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OldBo
07.03.2012
Immer wieder wird das Nichttrinkwasser als „Brauchwasser“ bezeichnet. Aber dieser Begriff steht nicht in der Trinkwasserverordnung 2001 und 2011 (TrinkwV), im DVGW-Regelwerk oder in der DIN 4046.
Hinweisschild bei Betriebswasseranlagen (Regenwasser- und Eigenbrunnenanlagen)
 Hinweisschild bei Betriebswasseranlagen (Regenwasser- und Eigenbrunnenanlagen)
Quelle: Bosy
Immer wieder wird das Nichttrinkwasser als „Brauchwasser“ bezeichnet. Aber dieser Begriff steht nicht in der Trinkwasserverordnung 2001 und 2011 (TrinkwV), im DVGW-Regelwerk oder in der DIN 4046. In der Trinkwasserverordnung 1975 wird noch der Begriff "Brauchwasser" für "Brauchwasser für Lebensmittelbetriebe" verwendet. Dieses Wasser hat aber hat den gleichen Qualitätsanspruch wie Trinkwasser.

Nichttrinkwasser ist Wasser, das für technische, gewerbliche oder landwirtschaftliche Anwendungen eingesetzt wird. Nichttrinkwasser ist nicht für den menschlichen Genuss vorgesehen, aber es sollte einer gewissen Mindesthygiene entsprechen.

Fälschlicherweise wird immer wieder erwärmtes Trinkwasser als Brauchwasser bezeichnet, so z. B. statt Trinkwassererwärmung - Brauchwassererwärmung.

Getrennte Nichttrinkwasser- und Trinkwasserversorgungen sind in der Industrie üblich. Im öffentlichen Bereich ist keine vom Trinkwasser getrennte Nichttrinkwasserversorgung vorgesehen. Hier werden hauptsächlich wasserlose Urinale eingesetzt.

Unter Umständen wird bei der Errichtung oder Modernisierung von Häusern eine Nichttrinkwasserversorgung (Regenwasser) z.B. zur Toilettenspülung oder zum Wäschewaschen vorgesehen. Durch ein Hauswasserwerk (HWW) wird das Wasser automatisch an die Versorgungspunkte gepumpt. Eine strikte Trennung von Trinkwasser und Nichttrinkwasser durch entsprechene Sicherungsarmaturen wird nach der DIN 1988 und DIN EN 1717 gefordert.

Nichttrinkwasserversorgungen sind durch die damit erzielbaren Kosteneinsparungen sinnvoll und sie entlasten die Trinkwasseraufbereitung. Die Abwassergebühr wird trotztdem fällig, weil die Abwasserreinigung notwendig ist. Deswegen sind Wasserzähler auch in das  Regenwassersystem einzubauen. Dadurch ergibt sich für Wohnhäuser meistens keine erhebliche Kosteneinsparung. Das Gartenwasser kann vor dem Zähler abgenommen werden.

Man sollte auch berücksichtigen, dass die wirklich benötigte Menge reinen Trinkwassers nur einen geringen Teil des gesamten Wasserverbrauchs eines Wohnhauses ausmacht. Durch das zweite Wassersystem verringert sich der Trinkwasser-Verbrauch. Auch bei der Auslegung der Rohrleitungen muss der geringere Bedarf berücksichtigt werden. Da das Wasser in solchen Systemen länger steht und sich erwärmen kann, sollten hier möglichst Ring- oder Reihenleitungssysteme eingesetzt werden. Stagnationswasser kann verkeimen und ein Legionellenwachstum fördern.

In der deutschen Trinkwasserverordnung 2011 (TrinkWV)  taucht der Begriff Brauchwasser nicht auf und auch in der Amtssprache Österreichs und der Schweiz wird er meist vermieden. Auch hier wird von Nichttrinkwasser gesprochen.
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