In der Zukunft ist eine Elektroheizung in Verbindung mit der Photovoltaik wieder aktuell.
Das Motto lautet "Kabel statt Rohre".
Für ein Einfamilienhaus, das wärmetechnisch nach dem heutigen Stand der Technik neu errichtet oder fachgerecht thermisch saniert wird, ist ein wassergeführtes Heizsystem im Hinblick auf Leistung und Materialeinsatz bei der Installation nicht mehr notwendig. Die benötigte Heizlast pendelt sich zwischen 3 und 6 kW ein. Für diese geringe Leistung ist eine konventionelle Heizung völlig überdimensioniert. Der Grund liegt in der hydraulischen Wärmeverteilung. Diese ist aufwändig und verlustbehaftet.
Elektrische Heizungen erzeugen die Wärme direkt am Ort des Bedarfs.
Für Gebäude mit einem spezifischen Heizwärmebedarf von 40 kWh pro m2a (Niedrigenergiehaus bzw. KfW-Effizienzhaus 40 Plus, 40 oder 55) oder weniger (Passivhaus) gibt es also mittlerweile bessere und vor allem einfachere Möglichkeiten. Dabei investiert man nicht eine große Summe für die Haustechnik im Keller, sondern nimmt stattdessen einen Teil des Budgets, um seine verfügbare Dachfläche möglichst vollständig mit Photovoltaikmodulen zu belegen.
Ein solarelektrisches Gebäude benötigt thermische Speichermasse, um den Tagesgang der Sonnenenergie optimal nutzen zu können. Thermische Bauteilaktivierung bzw. Betonkernaktivierung sind etablierte Begriffe, die das Konzept einer Fundamentplatte als Wärmespeicher beschreiben. Der Beton wird somit zum Tagspeicher für PV-Überschuss. Ergänzend wird die Netzeinspeisung wesentlich vermindert. Die riesige Masse des Betons stellt dabei ein geeignetes und kostengünstiges Speichermedium für Wärme dar und ermöglicht auch bei ganzjähriger Betrachtung hohe Autarkiegrade. Um ungewollte Wärmeverluste in Richtung Erdreich zu begrenzen, wird unterhalb der Fundamentplatte eine Dämmschicht angelegt.
Zusätzlich sind elektrische Heizmatten in Fußboden, Wand oder Decke notwendig. Diese sind jedoch deutlich preisgünstiger als eine wassergeführte Fußbodenheizung und obendrein können die meisten dieser Produkte auch auf bestehenden Estrichen verlegt werden. Für Sanierungen bedeutet dies den überragenden Vorteil, dass nur der Bodenbelag neu gemacht wird und nicht der gesamte Aufbau abgerissen und ersetzt werden muss.
Wie bei wassergeführten Fußbodenheizungen bieten aber E-Heizmatten den Vorteil, dass die Masse des Bodens, Wände und Decken thermisch aktiviert werden kann. Dieser kann somit als Tagspeicher für photovoltaische Überschüsse verwendet werden, Erzeugungsschwankungen werden gut ausgeglichen.
Heizen mit Photovoltaik bedeutet um 30 % geringere Betriebskosten und um bis zu 30 % geringere Investitionskosten im Vergleich zu konventionellen Heizungssystemen (z. B. Luftwärmepumpen). Die Wartungskosten liegen bei null. Die Energie wird selbst erzeugt, verbrauchen sie effizient und sinnvoll direkt vor Ort und können sie speichern.
Heizen mit Photovoltaik .....
• spart Energiekosten durch geringeren Bedarf aus dem konventionellen und immer teurer werdenden Stromnetz.
• verbessert die Klimabilanz durch selbst erzeugten Solarstrom.
• sorgt für eine optimale Nutzung und Speicherung von Solarenergie.
• spart fossile Brennstoffe wie Gas und Öl.
• reduziert durch höheren Eigenverbrauch das unwirtschaftliche Einspeisen des Überschusses ins Stromnetz.
• verzichtet auf zusätzliche Rohrleitungen, Pumpen, usw.
• ist geräuschlos.
• ist platzsparend – kein Heiz- und Brennstofflagerraum notwendig.
• ist auch für Sanierungen einfach verwendbar (z. B. keine Stemmarbeiten beim Estrich notwendig).
• ist selbstverständlich auch in wassergeführten Heizungssystemen möglich.
• schont Ihre bestehende Heizung und verlängert ihre Lebensdauer.
• erzeugt Wärme dort, wo sie gebraucht wird.
Der Einsatz solcher Systeme erfordert aber ein Umdenken,
was vielen Planern und Bauherren schwer fällt.