des ausgetauschten Volumens verbunden. Bei dem Einsatz eines 6-Wege-Ventil, das evrtl. nicht korrekt umschaltet, kommt es durch die gemeinsame Ausdehnungsleitung zu einer Fehlzirkulation zwischen den beiden Kreisläufen. Die Installation von zwei Druckhaltesystemen, die durch eine Ausgleichsleitung verbunden und mit einem motorisierten Ventil ausgestattet sind, können das Problem lösen. Dieses Ventil ermöglicht den Ausgleich zwischen den Ausdehnungsvolumen auf der Wärme- und Kälteseite.
Der 6-Wege-Regelkugelhahn wurde speziell für den Einsatz in Kühl- und Heizdecken (Change-Over-System) entwickelt. Die kompakte Armatur übernimmt die Aufgaben von bis zu vier Durchgangsventilen. Dadurch werden Raum, Material und Zeit bei der Installation gespart und das Fehlerpotenzial bei der Verkabelung wird verringert .
Die innovative Kugelgestaltung entkoppelt die beiden Heiz- und Kühlkreise hydraulisch. Durch eine Drehbewegung können sie trotzdem individuell und präzise angesteuert werden. Luftblasendicht schliessend, verhindert das Ventil Energieverluste und senkt so Betriebskosten.
6-Wege-Regelkugelhahn wird mit einem Raumtemperaturregler eingesetzt, die mit ihren Pre-Comfort- und Energy-Hold-Off-Funktionen (Bereitschaftniveau-Funktion) Klimadecken bedarfsgerecht regelt. Zusätzlich kann ein Taupunktwächter auf geschaltet werden. Im EHO-Betrieb wird die Raumtemperatur auf min. +15 °C und max. +40 °C überwacht. So wird das Gebäude und die Installationen vor grösseren Schäden geschützt. Manuelle Eingriffe über die Bedienungselemente auf der Frontseite und Funktionstests bei den angeschlossenen Stellantrieben sind möglich.
Das 6-Wege-Zonenventil aus der Produktfamilie Belimo ZoneTight™ dient der Regelung eines kombinierten Heiz-/Kühlelements im 4-Leiter-System (Kühl- und Heizdecke oder Klimabalken).
Diese Technologie (nur ein Ventil, ein Stellantrieb und eine Regelsequenz) ersetzt konventionelle Lösungen (vier 2-Weg-Ventile, vier Stellantriebe und zwei Regelsteuerungen)
Zusätzlichen Vorteile:
• Vielfältige kvs-Kombinationen ermöglichen eine präzise und effektive Regelung
• Kompakt und problemlos in der Zwischendecke unterzubringen
• Keine Montagefehler, da das Vertauschen von Ventilen unmöglich ist
• Betriebssicherheit durch zuverlässiges Entkoppeln von Kühl- und Heizkreislauf
• Maximale Anlagensicherheit durch integrierte Druckentlastungsfunktion
Das
6-Wege-Ventil (
6-Wege-Regelkugelhahn) darf nicht mit dem
6-Wege-Ventil für Schwimmbadfilteranlagen, das
6 Funktionen in einer Armatur ermöglicht, verwechselt werden.